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All the Single Ladies – eine wilde Clubnacht

Single_Ladies

Neben mir auf dem Beifahrersitz sitzt Maria. Maria ist 21, hübsch und irgendwie auch ein bisschen cool. Und Single. Sie erzählt mir von all den Reisen, die sie unternommen hat, davon, wie es war in Burma kleine Kinder zu unterrichten, von ihrem Plan die Welt zu retten und ihrer eigenen Klamottenmarke. Bereits in diesem Moment habe ich beschlossen nur noch Menschen über 30 bei der Mitfahrgelegenheit mitzunehmen, am besten langweilige. Dann kommen wir aufs Thema ausgehen. Maria sagt dazu „Party machen“, ich sage ausgehen, das kling irgendwie erwachsener. Je mehr Maria erzählt, desto mehr wird mir bewusst, dass hier zwei Welten aufeinandertreffen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Maria ist auch Single, so wie ich, doch unterscheiden wir uns in… ich muss kurz überlegen… ALLEM so deutlich wie es deutlicher nicht sein könnte. So erzählt sie von ihrem typischen Party-Abend…

Vor 11 aus dem Haus? Wie uncool…

Nehmen wir einen Samstagabend. Maria hat geplant Party zu machen. Gegen 18 Uhr bestellt sie sich eine fette Pizza mit viel Käse und extra Salami. Danach ein kurzes Nickerchen, vorschlafen quasi. Um 20 Uhr kommen ihre Freundinnen mit Sack und Pack vorbei. Die Korken knallen, die Schmink- und Frisierutensilien werden auf dem Tisch ausgebreitet und es steht eine 1-2 stündige Makeup-Session an. Dabei wird ordentlich gebechert, am liebsten gemixt mit Red Bull, dass die Müdigkeit auch ja fern bleibt. Gegen 22 Uhr wird der Kleiderschrank geleert. Welcher Rock passt am besten mit welchem Top und welchen Schuhen? Kette, keine Kette, Ohrringe in lang oder kurz, alles farblich abgestimmt. Um 22:35 rufen weitere Freundinnen an, und kommen wenig später auf noch mehr Prosecco mit Red Bull vorbei. Die Musik ist so laut aufgedreht, dass der Nachbar wütend aus dem Fenster schaut. Es wird gesungen und mit den Plateau High Heels der Parkettboden zerstört. Um 23:45 ist Aufbruchsstimmung angesagt. Jede nimmt sich noch ein Bier to go mit, und obwohl das in der U-Bahn verboten ist, sagt keiner was.

Man peilt den neuen Club an, der nicht mal einen Namen hat, aber trotzdem immer voll ist. Maria und ihre Freundinnen stehen auf der Gästeliste. Im Club angekommen, stolzieren sie auf ihren Hacken zur Bar, sehen sich ein- bis zweimal um und halten einen Drink in der Hand, den ihnen der leicht lechzende Typ mit sorgfältig sortierter Schmalzlocke spendiert hat. Dann wird ausgelassen getanzt und geflirtet, zwischendurch das ohnehin noch perfekt sitzende Makeup überprüft. Um 2:53 (also schon NACH Mitternacht) hängt Maria engumschlungen an der Schmalzlocke und knutscht was das Zeug hält. Er stand halt grad da, als Maria Lust bekam zu knutschen. Um 3:41 tanzen Maria und ihre Freundinnen ausgelassen auf der großen Bassbox, trinken immer noch Vodka Red Bull, und sehen immer noch genauso aus wie zu dem Zeitpunkt, als sie um 23:45 ihre Wohnung verlassen haben. Gegen 5 Uhr geht das Licht an und die Musik aus. Wild protestierend verlassen Maria und ihre Freundinnen den Club. Die Schmalzlocke wird abgewimmelt und alle ziehen zum nächstgelegenen Fastfood-Restaurant und verdrücken ein XXL Menü mit Extra Nachtisch. Als um 6:20 die Sonne aufgeht, lässt Maria die Rollläden runter, kuschelt sich in ihre Hello Kitty Bettwäsche und schläft ihren Rausch aus – bis Sonntagnachmittag um drei.

Wann fängt das nochmal an?

