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Gib mir Kosenamen, Baby!

KosenamenIch sitze am Flughafen und schlürfe gierig meinen Cappuccino mit zwei extra Espresso Shots. Es ist 6:28 Uhr, und ich warte auf meinen Flug nach Berlin. Noch ziemlich schlaftrunken blättere ich durch meine Gala, als mich plötzlich eine grelle Frauenstimme aus meinem Halbschlaf holt: „Haaaaaaaaaaaaaaaasenpuuuuuuuuuuups!!! Für mich bitte mit Süßstoff!“ kreischt sie in Richtung Kaffeetheke. Mir steht vor lauter Fassungslosigkeit der Mund offen und ich hoffe inständig, dass Hasenpups ihre Tochter ist. Ein vorsichtiger Blick zur Kaffeetheke verrät mir: Es ist nicht ihre Tochter. Denn dort an der Kaffeetheke steht ein mit einem deutlich erröteten Gesicht versehener Mann, der gequält versucht, seine breitschultrigen 1,90m so hinzudrehen, dass es aussieht, als gehöre er nicht zu der krächzenden Frau. Um ihm diesen Versuch zu erschweren, stapft die krächzende Frau nun schnurstracks auf ihn zu und rügt ihn: „Ach Puschelchen, du weißt doch, dass ich immer zwei Süßstoff nehme, Dummerchen!“. Mit immer noch offenem Mund starre ich das Szenario an. Was wird passieren? Wird sie ihm liebevoll in die Backe kneifen? Ein Klapps auf den Po? Oder lässt er wortlos beide Kaffeebecher fallen und rennt schreiend davon? Verstehen könnte ich es.

We love Kosenamen

Ich hatte noch nicht so viele Partner, zu denen die Beziehung ernsthaft genug gewesen wäre, dass ich ihnen erlaubt hätte, mich mit Kosenamen anzusprechen. Einer meiner ersten Freunde war halb Amerikaner und nannte mich immer „Babyboo“ – damals war ich jung und vollkommen hingerissen. Wenn ich heute so beobachte, welche Kosenamen die Menschen sich geben, kann ich teilweise nur mit dem Kopf schütteln. Wir lieben Kosenamen, weil wir dadurch aus unserem Partner etwas noch besonderes machen, als er sowieso schon ist. Manchmal möchten wir vielleicht auch eine nicht ganz so offensichtliche Eigenschaft an unserem Partner hervorheben. So nennt die Freundin des muskelbepackten Testosteron-Hengstes ihn vielleicht manchmal Schnuffi oder Hasi, um seine weiche Seite anzusprechen. In der Auswahl der Kosenamen für unsere Partner sind wir kreativ. Wenn das übliche „Schatz“ zu langweilig wird, weicht man gerne auf verniedlichte Tiere aus, und wer dann noch eine besonders kreative Ader hat, erschafft einen Neologismus. So sitzen in unseren Reihen lauter Hasen, Bären, Mäuse, Schnecken (alles gerne mit Verniedlichung und leichten Abwandlungen wie z.B. „Mäusezahn“ oder „Kuschelbär“), aber auch Schuffelchen, Schnuppis, Perlen, Babes, Honeys und Püpschen. Eine wahre Freude!

Drin vs. draußen

Wir verwenden Kosenamen, um die innige Verbundenheit zu unserem Partner zu unterstreichen. Hinter so mach einem Kosenamen steckt sogar eine lustige Geschichte, was die Bedeutung des Namens quasi ins Unermessliche steigert. Der Kosename macht den Menschen noch besonderer als er schon ist, und so bekommt jede neue Freundin einen neuen Kosenamen. Alle immer nur Schatz zu nennen wäre doch irgendwie ein bisschen langweilig. Wenn einer also schon viele Freundinnen hatte, muss er ganz schön kreativ werden mit der Zeit. Ich persönlich finde ja, dass Kosenamen (zumindest die, die sehr persönlich sind) Paarsache bleiben sollten. Ja, zugegeben, das allgemeinbeliebte „Schatz“ ist auch aus der Öffentlichkeit nicht mehr wegzudenken, jedoch sollten Paare abwägen, welche Kosenamen sie für ihre Partner in der Öffentlichkeit verwenden. Will der Mann wirklich, dass sein holdes Weib ihn in netter Runde im Restaurant mit seinen Freunden zuckersüß entmannt, indem sie ihn Kuschelbär oder Mäusezahn nennt? Vielleicht mag er das auf der heimischen Couch, aber das müssen ja nicht gleich alle wissen. Viele fühlen sich unwohl damit, wenn intime Kosenamen in der Öffentlichkeit preisgegeben werden. Ist ja auch klar – wenn mein Mann mich im Bett immer „Heißes Höschen“ nennt, um mich auf Touren zu bringen, müssen das meine Freundinnen nicht unbedingt wissen. Dann gibt es jedoch noch die Paare, die machen eben genau das mit Absicht – fremdschämen hoch zehn. Wenn ein Außenstehender nur durch das Hören der jeweiligen Kosenamen genau weiß, welche sexuellen Vorlieben das Paar hat, finde ich für meinen Teil wurde etwas zu viel verraten. Wenn es dem Paar nun doch allzu schwer fällt, den anderen beim Namen zu nennen (manchmal habe ich das Gefühl, dass Paare den Namen des anderen vergessen), ist vielleicht ein eher neutrales „Schatz“ oder „Liebling“ angebrachter. Ansichtssache.

