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Das beste Liebesschloss ist gegen einen Bolzenschneider nicht gefeit

Vor einigen Jahren fielen sie mir zum ersten Mal auf: Einsame Vorhängeschlösser, die verloren an den schmiedeeisernen Gittern über Isarbrücken hingen. Inzwischen sind es mehr geworden, hängen zum Teil dicht an dicht. Es sind Liebesschlösser. Woher kommt der Brauch?

Populär gemacht wurde das schöne Ritual durch den italienischen Kult-Roman Ho voglia di te („Ich steh auf Dich“) von Federico Moccia, und erst recht durch die spätere Verfilmung im Jahr 2007. In der ‚Schlüsselszene‘ – im wahrsten Sinn des Wortes – verschließen zwei heiß Verliebte ihr ‚Luccetti dell’Amore‘ (Liebesschloss) an der zentralen Brückenlaterne der Ponte Milvio, einer Brücke in Rom, schwören sich ewige Liebe und Treue und werfen den Schlüssel in den Tiber.

Erfunden haben die Sache, so meint Wikipedia, aber keine Verliebten, sondern Absolventen der Sanitätsakademie San Giorgio in Florenz. Sie sollen die eigentlichen Urheber des Brauches sein: Mit dem Ende ihrer Ausbildungszeit befestigten die Absolventen die Vorhängeschlösser ihrer Spinde an besagter Brückenlaterne der Milvischen Brücke über den Tiber. Erst später sei der Ritus dann von den Verliebten Roms übernommen worden.

Inzwischen hat sich das Liebesritual über die ganze Welt ausgebreitet – in erstaunlich kurzer Zeit. Und Love Padlocks, wie sie auf Englisch heißen, gibt es heute genauso in Moskau, wie in Jerusalem, Island oder Korea (siehe Foto rechts oben, das einen Blick vom Gipfel des Namsan Park in Seoul zeigt, einem beliebten Ausflugspunkt).

 

Liebesschlösser

Deutsches Zentrum der Liebesschlösser ist die Stadt Köln, und hier die Hohenzollernbrücke. Tausende von Love Padlocks schmücken das Sicherheitsgitter, das den Fußweg von den Eisenbahngleisen trennt. Darunter ganz simple, auf denen mit Filzstift Name und Datum notiert sind, aber auch viele gravierte Prachtexemplare. Inzwischen haben auch findige Schlüsseldienste den Trend erkannt und halten Edelschlösser vor, die niemals ein dunkles Kellergeviert bewachen sollen, sondern deren einzige Existenzberechtigung die Liebe ist. Nur die Namen müssen noch eingraviert werden. Und die Liebe muss man, bitteschön, auch noch selber finden.


Nachzügler ist, wie so oft, das gute alte Berlin. Erst im August 2010 (!) berichtete Der Tagesspiegel bass erstaunt über den „neuen Brauch“, und über Kahlo und Führmi, die ein „ganz normales Vorhängeschloss“ mit ihren Kosenamen und zwei Herzen gravierten und an der Weidendammer Brücke in der Friedrichstraße befestigten. „Vermutlich hatten sie dabei etwas Mühe, denn den preußischen Adler am Brückengeländer zierten bereits mehrere solcher Schlösser, und nur wenige Stellen sind dünn genug, um den Bügel zu schließen. Kahlo und Führmi gelang es schließlich doch. …“ (Zitat: Der Tagesspiegel. Später klärten die Tagesspiegel-Kollegen über den ’neuen Brauch‘ auf: „Liebesschlösser werden sie genannt …“ Wie gesagt, im August 2010. Da hat wohl einer lange seinen Kiez nicht verlassen …

Rom und Paris sind da schon weiter. In Rom wurde das Schlösser-an-Brückenlaternen-Anbringen sogar schon verboten, weil mindestens eine der Lampen unter der zentnerschweren Eisenlast zusammenkrachte. Die Stadt sorgte jedoch kurz darauf durch das Anbringen von Pollern mit dazwischen gespannten Ketten für alternative Plätze für die Liebesschlösser. – Und in Paris sind kürzlich einfach so über Nacht die rund 2000 Liebesschlösser am Gitter der Pariser Seinebrücke Pont des Arts verschwunden. Aber keiner will es gewesen sein. Das Stadtbauamt, das zwar kurz davor das Anbringen der Schlösser einen Verstoß gegen den Denkmalschutz nannte, wäscht seine Hände in Unschuld. Vielleicht Schrottdiebe?

Jetzt hängen nur noch ein paar Dutzend Liebesschlösser vor dem Louvre über der Seine. Fazit: Ein Liebesschloss ist eine wunderbare Symbolik, Es zeigt den Zusammenhalt. Aber es zeigt auch, dass selbst ein mächtiges, starkes Schloss gefährdet sein kann, und vielleicht morgen schon nicht mehr da ist.

Ein Kommentar

  • […] von Gastautorin Annika Vor einigen Jahren fielen sie mir zum ersten Mal auf: Einsame Vorhängeschlösser, die verloren an den schmiedeeisernen Gittern über Isarbrücken hingen. Inzwischen sind es mehr geworden, hängen zum Teil dicht an dicht. Es sind Liebesschlösser. Woher kommt der Brauch? Populär gemacht wurde das schöne Ritual durch den italienischen Kult-Roman Ho voglia di te („Ich steh auf Dich“) von Federico Moccia, und erst recht durch die spätere Verfilmung im Jahr 2007. In der ‘Schlüsselszene’ – im wahrsten Sinn des Wortes – verschließen zwei heiß Verliebte ihr ‘Luccetti dell’Amore’ (Liebesschloss) an der zentralen Brückenlaterne der Ponte Milvio, einer Brücke in Rom, schwören sich ewige Liebe und Treue und werfen den Schlüssel in den Tiber. Erfunden haben die Sache, so meint Wikipedia, aber keine Verliebten, sondern Absolventen der Sanitätsakademie San Giorgio in Florenz. mehr… […]

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