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Ich liebe dich – merkst du das nicht?

Ich liebe dich„Weißt du…“ sagt Marlene und rührt nachdenklich in ihrem Cappuccino „ich hab ihn wirklich gern, aber er sagt mir einfach nicht, dass er mich liebt… Wahrscheinlich liebt er mich gar nicht.“ Vor gut sechs Monaten hat Marlene ihren Matthes kennengelernt, den ich ihr von Herzen gönne, denn so glücklich wie im Moment habe ich sie noch nie erlebt. Vor ein paar Tagen, als Marlene eng an ihn gekuschelt im Bett lag, platze es einfach aus ihr heraus. Ich liebe dich! Erleichtert, endlich gesagt zu haben, was sie gefühlt schon so lange loswerden wollte, sah sie erwartungsvoll zu ihm auf. Sie sah das Lächeln, das sich auf seinem Gesicht breit machte und war voller freudiger Erwartung der drei Worte, die er gleich sagen würde. Ich dich auch! Doch Matthes sagt nichts. Er nimmt ihren Kopf in beide Hände, küsst sie zärtlich auf die Stirn und schließt sie fester in seine Arme. Und schon beginnt Marlenes Hirn einen Gedanken zu manifestieren: ALARM!

Erwartungen

Ein großer schwerer Bollen, der uns so oft im Leben im Weg liegt sind unsere Erwartungen an andere. Der Haken daran ist, dass wir, wenn wir mal ehrlich sind, meistens enttäuscht werden, weil die anderen unseren Erwartungen einfach nicht entsprechen wollen. Und warum? Weil wir sie so selten kommunizieren. So oft verschleiern wir die Tatsachen, geben unserem Gegenüber nicht die Info, die er bräuchte um so zu agieren, wie wir es gerne hätten. „Das ist ja wohl selbstverständlich“ denken wir, und „das müsste ihm/ihr doch klar sein, dass ich was ganz anderes meine…“. Ein simples Beispiel: Es geht mir nicht gut. Dies lasse ich vorsichtig bei einer Freundin anklingen. Sie fragt mich was los sei und ob ich reden wollen würde. Ich sage „nee nee, passt schon…“, meine aber „komm schon, frag mich nochmal, zeig mal richtiges Interesse an meinen Problemen, dann erzähl ich es dir auch“. Sie fragt nicht nochmal, ich bin sauer. Wenn wir also „ich liebe dich“ zu unserem Partner sagen, erwarten wir meistens, dass er genau das erwidert. Das macht man schließlich so. Es gilt nur, wenn beide es sagen.

Du darfst reden

Vor allem in Situationen der Unsicherheit, vermeiden wir es gerne, dem was da gerade in uns vorgeht Ausdruck zu verleihen. Lieber behalten wir es für uns, fühlen uns schlecht und machen uns Gedanken, anstatt einfach auszusprechen, was uns bewegt. Da wir uns mühsam angewöhnt haben, grundsätzlich eher vom Schlechten auszugehen, ist unser Schweigen von Angst bestimmt. Er hat nicht ich liebe dich zurück gesagt, wenn ich ihn jetzt frage warum, könnte es eine klitzekleine Chance geben, dass dahinter keine böse Absicht steckt, ABER viel wahrscheinlicher ist doch, dass er sich dann endlich traut mir zu sagen, dass er mich eigentlich wirklich gar nicht liebt. Ihn dabei auch noch unterstützen? Auf gar keinen Fall. Lieber die Klappe halten, ein bisschen schlecht fühlen und warten bis es verdrängt ist. Was, wenn du einfach mal deinen Gedanken Ausdruck verleihen würdest? Ganz ehrlich, wenn er dich tatsächlich nicht liebt, kommt es sowieso irgendwann raus. Ich denke an Marlenes Situation. Für mich hat er ihr mit seiner Geste gesagt „…und ich liebe dich noch viel mehr“. Ob sie ihn gefragt hätte, frage ich Marlene. „Quatsch“ entgegnet sie stur „das ist ja peinlich!“. Und eben genau das ist es nicht. Es ist nicht peinlich. Es ist dumm.

