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Das Spiel durchschauen | Grundlagen | 1. Von Tarzan und Jane lernen

Das Spiel der Geschlechter ist paradox: einerseits folgt es einem komplizierten biologischen, kulturellen (und neuerdings auch politisch korrektem) Regelwerk, andererseits lässt es sich oft genug auf die simple Formel „Ich Tarzan – du Jane“ reduzieren, und funktioniert damit prächtig. Das macht es so verwirrend und für Liebessuchende zu einem tricky Geschicklichkeitsparcours, bei dem sie oft genug abstürzen.

Eine Lösung dafür habe ich nicht, denn es ist paradox. Es liegt in der Natur der Liebe, dass manchmal das Unkonformistische, Andersartige und politisch so ganz und gar Unkorrekte den Funken schlägt. Vorgefertigten Regeln zu folgen bedeutet deshalb, sich schon ein Stück weit auf die Verliererstraße zu begeben. Wenn wir alle gleich angepasst und einheitlich wie Klone wären, würde die Liebe untergehen. Liebe bedeutet Reibung, im wörtlichen und übertragenen Sinn.

Es hilft aber schon, wenn wir alle, Frauen und Männer, dieses Paradox der Liebe erkennen und anerkennen. Wenn Frauen penetrant versuchen, ihre Männer zu emanzipatorisch korrektem Verhalten zu erziehen, bekommen sie dafür vielleicht für eine Zeit lang einen praktischen und pflegeleichten Mitbewohner, aber sie verlieren die Liebe. Wenn Männer dem Traum von der allumfassenden Liebesbeziehung nachhecheln und in ihrer Frau die Geliebte, Köchin, Ehefrau, Mutter, Putzfrau und Geschäftspartnerin in einer Person suchen, bleibt ihnen am Ende keine einzige davon übrig. Das nur als Beispiel für zwei beliebte Fehler. Aber Fehler kann man viele machen.

Warum rede ich jetzt so grundsätzlich über „Beziehungen“? Hier geht es doch um Flirt und Verführung, oder? Ganz einfach: beides hat viel miteinander zu tun. Eine Beziehung ist nichts weiter als eine fortgesetzte Verführung, wir geben der Sache nur ab einem gewissen Punkt einen anderen Namen. Das Spiel zwischen Mann und Frau funktioniert ab der ersten Sekunde, in der sexuelles Interesse entsteht, nach den gleichen Regeln.

Das Geheimnis eines Verführers ist es, das Doppelspiel zwischen dem instinktiven Unbewussten und dem rationalen Selbst zu kennen. Sobald er den Mechanismus durchschaut hat, liegt die Frau wie ein aufgeschlagenes Buch vor ihm, in dem er nicht nur lesen, sondern auch nach Belieben umblättern kann. Er spielt das Spiel mit den Instinkten. Er legt die richtigen Hebel um. Er wird dadurch eigentlich nicht zum Verführer, denn das klingt so ein wenig nach täuschen und vortäuschen, sondern zum Attraktor: Die Frau fühlt sich plötzlich magnetisch angezogen, ehrlich, und aus tiefstem Herzen.

Das Geheimnis einer guten Verführerin ist es, sich auf das urzeitliche Spiel von Mann und Frau einzulassen – ungeachtet dessen, ob es mit emanzipatorischen Spielregeln übereinstimmt. Frauen, die einen Schritt weiter sind, haben längst erkannt, dass es ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Rolle als moderner Frau keinen Abbruch tut, wenn sie im entscheidenden Moment das, ich sags mal plakativ, „Tarzan – Jane- Spiel“ mitspielen. Und so ist es zu sehen: als Spiel, als Tanz, als Test. Bestens dazu geeignet, um in kürzester Zeit herauszufinden, ob wir zusammenpassen.

Und eins von vielen Geheimnissen eines perfekten Paars ist es, diesen Weg – mehr oder weniger gemeinsam – zusammen gegangen zu sein und dann lächelnd zurückzuschauen.

Einer meiner Lieblings-Autoren ist David Deida, ein sehr erfolgreicher amerikanischer Paarcoach und Therapeut. Sein Credo: Eine erfüllte, insbesonders sexuell erfüllte Beziehung setzt eine Mann-Frau-Polarität voraus, also eine akzeptierte und gelebte Unterschiedlichkeit der Geschlechter. Wenn wir uns gleich machen, sind wir irgendwann alle gleich langweilig und dazu noch asexuell. Und meine geschätzte Autoren-Kollegin Anne West schreibt dazu: „Es geht darum, das Weibliche und Männliche zu leben, und vor allen: Leben zu lassen … dann erledigen sich nämlich einige Probleme ziemlich rasch – unter anderem erotischer Leistungsdruck, Beziehungsgequäle und Partnerschaftsdebatten …“

Genug mit Theorie. Nach dieser recht kopflastigen Einführung, in einem der nächsten Teile einige lebensnahe Beispiele, aus Herzblut, Schweiß und Tränen.
-> Mehr von Armin Fischer

Buchtipp:
David Deida, Nackt zur Wahrheit: Ein spiritueller Begleiter für Mutige durch Leben & Tod, Liebe & Sex, Kamphausen Verlag 2007

Dieser Artikel ist Teil des Flirt-Tutorials, und zwar:
Flirt-Tutorial 4.1 | Das Spiel durchschauen | Grundlagen | 1. Von Tarzan und Jane lernen
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