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Der Reiz der geheimnisvollen Frau

Reiz geheimnissvolle FrauSpätestens seit dem Finale der vorletzten Staffel des „Bachelors“ wissen wir: Geheimnisvoll punktet. Millionen Zuschauer fieberten damals mit, für wen sich der smarte Jan wohl entscheiden würde. Die sympathische Schweizerin Mona, oder die unnahbare Alissa. Zumindest auf Twitter gab es keine Zweifel – Mona muss diejenige welche sein, für die sich Jan entscheidet. Sie passen wunderbar zusammen, Mona ist eine schöne, sympathische und bodenständige Frau, und die beiden liegen auf derselben Wellenlänge. Als Jan dann vor Mona steht, ihr sagt, wie bezaubernd sie doch sei und wie wunderschön die Zeit mit ihr war, sind sich alle sicher: Das Finale ist geritzt. Und dann? Dann erteilt er ihr eine Abfuhr, die sogar mir im Herzen wehgetan hat, und entscheidet sich für die knöchrige, schmollmündige Alissa. Stimmen, die sagen „War ja klar!“ und „Typisch Mann!“ werden laut. War das wirklich so klar?

Der Typ „Alissa“

Ich lese Internetberichte, die besagen, wir Frauen fänden Alissa nur deswegen nicht passend, weil wir eifersüchtig wären auf ihre Schönheit. Nun… so ganz stimmt das nicht. Alissa ist sicherlich eine schöne Frau, die bei jeder Gelegenheit ihren Schmollmund spitzt, mit gesenktem Blick in die Kamera sieht und dabei ihren zugegebenermaßen ansehnlichen Körper in Pose bringt. Wir finden Alissa doof, weil sie unecht ist (und freuen uns auch ein bisschen, dass sich hinter dem Schmollmund eine doch sehr deutlich hervorstehende Kauleiste verbirgt). Der Typ Alissa ist unnahbar, und das immer. Meine Güte, wie oft sie im Pool zu Jan hin, und dann wieder von ihm weg, dann wieder hin und wieder weg, und wieder hin geschwommen ist… will sie ihn nun, oder will sie ihn nicht? Wir wissen es nicht, und Jan weiß es auch nicht. Der Typ Alissa macht um alles ein Geheimnis, gibt kaum etwas von sich Preis und würde wohl niemals eine wirklich eindeutige Aussage darüber machen, ob sie einem Mann zugetan ist, oder nicht. Sie lässt ihr Gegenüber im Dunkeln tappen, dessen Begehren, endlich hinter die Fassade blicken zu dürfen, immer größer wird. Mal ist sie verführerisch, dann zeigt sie wieder die kalte Schulter, lässt den Mann ein Stück auf sie zukommen, nur um ihn dann unsanft wieder von sich zu stoßen. Man sollte meinen, dem Mann würde das nach einer gewissen Zeit gehörig auf die Nerven gehen. Im Gegenteil! Natürlich kann ich hier nicht alle Männer über einen Kamm scheren, aber viele empfinden dieses Spiel interessant, spannend, aufregend…

Der Typ „Mona“

Tausende Frauen saßen gespannt vor ihren Fernsehern und haben Mona die Daumen gedrückt. Eine zuckersüße, gutaussehende Frau mit schönem Körper, die selbstständig, auf dem Boden geblieben und einfach nur sympathisch ist. Zudem ist sie ziemlich verknallt in den lieben Jan, und macht daraus auch kein großes Geheimnis. Sie drängt es ihm nicht auf, dennoch lässt sie ihn spüren, dass sie ihn sehr mag. Warum auch nicht? Alissa-Fans bezeichnen Mona als „liebes, nettes, langweiliges Schweizer Mädel“. Lieb und nett bestimmt, aber ist Mona automatisch langweilig, nur weil sie nicht aus allem ein großes Geheimnis macht? Das Verhältnis zu Mona wäre sehr vertraut gewesen, sagt Jan, was wie ich finde ein erstrebenswerter Zustand in einer Beziehung ist. Als Jan sich dann quasi bis zwei Minuten vor seiner Entscheidung nicht so ganz sicher war, für wen er sich entscheiden solle, entschied er sich dann doch dafür, Mona aufgrund der Vertrautheit mehr als Kumpel-Typ anzusehen und in die schmollmündige Alissa verliebt zu sein. Das muss wirklich wahre Liebe sein, über die man innerhalb weniger Minuten entscheidet…