Sex und Kosenamen

Sex kann so vieles sein. Heiß und erotisch, verspielt, sexy, verrucht, leidenschaftlich oder atemberaubend. Dieser Fakt, und die Tatsache, dass die so gerne verwendete Verniedlichung bei Kosenamen gut dosiert sein will, sollten wir mal durchleuchten. Da ist also dieses Paar. Er heißt Puschel, sie heißt Mopsi. Eigentlich heißen sie Roland und Emilia und haben beide weder was von einem Puschel, noch von einem Mops. Trotzdem heißen sie so. Puschel und Mopsi nennen sich nie bei ihrem richtigen Namen. Die Gefahr, die dieses Verniedlichungsthema birgt ist die, dass viele Paare oft nicht merken, wann genug mit niedlich ist. Ein ähnliches Phänomen können wir bei frischgebackenen Eltern beobachten. Nun will Mopsi also mit Puschel in die Kiste. Es soll nicht so 0815 werden wie sonst immer, sondern schon heiß und leidenschaftlich. Lasziv räkelt sie sich in ihrer rosa Hello-Kitty-Jogginghose im Türrahmen des Schlafzimmers, und haucht Puschel ein sinnliches „Puuuuuuuuschelchen… Mama mag Bubu machen mit dir“ entgehen, kichert, und verschwindet im Schlafzimmer. Ich bin kein Mann, dazu fehlen mit Körperteile, jedoch meine ich behaupten zu können, dass sich WENN ich dieses Körperteil hätte, daran nach einem solchen Satz nicht sonderlich viel regen würde. Gesteigert werden kann dies nur noch durch Babysprache. Ich wage zu bezweifeln, dass es hier noch viel knistert…

Kosenamen gehören zu Paaren wie Nutella aufs Crêpe. Sie sind schön, niedlich und vor allem liebevoll. Hinter vielen Namen steckt eine lustige Anekdote, die das paar verbindet und irgendwie auch ihren Zusammenhalt symbolisiert. Es gibt dutzende psychologische Auswertungen, über die Bedeutung solcher Namen. Wollen die Menschen damit Macht ausdrücken oder Unterwürfigkeit, jemanden auf einen Podest heben oder ähnliches. So schön diese Namen auch sind… Leute… reißt euch ein bisschen zusammen. Ihr Frauen: Ist es denn so schwer, euren Herzbuben vor Anderen einfach Schatz oder sogar bei seinem eigenen Namen zu nennen? Müsst ihr denn wirklich jedem auf der Welt zeigen, dass ihr heimlich seiner Eier in eurer Handtasche mit euch herumtragt? Wenn ihr schon die Hosen anhabt, lasst ihm doch diesen kleinen Schein von Männlichkeit. Ihr Männer: Kosenamen wie Mopsi mögt ihr wahnsinnig lustig finden, vor anderen Menschen allerdings ist es eher unangenehm. Ihr liebt jedes Gramm an uns? Darüber freuen wir uns sehr, doch müssen das nicht alle wissen. Kosenamen, sind, wenn sie bedacht gewählt und dosiert eingesetzt werden, ein wunderschönes Beziehungsaccessoire, über das wir uns alle manchmal ein bisschen mehr Gedanken machen könnten.

xoxo_Carrie

 

 

 

 

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