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Die On-Off-Beziehung

BeziehungIn meiner Wohnung riecht es wunderbar nach Kaffee und Croissants. Noch schnell die Eier in den Topf und den frisch gepressten Orangensaft auf den Tisch. Ich liebe ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück – vor allem mit meinen Lieben. Der Prosecco ist kaltgestellt, und jede Minuten müssten Karin und Jessica eintreffen. Im Radio läuft Bruno Mars, und ich tanze singend durch meine Küche. Es klingelt, ich öffne freudestrahlend die Tür und da sind sie auch schon: Jessica, Karin,…. Und Marc. Ich gebe mir größte Mühe, den Schein zu wahren und nicht vollkommen überrascht auszusehen, grinse weiter fleißig vor mich hin und frage mich, was zum Henker dieser Typ hier will. Er hätte immerhin mal so was sagen können wie „Danke, dass ich auch hier sein kann, obwohl du mich nicht mal eingeladen hast, weil du eigentlich froh warst, mich nie wieder sehen zu müssen!“. Marc grinst stattdessen nur ziemlich doof, läuft in meine Küche und inspiziert erst mal meinen Kühlschrank. Als ich ihn gerade darauf hinweisen möchte, dass er sich bei mir gerne NICHT wie zu Hause fühlen darf, zieht Karin mich zur Seite. „Lass ihn… es läuft gerade wieder so gut in unserer Beziehung, da brauch ich jetzt keinen Stress!“. Habe verstanden. Es läuft sicherlich viel besser als beim letzten Mal – und den Malen davor.

Auf und ab

Als Karin und Marc damals ein Paar wurden, mochte ich den Typ. Er war irgendwie cool, frech und liebeswert zugleich. Hatte immer einen flotten Spruch auf den Lippen und hat Karin auf Händen getragen, wo auch immer sie hin wollte. Als ein paar Monate vergangen waren, wurden aus den coolen Sprüchen Anspielungen, bei denen der ein oder andere Anwesende peinlich berührt den Blick abwandte. Abfällige Bemerkungen über ihr Hinterteil (das sie, wohlgemerkt, vier Mal die Woche ins Fitnessstudio schleppt), ihre Kochkünste, ihre liebhaberischen Fähigkeiten, und das immer vor allen. Lange lachte Karin darüber, sogar noch zu einem Zeitpunkt, an dem ich kurz davor war, ihm für seine Bemerkungen mal ein bisschen Feuer unterm Hintern (der übrigens am liebsten faul auf der Couch sitzt) zu machen. Eines Tages dann, stand Karin mit stolz geschwellter Brust vor meiner Tür. Sie hatte Marc den Laufpass gegeben. Ob sie mal mit ihm geredet hätte, fragte ich sie, worauf sie nur antwortete, das sei verschwendete Zeit bei einem solchen Idioten. Zwei Wochen später eröffnet sie mir, dass Marc sich geändert habe, nun seien sie wieder glücklicher als je zuvor. Dann war irgendwas mit „nie räumt er seine Dreckwäsche weg“ und schon war wieder Schluss. Dann änderte er sich wieder, und die Liebe entfacht von neuem. Toller Sex, romantische Momente, alles was dazu gehört. Dann kam der Abend, an dem wir Mädels in unserer Lieblingsbar versackten, Karin kam erst spät nach Hause, er machte Schluss, weil sie nicht mal eine SMS geschickt hat. Ich zähle den Moment, in dem Marc nun in meinem Kühlschrank rumwurschtelt als das siebte Mal, dass die beiden wieder zueinander gefunden haben.

Das Phänomen On-Off-Beziehung

Diese Paare, bei denen du nie wirklich weißt, ob sie nun im Moment zusammen oder getrennt sind, kennt wohl jeder von uns. Vielleicht ist der ein oder andere auch schon selbst durch eine solche Beziehung gegangen. Das Prinzip ist meist ähnlich: Liebe, Leidenschaft, Schmetterlinge, Alltag, irgendein Problem, Trennung, Funkstille, Annäherung, Liebe, Leidenschaft, Schmetterlinge, Alltag, schon wieder dieses Problem, Trennung. Dieser Zyklus kann beliebig oft wiederholt werden. Es ist ein ganz bestimmtes Gefühl, dass wir in Bezug auf diese Person haben, dass unser rationales Denken aushebelt und schlichtweg überspielt. Dieses Gefühl kann ein sehr starkes Verliebtheitsgefühl sein, Leidenschaft, ein Gefühl der Abhängigkeit, oder sogar Angst zum Beispiel vor dem Alleinsein. So sind Menschen, die in On-Off-Beziehungen leben, meistens immer nur ziemlich kurz glücklich, bis dann wieder die Phase des Problems, der Trennung und der Verarbeitung der Trennung eingeläutet wird. Aufgrund des meistens sehr intensiven Gefühls jedoch, dass der eine dem anderen Partner entgegen bringt, werden alle Vorsätze schnell wieder über Bord geworfen, wenn wieder hoffnungsvoll auf die dieses Mal eventuell funktionierende Beziehung geworfen werden darf. So kann es passieren, dass sich Menschen teilweise jahrelang in dieser Spirale von Glück und Kummer auf und ab bewegen. Währenddessen verlieren sie meist einen dicken Batzen Selbstwertgefühl, blockieren sich selbst und lassen viele Chancen darauf, glücklich zu sein, an sich vorbei ziehen.

