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Literatur vs. Realität – Finde ich so den Mann fürs Leben?

Mann_fures_LebenRein aus Recherchezwecken kaufte ich mir vor einiger Zeit das von einer amerikanischen Schriftstellerin geschriebene Buch „Die Kunst, den Mann fürs Leben zu finden“. Schließlich ist es für mich als Kolumnistin wichtig, mich in allen Bereichen der Partnersuche entsprechend weiterzubilden. Papperlapapp. Natürlich wollte ich mal schauen, ob ich mir den ein oder anderen Trick abschauen kann. An einem verregneten Sonntagabend kuschle ich mich mit einem Glas Wein auf mein Sofa, und schlage den Schmöker auf. Vielleicht würde ich ja bereits wenige Stunden später das Wissen innehalten, wie ich mir am besten einen der begehrten Junggesellen angele…

Entstehung des Buches

Alles begann damals, ca. 1917, als eine Mutter ihre geheimen „Regeln“ an ihre Tochter weitergab. Eine genaue Anleitung, die (wenn man sich an die Regeln hält) verspricht, dass die Frau den Mann fürs Leben finden wird. Klingt im Grunde ziemlich erstrebenswert und einfach. Besagte Regeln wurden nun fast ein Jahrhundert lang in der Familie von Frau zu Frau weitergetragen, bis eines Tages auch die Autorin des Buches durch ein Leck im System die Regeln zugeflüstert bekam. Und so wurden die Regeln weitergeflüstert und verbreiteten sich (natürlich hinter vorgehaltener Hand) wie ein Fegefeuer. Den Frauen, die diese Regeln empfingen, ging es im Grunde allen ähnlich: Sie waren beruflich unabhängig und stolz darauf, gleichzeitig kamen sie abends jedoch auch in eine leere Wohnung und wünschten sich insgeheim einen Ehemann an ihrer Seite. Damals schien sich beides auszuschließen und so begannen die Frauen sich zu fragen, ob sie nicht vielleicht beides haben könnten. Die Regeln, die zwar altmodisch und unerbittlich wirkten, schienen trotz dessen zu funktionieren und so bildete sich bald eine Untergrundbewegung. Hier dürft ihr, wie ich auch in dem Moment, in dem ich das schreibe, schmunzeln und euch Frauen in Trenchcoats vorstellen, die durch Abwasserkanäle huschen uns sich heimlich Männertipps zuflüstern. Nun gut. Auf jeden Fall haben viele Frauen dann quasi auf der ganzen Welt diese Regeln befolgt und geheiratet und nur die, die die Regeln nicht richtig befolgt haben, hatten eben Pech. Und da das in den meisten Fällen so super geklappt hat mit den Regeln, hat eine der Damen ein Buch daraus gemacht, dass noch mehr Frauen endlich in den glücklichen Stand der Ehe eintreten können.

Wozu sind „Die Regeln“ gut?

Ich lese das Kapitel und es dämmert mir jetzt bereits, dass ich die 8,99€ stattdessen auch in zwei neue Labellostifte hätte investieren können, was mich gefühlt bei der Männersuche weiter gebracht hätte. Egal, ich will schließlich nicht voreingenommen sein. Die Regeln, so besagt es das Buch, sind dafür gemacht (Zitat) „Ihren Traummann verrückt nach ihnen zu machen, indem Sie für Ihn unerreichbar sind.“ (Zitat Ende). Ich weiß, ich weiß, das alte Jäger-und-Beute-Spiel, über das ich mich schon so oft ausgelassen habe. Gefühlt gibt es hier zwei Fraktionen: Die einen sagen „spiel das Spiel“ und die anderen finden spielen doof. Ich finde spielen doof. Trotzdem spricht die Autorin davon, dass wenn das Spiel richtig gespielt wird, der Mann quasi gar nicht anders kann, als für immer und ewig an unserer Seite zu kleben. Er wird so viel Zeit darin investiert haben, uns zu kriegen (weil wir ja schließlich unerreichbar sind), dass er uns dann, wenn er uns endlich hat wie das Kostbarste auf der Welt behandeln wird. Somit ist auch keine Angst mehr nötig, betrogen, vernachlässigt oder verlassen zu werden, denn die Einhaltung der Regeln legt quasi einen Liebesfluch auf ihn. Die Regeln sollen uns Frauen somit dabei helfen, nicht aus Versehen den natürlichen Jagdtrieb und Ehrgeiz des Mannes zu zerstören, was sein Interesse schmälert. Wenn wir uns also so verhalten, als hätten wir kein Interesse an ihm, wird sein Interesse ins Unermessliche steigen.

