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Der Glaube an die Liebe

Glaube_an_die_LiebeIrgendwie klappt es bei mir nicht so sonderlich gut mit den Männern. Finde ich einen gut, findet er mich nicht gut. Findet mich einer gut, finde ich ihn nicht gut. So praktiziere ich das nun erfolgreich seit einigen Jahren. Woran genau das liegt, kann ich nicht mal sagen. Ich scheine mir entweder genau die Männer auszusuchen, die nicht in meiner Liga spielen oder die, die gerade vollkommen unentspannt sind beim Gedanken an eine feste Bindung. Und dann kommt mal einer, der Interesse an mir zeigt, und natürlich stimmt irgendwas nicht mit ihm. Also reiht sich liebestechnisch in meinem Leben irgendwie Enttäuschung an Enttäuschung. Nun glaube ich trotzdem immer noch felsenfest daran, dass es irgendwo die eine, wunderschöne Liebe für mich gibt, was bei manch einem Bewunderung hervorruft, beim anderen vollkommenes Unverständnis. Doch wer von beiden hat recht?

Mach mal Abstriche

Leuchten wir doch mal die verschiedenen Perspektiven aus. Da wären zum einen mal die Menschen, die sagen, ich hätte zu hohe Ansprüche. Natürlich sehe ich das nicht so, denn es sind ja schließlich meine Ansprüche an einen Mann, mit dem ich mein Leben teilen will. Wie könnten die zu hoch sein? Aber gut, nehmen wir meine Erwartungshaltung doch mal unter die Lupe. Mein größter Anspruch an einen Mann ist der, dass ich, wenn ich mit ihm zusammen bin das vollkommene Gefühl habe, dass alles genau so richtig ist wie es ist. Ich will mich nicht mal so sehr darauf festlegen, was es dazu braucht, denn ich denke, das kann von Mann zu Mann durchaus unterschiedlich sein. Erfahrungsgemäß mag ich an einem Mann gerne das Zusammenspiel von Humor, Durchsetzungsstärke und Offenheit. Im Voraus kann ich also schon mal keine Abstriche machen. Beziehungsweise will ich es nicht, denn einen Mann, der zum Beispiel keinen Humor hat oder nicht in der Lage ist seine Meinung zu äußern, wäre bei mir absolut fehl am Platz. Zudem würde es sich, würde eine dieser Eigenschaften gänzlich fehlen, wahrscheinlich auch nicht anfühlen wie ich es mir vorstelle. Teufelskreis? Nein, absolut nicht. Nur kann ich mir nicht vorstellen, mich selbst so weit herabzustufen, dass ich mich für einen Mann entscheide, der nicht verursacht, dass ich mich vollkommen aufgehoben fühle. Das ist ja quasi so, als würde ich entscheiden, dass ich mich zwar glücklicher fühlen könnte, mich aber bewusst dagegen entschieden habe, nur für den Fall, dass nichts besseres mehr ums Eck kommt. Auch für besagten Partner dann irgendwie ungut.

Hi, my name is Pessimismus!

Neben den Menschen, die denken, ich könnte schon einen finden, aber eben nicht so einen wie den, den ich mir wünsche, stehen die Menschen, die wissen, dass ich keinen mehr finden werde. Sie sagen ihre Sprüchlein, die vom alleine sterben und von Alters-Single-WGs handeln gerne mit viel Witz auf, allerdings glaube ich, dass viele von ihnen bereits aufgegeben haben, und genau das ihre Realität ist. Sie sehen mich an und können nicht verstehen, wie ich darauf komme, dass da draußen noch irgendwo ein Mann für mich rumläuft, nach all den misslungenen Versuchen. Im Grunde – so denke ich zumindest – haben diese Menschen schlichtweg selbst den Glauben daran verloren, dass sie noch den richtigen Partner für sich finden können. Die einen sind frustrieret und traurig, tun sich schwer mit dieser Situation umzugehen. Zugegeben, wenn ich mir vorstelle, ich würde jeden Tag ernsthaft annehmen, ich wäre für den Rest meines Lebens allein, wäre ich auch ziemlich schlecht drauf. Die anderen, meist die mental stärkeren, mausern sich zu Realisten. Pessimistisch sind sie nicht, nein, aber sie wissen eben wie der Hase läuft und teilen sich diesbezüglich auch gerne mit. „Es ist wirklich süß, dass du glaubst das wird noch was, aber glaub mir… alle Männer sind gleich, ich weiß das aus Erfahrung!“ sind Aussagen, die wir gerne von diesen Menschen hören. Auch wenn das natürlich gequirlte Kacke ist, ist es doch ein guter Weg, sich zumindest vor weiteren Verletzungen zu schützen. Nur zu Liebe gehört eben auch, verletzbar zu sein. Und wenn ich da nun in meiner Ecke hocke, auf die Welt sehe mit der schrecklichen Überzeugung, alle seien gleich, dann (und das ist keine höhere Mathematik) werde ich genau das finden. Und wenn jemand nicht sofort offensichtlich genau so ist wie alle anderen, suche ich mir eben etwas, das meine These bestätigt. Macht das Spaß?