Einmal geheimnisvoll bitte

Auch wenn ich mich bis dato sehr dagegen gewehrt habe, muss ich mittlerweile dennoch zugeben, dass ein kleines bisschen geheimnisvoll bei einem Kennenlernen irgendwie sein muss, um etwas mehr Wind um die eigene Person zu machen. Gut. Doch ist Alissa nun auch ein Extrembeispiel. Ich spinne das einfach mal weiter: Jan hat sich also für die supergeheimnisvolle Alissa entschieden, weil laut eigener Aussage „Alissa eben ein großes Rätsel ist, welches zu lösen seine Leidenschaft geweckt hat“. Ich kann das ein bisschen nachvollziehen, denn da sind wir wohl alle kleine Kinder, die Geheimnisse spannend finden. Wenn uns Mutti die Geschenke uneingepackt unter den Weihnachtsbaum legt, ist die Luft schließlich auch irgendwie raus. Alissa ist also hübsch eingepackt, nur ist es leider nicht so, dass Alissa das Parfum verkörpert, das wir uns schon so lange gewünscht haben und das nun vor uns unter dem Weihnachtsbaum liegt. Alissa ist das Geschenk daneben, von dem wir uns wundern, was es wohl sein könnte, denn es stand nicht auf unserer Wunschliste und nicht einmal die Form lässt im Geringsten auf den Inhalt schließen. Nun kann es sein, dass sich hinter der Verpackung etwas unglaublich Tolles verbirgt, genauso gut kann es aber auch sein, dass wir das Geschenk öffnen und enttäuscht sind, weil wir es weder schön finden noch wirklich brauchen. So ist das eben mit dem Geheimnisvollen – ist es einmal gelüftet, gefällt einem entweder was man vorfindet, oder eben nicht. Und irgendwann muss es gelüftet werden, denn kein Mann will wohl ewig mit einer Frau leben, aus der er nicht schlau wird.

Geheimnisvoll punktet

Dass geheimnisvoll gut ankommt, habe ich erst vor Kurzem live miterlebt. Mit meiner Freundin Ela bin ich in einer Bar zum Cocktail trinken verabredet. Wenig später stoßen noch zwei Männer zu uns, von denen Ela einen kannte. Irgendwann hatte er sie mal in eben dieser Bar angesprochen und seitdem sehen sie sich flüchtig mal alle Jahre. Ela ist keine Frau wie Alissa, die künstlich ein Geheimnis aus sich macht. Trotzdem ergab es sich zur Zeit ihres ersten Treffens mit besagtem Mann, dass Ela doch ein Geheimnis um sich machte. Sie könne nicht verraten, was sie beruflich mache und müsse oft umziehen, erzählte sie ihm. In seinen Gedanken war sie alles: Drogenfahnderin, Mitarbeiterin des BND… Hinzu kommt, dass Ela sich nur mit ihrem Spitznamen vorstellte, der mit ihrem richtigen Namen so viel gemein hat wie der BND mit Elas tatsächlichem Beruf. Auch jetzt, da wir Martini trinkend auf der Leopoldstrasse sitzen, besteht das Geheimnis immer noch, spielerisch und mit Witz zwar, aber es besteht. Besagter Mann hängt ihr förmlich an den Lippen, saugt jedes ihrer Worte auf wie ein trockener Schwamm. Mich hat er auch gefragt, was ich mache, ich hab’s ihm gesagt (warum auch nicht?), und jetzt sitze ich da und sehe zu, wie besagter Mann (und der zweite auch) Ela bewundern. Geheimnisvoll punktet – ob nun tatsächlich oder eher unbedarft geheimnisvoll spielt hier wohl keine große Rolle.

Wollen wir das wirklich?

Wir haben nun also gelernt, dass die geheimnisvolle Frau punktet, weil man bei ihr scheinbar noch so wahnsinnig viel entdecken kann. Die Frau des Typs Mona wird so schnell als langweilig tituliert. Der einzige Unterschied zwischen den beiden ist allerdings nur die Verpackung. Die eine macht einen großen Wind um sich und ihre Person und liefert dem Mann, ohne dass er auch nur einen Finger krumm machen muss Spannung, Spiel und Spaß. Klingt super. Was passiert aber, wenn die Frau es irgendwann leid ist, die ganze Zeit Spielchen zu spielen und geheimnisvoll zu sein? Dann ist es wie mit dem Jungen, der zu Weihnachten ein Lego-Raumschiff bekommt. Die ersten paar Male wird es noch euphorisch zusammengebaut, doch dann irgendwann kommt Langeweile auf und landet in der Ecke. Braucht man ja eigentlich nicht wirklich, so ein Raumschiff. Hätte Mutti ihm etwas Nützliches geschenkt, wäre die Freude vielleicht zu Beginn nicht ganz so groß gewesen. Dennoch würde der Junge merken, dass dieses Geschenk ziemlich nützlich für ihn ist, und dass er es auch in vielen Jahren noch gerne verwenden wird. Hier wird also bewusst eine Frau gehen gelassen, die das Potential hat, den Mann auf Dauer glücklich zu machen, für ein Abenteuer mit dem großen Risiko, dass sich hinter der geheimnisvollen Fassade rein gar nichts Spannendes verbirgt. Wollen wir das?

Ich denke, eine kleine Prise Geheimnis darf es gerne sein, jeder eben so viel wie er es mit seiner Persönlichkeit vereinbaren kann. Mal ehrlich: Ist ja auch irgendwie lächerlich ein großes Geheimnis um eine Sache zu machen, die am Ende null spektakulär ist. Die Kunst ist es wohl, genug von seinem Ich preiszugeben, dass der Andere nicht irgendwann von der Realität vor den Kopf gestoßen wird, und dieses Ich trotzdem hin und wieder etwas zu verschleiern.

xoxo_Carrie

© Masson / Shutterstock

2 Kommentare

  • Hallo Carrie, hast du außer diesen Beiträgen hier eine Email adresse, wo ich dich um Hilfe bitten kann?

    Liebe Grüße
    Sabrina

  • […] Sache mit diesem geheimnisvoll sein hatte ich ja schon mal analysiert. Meins ist es nicht. Irgendwas muss der Mann doch von mir wissen, […]

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