Die Regeln unter der Lupe

Erste Regel: Sprechen Sie einen Mann nie zuerst an, und starren Sie ihn nicht an.

Den ersten Punkt könnte ich mit Leichtigkeit einhalten, um ehrlich zu sein, mache ich das mein Leben lang schon so. Den Erfolg kennt ihr. Für zweiteres könnte ich schon nicht mehr garantieren. Wenn er lecker ist?

Zweite Regel: Nehmen Sie nach Mittwoch nie eine Einladung für Samstag an. So wirken Sie beschäftigt.

Ja, das ist wirklich ziemlich klasse, beschäftigt zu wirken. Da zeigst du dem Mann gleich, dass er sich glücklich schätzen kann, Zeit mit dir zu verbringen. Die Kehrseite dieser künstlichen „Busyness“ ist nur leider, dass du null spontan bist und am Samstagabend allein daheim sitzt. Wahrscheinlich.

Dritte Regel: Beenden Sie alle Telefongespräche nach zehn Minuten, rufen Sie einen Mann nie an, und – jetzt kommt’s – rufen Sie nicht zurück.

Da bin ich nun also mit diesem super Kerl an der Strippe und wir unterhalten uns toll, und mitten in seiner Erzählung von seiner Kindheit sage ich dann: „Du, sorry, echt spannend aber ich muss mal auflegen. Wäsche aufhängen und so…“. Ich merke jetzt schon, wie das sein Verlangen nach mir ins unermessliche steigern wird…

Vierte Regel: Beenden Sie alle Verabredungen, und beenden Sie sie spätestens nach drei Stunden. «Ich habe noch was vor. Ich muss noch weiter. Morgen muss ich früh raus. Adieu.» und den Mann zahlen lassen.

Gar kein Thema, wenn der Mann ein langweiliger Idiot ist, und ich mich schon quälen muss um eine Stunde mit ihm auszuhalten. Aber wir reden hier ja von Traummännern, oder? Und überhaupt, wer sagt denn heute noch Adieu? Da müsste man ja fast kleine bestickte Handschuhe dazu tragen…

Fünfte Regel: Reden Sie nicht zu viel. Hören Sie ihm zu. Und geben Sie nur wenig von sich preis. So erfahren Sie mehr über ihn und bleiben geheimnisvoll.

Die Sache mit diesem geheimnisvoll sein hatte ich ja schon mal analysiert. Meins ist es nicht. Irgendwas muss der Mann doch von mir wissen, um sich Hals über Kopf in mich zu verlieben, oder? Ein Mann verliebt sich doch nicht in ein Schattenwesen, oder?

Sechste Regel: Kein Sex beim ersten Date.

Unterschreibe ich.

Auf diese ersten Regeln folgen noch 28 weitere, die besagen, was man alles nicht tun soll.

Macht das Sinn?

Ich gebe zu, dass auch wenn ich persönlich dazu nicht so ganz fähig bin, dieses Jäger-und-Beute-Spiel ziemlich sicher funktioniert um einen Mann anzuziehen. Die Frage ist nur: Will ich das? Ich habe viele Berichte von Frauen gelesen, die die Regeln ausprobiert haben. Alle berichteten, dass es, bis auf ein paar kleine Startschwierigkeiten, super funktionieren würde. Gleichzeitig berichten auch alle, dass Liebe dabei irgendwie nie eine große Rolle spielte. Alle hatten sie nun also diesen „willenlosen“ armen Mann an sich kleben, der sie ganz anders kennenlernte als sie wirklich waren. „Ich mag es, dass du so ruhig bist und gut zuhören kannst!“ sagte einer, dabei war die Frau überhaupt nicht ruhig sondern hielt sich nur sehr angestrengt zurück. In unserem Leben werden uns von so vielen Menschen Glaubenssätze auferlegt. Das macht man nicht. Man ruft den Mann nicht an. Man schreibt nicht als Erste. Aber wer sagt, dass diese immer eine Berechtigung haben? Ich denke, es macht durchaus Sinn, bei der Partnersuche ein bisschen Wind um sich selbst zu machen, jedoch dürfen wir wohl immer wieder überprüfen, ob das, was wir da machen, überhaupt noch uns als Person widerspiegelt.

Ich habe das Buch nun also gelesen, selbst einiges ausprobiert und gemerkt: Das bin nicht ich. Um all diese Regeln zu befolgen, muss ich mich zu sehr verbiegen, und so finde ich ganz sicher nicht den Mann fürs Leben. Durch das Lesen all der Erfahrungsberichte jedoch ist mir bewusst geworden, dass ein bisschen mehr Wind um meine Person mir vielleicht auch nicht schaden könnte 🙂

xoxo_Carrie

photo credit: WinterStephan via photopin cc

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