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Mach mir Komplimente, Baby!

Komplimente_machen„Hey du!“, raunt es mich vom Barhocker neben mir an, „Bisch du von Eltern, die wo Diebe sind?“. Ich starre den jungen Mann mit sorgfältig zurückgelegten Haaren fassungslos und mit offenem Mund an. Ich weiß, was jetzt kommt, aber fassen kann ich es trotzdem nicht. Auf meine Verneinung folgt das Ende des ohnehin ziemlich schlechten Anmachspruchs: „Weil die ham die Sterne von dem Himmel geklaut und in deine Augen getan!“. Aha, wusste ich gar nicht, muss nachher gleich mal Mutti anrufen und fragen, was der Mist soll. Macht man doch nicht so was… Ich lächle den Mann freundlich an und teile ihm mit, dass ich kein Interesse hätte, woraufhin er irgendwas mit „Man kann den Weibern nicht mal ein Kompliment machen“ faselt und abzieht. Ein Kompliment? Das soll ein Kompliment gewesen sein? Geht das nicht irgendwie anders?

Komplimente – wie geht’n das?

Per Definition ist ein Kompliment eine „lobende, schmeichelhafte Äußerung, die jemand an eine Person richtet, um ihr etwas Angenehmes zu sagen, ihr zu gefallen“. So weit so gut, das macht sogar die Aussage des halbstarken Barnachbarn zu einem kleinen Kompliment – mal angenommen, er hätte mir tatsächlich sagen wollen, ich hätte schöne Augen (was ich bezweifle, denn er hat dabei nicht in meine Augen geschaut). Im Idealfall also magst du einen Menschen, und um zu verursachen, dass dieser Mensch sich gut fühlt, sagst du ihm, was du besonders an ihm magst. Soweit die Theorie. Nun ist es ja so, dass viele Menschen (geschlechtsneutral), die Kunst des „Komplimentemachens“ nicht einwandfrei beherrschen. Die einen trauen sich nicht, die anderen trauen sich, machen Komplimente aber nur weil sie denken, es müsste sein, was dann in den meisten Fällen ordentlich in die Hose geht. Wenn du einem Menschen ein Kompliment machst, sollte das im Idealfall einfach so aus dir heraussprudeln (bitte jugendfrei). Es kommt so ein Gefühl in dir auf, dass du das, was du da gerade denkst unbedingt mitteilen musst, und dann sagst du es einfach. Das wäre dann ein authentisches Kompliment. Wenn du erst eine halbe Ewigkeit darüber nachdenken musst, welches Kompliment du deinem Gegenüber machen könntest – lass es lieber, das geht schief. Komplimente machen ist kein Muss, zumindest nicht in jeder Situation. Ein schönes Kompliment zum perfekten Zeitpunkt ist so viel mehr wert als viele nichtssagende Nettigkeiten.

Reibungspunkte

Wie wir bereits wissen, ist die Kommunikation zwischen Männern und Frauen ab und an etwas… sagen wir herausfordernd. Wir sprechen verschiedene Sprachen, auch wenn wir dieselben Wörter benutzen und lassen Pragmatiker gegen Interpretationskünstlerinnen kämpfen. Beim Verteilen von Komplimenten kommt es nämlich auch immer auf die Einstellung des Empfängers und seine Bereitschaft, Komplimente zu empfangen an. So kann es passieren, dass ein nett gemeintes Kompliment, entweder gänzlich überhört oder vollkommen falsch interpretiert wird. Vielleicht ist der Empfänger für die Nachricht des Kompliments auch vollkommen unempfänglich, ist dadurch vielleicht sogar noch versichert oder peinlich berührt. So können Komplimente auch dazu führen, dass die allseits bekannte Szene, in der er auf dem Bett sitzt und noch verzweifelt versucht, ihr ein „Aber Schatz… das war doch als Kompliment gemeint…“ hinterherzurufen, während sie wutentbrannt aus dem Zimmer rennt und die Tür zuknallt. Oder aber er läuft, in großer Runde mit all seinen Freunden rot an und zischt seinem Herzensweib ein „Schatz! Doch nicht vor den Jungs!“ entgegen. Was ist es an Männern und Frauen, das solche Reaktionen hervorruft?