Was bringt es, nicht an die Liebe zu glauben?

Natürlich würde ich gerne behaupten, ich sei vollkommen frei von solchen Gedanken. Und natürlich ist dem nicht so. Ja auch ich hatte schon mal eine Phase, in der ich das bemitleidenswerteste Tröpfchen Elend auf diesem Planeten war. Das hässliche Entlein, das keinen abbekommt und einsam und alleine sterben muss. Auch ich war bereits die große Realistin, die ganz genau wusste, wie die Männer ticken, und dass sie vor allem nichts Gutes im Schilde führen. Nur kam ich irgendwann nicht mehr umhin, mich zu fragen, was es mir überhaupt bringt, nicht mehr an die Liebe zu glauben. Was es mir bringt, alle Männer über einen Kamm zu scheren und sie zu verachten. Ich kam ziemlich schnell auf den Trichter, dass es mir im Grunde rein gar nichts bringt, außer, dass ich immer frustrierter werde und mich beschissen fühle. Es mag richtig sein, dass man ab und an in seinem Leben eine solche Phase braucht, in der man sich genüsslich im Selbstmitleid suhlt. Doch wie kann das zum Dauerzustand werden? Wie können wir uns freiwillig daran gewöhnen, uns blöd zu fühlen? Irgendwann, wenn wir allen Menschen um uns herum damit genug auf den Senkel gegangen sind, bekommen wir nicht mal mehr die dringend nötige Aufmerksamkeit, die uns bis dahin wenigstens einen kleinen Funken Licht ins Dunkel unserer Herzensabgründe gebracht hat. Es bringt uns nichts, nicht an die Liebe zu glauben. Vielleicht versuchen wir es ja einfach mal mit dem Gegenteil?

Trau dich, es tut nicht weh!

Wie kann es sein, dass ich immer noch an die Liebe glaube, nachdem liebestechnisch bei mir im Grunde immer alles ziemlich in die Hose geht? Ich kann euch beruhigen, ich habe noch nicht mein gesamtes Taschengeld in teure Psychologen investiert, die mir sagen, ich solle morgens vor dem Spiegel selbstbewusstseinsförderne Mantras aufsagen. Auch von sämtlichen Liebeszaubern halte ich mich gerne fern. Weiterhin an die Liebe zu glauben, war schlichtweg eine Entscheidung, die ich irgendwann getroffen habe. Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil es für mich logisch viel mehr Sinn gemacht hat durchs Leben zu gehen mit dem schönen Gedanken daran, irgendwann „die große Liebe“ zu finden und glücklich zu sein, als mit dem Gedanken daran, alleine sterben zu müssen, weil ich niemals jemanden finden werde, der mich liebt. „Ja, aber so einfach ist das nicht!“ höre ich da den ein oder anderen rufen. Ich persönlich denke es ist sogar sehr einfach. Wir entscheiden uns ja schließlich auch mit Leichtigkeit dafür, all die negativen Erfahrungen, die wir gemacht haben, zu sammeln und daran zu glauben, dass es niemals besser werden wird. Wenn wir uns also so leicht dafür entscheiden können, uns schlecht zu fühlen, sollten wir doch auch in der Lage sein, uns gut zu fühlen, oder? Ich finde, ein Versuch wäre es schon alleine deswegen wert, weil daran zu glauben einfach so viel mehr Spaß macht als es nicht zu tun.

Der spannende Nebeneffekt dessen ist, dass sich unsere Ausstrahlung ändert, je nachdem, wie wir uns fühlen. Es ist wohl keine Quantenphysik, wenn ich sage, dass eventuell die Ausstrahlung eines Menschen, der positiv ist, das Leben mag und an die Liebe glaubt ein kleines bisschen ansprechender für andere Menschen (zum Beispiel auch potentielle neue Partner) ist, als die Ausstrahlung eines Menschen, der frustriert ist und die Liebe und somit irgendwie auch sich selbst aufgegeben hat. Probiert es mal aus 🙂

xoxo_Carrie

© Shutterstock / Rock and Wasp

2 Kommentare

  • absolut großartiger Text. großartig

  • Ich würde gerne mit meiner Tochter und meinem Sohn einen Städtetrip
    machen z.B. nach Wien. Eine Stadttour und ein gutes Essen mit meinen
    Kindern wären für mich ein perfekter Sonntag!

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