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Klick und weg? Virtuelles Abservieren kann so schön sein. Aber ist es auch clever?

Liebe Judith Alwin,
selbstverständlich ist es okay, die Fotos durchzuklicken und die hässlichen Entlein in den Papierkorb zu pfeffern – für uns Männer. Frauen sollten sich aber bei der Partnersuche gefälligst ein wenig mehr Mühe geben (und mit Ihren Worten: die „inneren Werte” unter die Lupe nehmen.) Punktum, das war´s.

Aber halt, jetzt gehen wahrscheinlich einige Political-Correctness-Abwehrraketen hoch. Sie haben ja recht. Ich hab das ja nur gesagt, um zu verdeutlichen: Das Internet ist in dieser Hinsicht, wie fast immer, sehr demokratisch. Was Männer machen, können Frauen da genauso.

Die Frage ist nur: ist das gut? Mir gefällt nach wie vor die Vorstellung nicht, dass da jemand vor dem Computer sitzt und seine potenziellen Lebenspartner fast ausschließlich nach einem Foto aussucht, und den Text, den so mancher mühevoll zusammengestopselt hat, einfach links liegen lässt. Und Ihnen, wenn Sie ehrlich sind, liebe Judith Alwin, ja auch nicht.

Der wichtigste Grund, warum ich das nicht gut finde: Fotos täuschen. Auch ich habe meine Internet-Dating-Erfahrungen – wie könnte ich sonst hier schreiben. Allerdings liegen sie schon einige Jahr zurück, aber egal. Folgendes passierte: Eine Frau, die mich interessierte, schaltete mir ihr Foto frei, und ich war platt: eine rothaarige Diva, den Kopf im Schwung, das Haar nach hinten werfend, ein teuflisch gut aussehender Engel. Sie suchte auf jeden Fall einen „attraktiven Mann” (klar, das sie da bei mir landete ;)) Also Date: Wir trafen uns in der Pinakothek, vor mir stand ein kleines Hutzelweibchen, mit schiefem Mund und leichtem Buckel, und ich dachte: In welchem Film bin ich hier! Das Tollste daran: das Bild war nicht mal ein Fake gewesen, sondern einfach in so einem Moment, mit so einem Licht und bei so einer Bewegung fotografiert, dass es gut aussah.

Darum: Vorsicht mit Bildern.

Aber diese kleine Geschichte bringt uns schon zu Punkt 2: Überzogene Vorstellungen. Sie, Judith Alwin, sind auf jeden Fall ein Superweib, ein Model, eine Traumfrau für viele Männer. Wenn Sie hohe Ansprüche haben, einen Kerl mit tollem Aussehen, dem obligaten Herz und Verstand und vielleicht auch noch etwas Schotter auf dem Konto suchen, ist das schon okay. Meinen Sie aber wirklich, man sollte diese Ansprüche Lieschen-Normalo einpflanzen? Nicht alle Frauen sind so toll, nicht alle haben einen schönen Körper, nicht alle können sogar einen deutschen Satz ohne Fehler schreiben, wie Sie das können. Es gibt ‘nen Haufen Defizite. Aber, ich erinnere: Das Hutzelweibchen suchte vor allem: einen attraktiven Mann.

Deshalb meine ich: ein bisschen runter mit den Ansprüchen. Weder nach der klischeehaften Optik, noch nach den klischeehaften Charakterzügen schauen, und dafür das eigene Herz mal spüren lassen. Kurz: es hilft nur, wie im richtigen Leben auch, sich aufs Gegenüber einzulassen. Und das geht ja wohl kaum, wenn man sie/ihn mit einem Fingerschnipp aus der Kandidatenliste entfernt. Also, natürlich kann man/frau das machen, aber es wird einem bei dieser Methode vielleicht das Beste durch die Lappen gehen.