„Ich liebe dich“

Frauen und Männer sind ziemlich verschieden, und dass einige von ihnen in beziehungsähnlichen Paarungen zusammenfinden ist fast schon ein kleines Wunder. Umso trauriger ist es doch, dass die Liebe zwischen zwei Menschen so oft zum Streitthema wird. Wie viele von euch haben sich jemals mit ihrem Partner zusammengesetzt und ihn oder sie gefragt: Wie zeigst du mir, dass du mich liebst? So oft versteifen wir uns auf ein „Ich liebe dich“, einen Blumenstrauß, oder irgendeine andere möglichst höchstromantische Aktivität. Wenn wir das Gefühl haben, unser Partner zeigt uns nicht oft genug, wie sehr er uns liebt, dürfen wir ihn einfach mal fragen, wie er es macht. Und plötzlich merken wir, dass unser Partner uns den ganzen Tag über zeigt, wie sehr er uns liebt, und wir es einfach übersehen haben. Ich fahre dein Auto einmal die Woche zum Waschen, weil ich weiß, dass du es ungern machst. Ich schneide morgens die Brötchen im Brotkorb schon auf, weil ich weiß, dass du sie immer schief schneidest und dich dann ärgerst. Ich sorge dafür, dass immer ein volles Glas Nutella im Schrank steht, weil ein Morgen ohne Nutella für dich schrecklich ist. Ich mache abends ein paar Überstunden, dass wir uns häufiger ein langes Wochenende leisten können. Ich verzichte auf das Wochenende mit meinen Jungs, weil ich weiß, dass es dir viel bedeutet, dass ich mit zum 70er deines Vaters komme. So viele Kleinigkeiten, die für die eine Person „ich liebe dich“ schreien, und doch von der anderen oft gar nicht wahrgenommen werden.

Reden ist Gold

Auch wir machen all diese vielen kleinen Gesten für unseren Partner, die „ich liebe dich“ sagen auch ohne dass ein Wort gesprochen wurde. Von ihm erwarten wir, dass er es merkt, dass wir nicht jeden Tag seine dreckigen Socken aufräumen, weil wir so gerne Socken aufräumen, sondern weil wir den sockenliegenlassenden Hornochsen verdammt lieb haben. Wir gehen davon aus, dass das für (in diesem Fall) den Mann ja wohl selbstverständlich sein müsste; ist es aber nicht. Der Mann an sich ist pragmatisch veranlagt und tendiert in den seltensten Fällen dazu, sich zu viele Gedanken zu machen. Räumt das Weibchen die Socken auf, wird sie das sicher gerne machen. Logisch. Wie schön wäre es dann für beide, wenn sie all die kleinen Gesten des Anderen, durch die er seine Liebe zeigt, kennen würden und wertschätzen könnten. Das ein oder andere Paar versteht sich blind und ist bereits gewillt, vom Standardweg des „Ich liebe dich“ Sagens, der Blumensträuße und Dinner bei Kerzenschein abzuweichen, und auch andere Formen der Wertschätzung zu erkennen. Wer allerdings in ständiger Unsicherheit über die Liebe seines Partners lebt, könnte sich am mündlichen Austausch versuchen. Einfach mal offen und ehrlich sein, sagen was einen bewegt, und warum.

Marlene hat gefragt. „Schatz… als ich zu dir gesagt habe, dass ich dich liebe, hast du nichts geantwortet. Ich bin es gewohnt, diese Worte zu hören, als Bestätigung, dass es wahr ist. Jetzt bin ich verunsichert. Woran merke ich, dass du mich auch liebst?“. Ein Lächeln macht sich auf seinem Gesicht breit, er nimmt ihren Kopf in beide Hände und küsst sie zärtlich auf die Stirn. Als er sie fest in die Arme schließt sagt er: „Wenn ich Worte dafür hätte wie sehr ich dich liebe, würde ich sie mit dir teilen.“. Und dann macht sich auch auf Marlenes Gesicht ein Lächeln breit…

xoxo_Carrie

 

© PHOTOCREO Michal Bednarek /Shutterstock

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