Frauen und Komplimente

Die Frau ist ein wunderbares und doch zumal sehr mysteriöses Geschöpf. In unseren Träumen sind wir von Menschen umgeben, die hellseherische Fähigkeiten haben und zu jeder Zeit all unsere Gedanken und Bedürfnisse kennen, um dann ihr Handeln dementsprechend anzupassen. Die Frau im Allgemeinen ist überaus empfänglich für Komplimente und Schmeicheleien, wenn, aber auch nur wenn, sie auf Feingefühl basieren. Ein Beispiel: Sie steht vor dem Spiegel und versucht verzweifelt, sich in ihre viel zu enge Hose (dank Völlerei über Weihnachten) zu pressen, stöhnt, japst nach Luft und jammert sie wäre fett geworden. Er sieht sich das Szenario an und denkt sich nur, dass die Hose für seinen Geschmack noch etwas enger sitzen könnte, um den Po besser zu betonen und sagt: „Die Hose sitzt schön knackig!“. Das ist dann der Moment, in dem das mit dem Türknallen passiert. Welches Kompliment er ihr in diesem Moment anstelle dessen hätte machen können? Gar keins. Die einzige Lösung wäre wohl gewesen, heimlich, still und leise aus dem Raum zu schleichen. Wenn er allerdings bemerkt, dass sie abends stundenlang im Bad verbringt, um sich für den gemeinsamen Abend beim Romantikitaliener schick zu machen, verheißungsvoll die Badezimmertür öffnet und verführerisch lächelt: DAS ist der Moment, in dem Komplimente gemacht werden. Hier reich auch schon ein einfaches „Wow!“, um zu zeigen, was man denkt. Frauen wollen Komplimente, für ihr Aussehen, wenn sie sich für etwas besonders Mühe gegeben haben, für ihren tollen Charakter und ihr Wesen an sich. Sie wollen diese Komplimente im richtigen Moment und von ganzem Herzen. Aufgesetztes wird sofort enttarnt und geht höchstwahrscheinlich schief.

Männer und Komplimente

Da ich kein Mann bin, habe ich mich umgehört. Magst du Komplimente? „Nee“, sagen die meisten, „das ist so ein Frauending!“. Glaube ich nicht, denke ich mir und frage weiter. Ich frage mich, was wohl wäre, wenn eine Frau fasziniert euren mühevoll gestählten Bizeps bewundert, und euch hingebungsvoll fragt, wie oft ihr ins Fitnessstudio geht um so tolle Muskeln zu bekommen? Oder wenn sie nach einer wilden Nacht erschöpft neben euch aufs Kissen sinkt und so was sagt wie „Wow, es ist einfach der Wahnsinn wie du das drauf hast!“… Und schon mögt auch ihr Komplimente, das dürft ihr gerne zugeben. Der Mann als solcher bekommt gerne Komplimente für seine außerordentlichen Fähigkeiten, in jeder nur erdenklichen Lebenslage. Lampe montieren, Müll rausbringen, Muskeln aufpumpen, Frauen befriedigen, Dreckwäsche ordnungsgemäß verstauen, heldenhaft sein,… für alles eben. Nun ist der Mann ja das vermeintlich starke Geschlecht, und damit einher geht auch die Tatsache, dass nicht jedes Kompliment aus dem Munde einer Frau den männlichen Idealen genügt. Ein Beispiel: Er hat Kumpels zum Fußballschauen eingeladen, trinkt Bier, grölt, diskutiert heftig über Fußballsachen. Sie macht irgendwas in der Küche und stellt fest: Er hat tatsächlich den Müll runtergebracht. Ihre Freude über dieses überaus seltene Ereignis möchte sie natürlich nicht länger für sich behalten, geht ins Wohnzimmer und sagt:“ Schatz, danke dass du den Müll runtergebracht hast. Ich finde es so süß, dass du endlich auf mich hörst!“ Innerhalb weniger Sekunden setzt das Grölen ein – nicht wegen dem Fußball, sondern wegen dem Müll. Das ist dann der Moment, in dem das mit dem Anzischen passiert. Die passendere Alternative wäre wohl gewesen, ihn in der Halbzeitpause zu schnappen, ihm ein Bier in die Hand zu drücken und so was zu sagen wie „Das ist fürs erste Mal Müll runterbringen, überleg mal was passiert, wenn du das öfters machst…“, dann verführerisch zwinkern, dann wortloser Abgang. Männer wollen Mann sein und gelobt werden, wenn sie etwas toll gemacht haben – Vorsicht: Nicht vor den Kumpels für etwas, das vermuten lassen könnte, sie würden unter der Fuchtel ihrer Frau stehen.

Komplimente sind für jeden. Für die, die in einer Bar flirten, für Paare, für Familien, für Freunde. Jeder freut sich doch irgendwie, mal etwas Nettes zu hören wo wir doch so oft nur auf das negative fixiert sind. Für Komplimente gibt es keine Anleitung. Es gibt keine Liste von Komplimenten, die du abarbeiten kannst. Für alle Ungebundenen gilt wohl: Wenn dir spontan etwas einfällt, sag es, wenn nicht – dann lieber nicht. Für Paare gilt wohl das Gleiche mit dem kleinen Zusatz, dass auf Feingefühl und das Gespür für eine Situation besonders geachtet werden darf 🙂

xoxo_Carrie

 

© Shutterstock

Ein Kommentar

  • Kompliment zu diesem schönen Beitrag!
    Salentovacanza.com

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