Nehmen wir einen Samstagabend. Ich will ausgehen. Geplant habe ich das mit Hanna schon vor zwei Wochen, vorsichtshalber, dass auch nichts dazwischen kommt. Gegen 18 Uhr kommt Hanna zu mir und wir essen Rohkoststicks mit Frischkäse, dass die gute Ausgehhose nachher auch noch zu geht. Wir trinken Wein, eine ganze Flasche, denn heute haben wir uns vorgenommen nicht nüchtern zu sein. Jeder geht einzeln ins Bad und schminkt sich ein bisschen, nicht zu viel, das würde sowieso nur alles wieder verlaufen. Der Blick in meinen Kleiderschrank zeigt mir: Ich habe nichts anzuziehen. Zumindest nichts, was sexy ist und mir gerade passt. Also ziehe ich die coole Jeans mit den Löchern raus, dazu ein weißes, enges T-Shirt, eine coole Kette darüber und die hohen Schuhe mit dem breiten Absatz – die tun nicht so weh. Ein bisschen Haarspray, ein bisschen Parfum, der Blick in den Spiegel sagt „irgendwie cool“. Dann ist es 19:50 und Hanna und ich sitzen fix und fertig geschminkt und angezogen auf dem Sofa und schauen uns die Wiederholungsfolgen von Doctor’s Diary an. Dieser Herr Fitz ist aber auch so ein hübscher Kerl… Um 20:30 gähne ich zum ersten Mal. „Wann fängt das nochmal an?“ frage ich Hanna, die mir einen strafenden Blick zuwirft. Wir planen übrigens zu einer Ü30 Party zu gehen, die bereits um 21:00 beginnt. „Vor zehn brauchen wir da nicht hin, da ist ja gar nichts los und außerdem gehen nur uncoole Leute so früh auf eine Party!“ sagt sie vorwurfsvoll.

Pünktlich um 21:50 stehen wir trotzdem vor dem Club, da auch Hanna irgendwann das Gähnmonster überfallen hat. Entgegen unserer Erwartungen ist die große Lagerhalle, in der die Party stattfindet, bereits brechend voll. Hanna hatte trotzdem recht: Nur uncoole Leute gehen vor 22 Uhr in einen Club (wir sind da die Ausnahme). Als wir uns unseren Weg durch all die wild abhottenden Mittvierziger und -fünfziger bahnen, werden uns schnell die Herausforderungen des Abends bewusst: Es hat gefühlte 80 Grad und die Musik ist zum Davonlaufen. Also holen wir uns erst mal ein Bier und beobachten das Szenario aus der Ferne. Der Schweiß läuft mir den Rücken runter, meine Haare kleben binnen Minuten nass an meiner Stirn. Weil wir sieben Euro Eintritt bezahlt haben, tanzen wir, inmitten headbangender und wild auf und ab hüpfender Menschen. Irritierenderweise wird gerade irgendein alter Dancefloor Klassiker aus den 90ern gespielt. Um 22:40 beginnen meine Füße zu schmerzen und ich muss aufs Klo. Bier treibt einfach immer so. Nachdem wir eine halbe Stunde in der Kloschlange standen, darf ich bei einem Blick in den Spiegel feststellen, dass meine Bemühungen, ein schönes Makeup auf mein Gesicht zu zaubern, ziemlich umsonst waren. Meine Stirn glänzt, mein Eyeliner ist verschmiert und von dem Rouge ist auch nichts mehr übrig. Die vormals wundervoll auftoupierten Haare binde ich nun aus praktischen Gründen zu einem Mini-Pinsel-Zopf zusammen. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es bereits 23:15 ist. Die Füße tun immer noch weh, die Musik ist immer noch schlecht und die Menschen sind immer noch komisch. Also gönnen Hanna und ich uns eine Currywurst am hauseigenen Currywurst-Stand. In der Hose sind wir jetzt ja schon drin, kann also nichts mehr passieren. Seelig mampfend beobachten wir die leicht verknitterte Partygesellschaft. „Oh schau mal, da hinten, der mit dem knackigen Po…“ sagt Hanna mit vollem Mund, „ der ist doch schnuck…“. Sie kann den Satz kaum zu Ende sprechen, als der Knackpo-Mann sich umdrehte und uns sein Solarium gebräuntes, alterndes Gesicht offenbarte. Mist. Um 23:40 beschließen wir müde, den Heimweg anzutreten. Auf dem Weg treffen wir noch die coolen, gutaussehenden Männer, die jetzt erst Party machen gehen. Wir fühlen uns schrecklich alt, nüchtern und langweilig. Um kurz vor Mitternacht liege ich in meinem Bett und schlafe – bis Sonntagmorgen um 6:15.

Zwei Single Ladies, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich will ein bisschen was von Maria haben. Dass mir immer so schnell warm wird, ist glaube ich erblich bedingt, dagegen kann ich nichts machen (außer vielleicht ein bisschen abzuspecken). Ich könnte allerdings mal vorsichtig versuchen, mich, was das Thema Ausgehen angeht, ein bisschen locker zu machen. Das beinhaltet keine akribische und wochenlange Planung, keine hohen Erwartungen und keine unnötigen Gedanken über Themen wie „ist der Rock wohl zu kurz?“. Zudem darf ich wohl noch üben, die richtige Location auszusuchen. Dass es für mich die Ü30 Party nicht ist, habe ich ziemlich schnell gemerkt. Vielleicht betrinke ich mich auch mal… so richtig! Kann ja nicht schaden. Und flirte einfach mal. Ja, ich denke, das ist eine gute Idee, denn was ich da momentan abliefere ist zum fremdschämen. Carrie geht Party machen… ich werde berichten!

xoxo_Carrie

photo credit: RubioBuitrago via photopin cc

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