Was ist der Ausweg?

In derartigen On-Off-Beziehungen beobachte ich oft Folgendes: Ein Streitthema kommt auf, das paar ist unterschiedlicher Meinung. Es wird diskutiert, gebrüllt und sich getrennt. „Ich hab Schluss gemacht!“ – so habe ich es auch von Katja schon gehört. Als ich sie frage warum, sagt sie nur „… weil der mich einfach aufregt!“. Einen genaueren Grund gibt es für diese Trennung nicht. Somit ist ja quasi auch alles wieder gut, wenn Marc verspricht, sie in Zukunft nicht mehr aufzuregen. Aber war das der tatsächliche Grund der Trennung? Meistens eben nicht. Im Grunde steckt dahinter immer ein Thema wie zum Beispiel ein Mangel an Respekt, zu wenig Zuneigung oder Aufmerksamkeit. Und diese Themen sind durch ein bloßes „ich reg dich nicht mehr auf“ eben nicht gelöst. Ihr ahnt, auf was ich hinaus will: Reden ist Platin, Schweigen ist doof! Würden wir endlich mal anfangen, mehr mit unserem Partner zu sprechen, wäre wohl vieles einfacher. Karin ärgert sich also, dass Marc seinen Kram überall rumliegen lässt. Räumt sie es dann weg, ist das für ihn selbstverständlich. Vordergründig geht es um den Akt an sich, gleichzeitig steckt dahinter ein großes Bedürfnis nach Wertschätzung, die Marc ihr nicht entgegenbringt. Würde sie also eben das endlich mal ansprechen, statt stundenlang hin und her zu diskutieren, dass sie nicht seine Putzfrau sei, könnte sie an seiner Reaktion zum Beispiel erkennen, ob Marc prinzipiell verstehen kann, um was es ihr geht. Mal angenommen, Marc sagt so was wie „Wat? Wertschätzung? Du darfst meine Freundin sein, das ist ja wohl Wertschätzung genug!“ wüsste Karin ziemlich sicher, dass sie von diesem Mann wohl nie das Maß an Wertschätzung bekommen wird, das sie sich wünscht. Wohlwissend, dass die meisten Menschen ihre Grundeinstellungen nur äußerst selten umkrempeln, würde sie nach einer Trennung einen zweiten Versuch wahrscheinlich nicht mehr in Erwägung ziehen. Bleibt sie jedoch immer nur auf der Oberfläche, und streitet sich über herumliegende Socken, ist die Hürde zurückzukehren viel niedriger. Wenn es doch schließlich nur an den Socken lag… Was sie eigentlich braucht, nämlich Wertschätzung, bekommt sie deswegen noch lange nicht.

Wir sind nun nicht mehr 15, und schon seit einer Weile aus dem Alter raus, in dem wir mit Partnern Schluss gemacht haben, weil sie einmal nach Knoblauch gerochen haben beim Knutschen oder in Mathe eine bessere Note geschrieben haben. Wir sind erwachsen, und dürfen uns auch ab und an so verhalten. Miteinander zu reden ist wohl das Wichtigste in einer Beziehung, offen und ehrlich zu sein und Wünsche miteinander zu teilen. Vielleicht verhält sich mein Partner mir gegenüber auf eine bestimmte Art und Weise und realisiert nicht, dass ich damit nicht einverstanden bin. Wenn wir uns trauen, von unserer „das – muss – der – schon – selber – merken – Perspektive“ abzuweichen, können wir unserem Partner die Chance geben, sich zu ändern, wenn er das will. Will er es nicht, dürfen wir uns wieder daran erinnern, dass wir nur das Beste verdient haben in unserem Leben und uns nicht mit Situationen zufrieden geben müssen, die uns auf Dauer schaden. Schon unsere Muttis haben gesagt: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende – und sie hatten recht. Nun ist es an uns zu erkennen, wann der Schrecken beginnt.

Für das Phänomen der On-Off-Beziehungen gibt es ganze eine Reihe Beweggründe. Einige davon hat LoveScout24 für sie zusammengefasst. Eines hat sich jedoch bei allen Arten von On-Off-Beziehungen herausgestellt: Ein langfristiges Happy-End ist von ihnen nicht zu erwarten. Wie ihr diesen Kreislauf durchbrechen könnt? Wie in jeder guten Beziehung ist hier ganz wichtig: reden, reden, reden. So klärt ihr die Bedürfnisse und Ansprüche an die Beziehung und könnt so vielleicht doch noch gemeinsam glücklich werden.

xoxo_Carrie

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