PS:
Aus wissenschaftlicher Sicht widerspricht das rein optische Aussortieren den weiblichen Selektionsmechanismen. Denn Frauen testen Männer wesentlich „ganzheitlicher” als umgekehrt. Männer selektierten und selektieren tatsächlich vorwiegend optisch: was zählt, ist das Aussehen. Für Frauen zählt das ganze Erscheinungsbild, und dazu gehört z.B. sozialer Status, Körpersprache, Kleidung, für manche das Bankkonto, und, als eins von mehreren Kriterien: das Aussehen.

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3 Kommentare

  • [...] selbstverständlich ist es okay, die Fotos durchzuklicken und die hässlichen Entlein in den Papierkorb zu pfeffern – für uns Männer. Frauen sollten sich aber bei der Partnersuche gefälligst ein wenig mehr Mühe geben (und mit Ihren Worten: die „inneren Werte” unter die Lupe nehmen.) Punktum, das war´s. Weiterlesen [...]

  • Liebe Judith Alwin, ich freue mich wirklich, wenn Sie meinen Artikel ausdrucken und nicht nur an die Pinwand, sondern sogar an den Spiegel heften. Ich werde im Gegenzug Ihr Foto von http://www.try2find.de ausdrucken und an prominenter Stelle platzieren. Denn dieses Foto, da bin ich mir recht sicher, täuscht mich nicht.

  • Aber, aber Herr Fischer…wer wird denn gleich in die Luft gehen? Ich finde es ja toll, dass Sie sich die Wissenschaft (die ist doch weiblich, wieso hält die in diesem Fall nicht einfach zu uns Frauen? ;-)) zu Hilfe holen. Habe ich das richtig verstanden: Männer dürfen, Frauen nicht? (Hatte ich nicht genau das in meinem Text bemängelt?) ;-)

    Übrigens: Einfach runter mit den Ansprüchen? Ganz und garnicht! Ein Partner oder eine Partnerin ist einer der wichtigsten Menschen im Leben. Da MUSS der Anspruch hoch sein. Allerdings – dieses Fazit ziehe ich ja nun auch – sind diese Ansprüche immer sehr individuell eingefärbt, wie das letzte schöne Beispiel aus meinem Text beweist.
    Ich habe übrigens auch einen so tollen Mann gefunden, wie die Leserin aus diesem Beispiel – trotzdem oder besser: gerade wegen meiner hohen Ansprüche. (Er hatte übrigens gar kein Bild in seinem Profil, aber einen tollen Text – und ich habe ihn angeschrieben.)

    Wie gesagt: Frauen selektieren anders als Männer: “Ist okay” und “geht gar nicht”. Das sind unsere Kategorien. Erst dann wird die “ganzheitliche” Prüfmethode angewandt. Die “Geht-Garnicht-Kategorie” fällt da natürlich ganz raus. Ich darf auch da noch mal meine Leserin zitieren: “So toll kann die (charakterliche) Übereinstimmung gar nicht sein, dass ich mich mit jeder optischen Katastrophe arrangiere.“ Und um – mit den Jahren – zu einer optischen Katastrophe zu werden braucht es schon Einiges. Vor allem Desinteresse an der eigenen Person.

    Wohl gemerkt: Frauen suchen nicht nach George Clooneys oder Brad Pitts. Trotzdem muss es aber auch für uns das Recht für den „Ersteindruck“ und die „Geht-gar-nicht-Grob-Selektion“ geben dürfen… und danach sind wir natürlich gerne so herrlich ganzheitlich, gerecht und sensibel, wie Sie, die Wissenschaft und die (meisten) Männer uns Frauen ja lieben…

    PS: Auf jeden Fall: Danke für das “Superweib” und die “Traumfrau”. Ich werde mir den Artikel ausdrucken und an den Spiegel heften…. als aufbauende Maßnahme, wenn ich mich mal gerade wieder nicht so super oder traumhaft finde – auch dieser Teil unseres Empfindens ist ja sehr individuell eingefärbt.

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