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Die Krux mit dem Nein: Warum es (zu) oft nicht verstanden werden will!

Manchmal kann man (später) darüber lachen, wenn das deutliche „Nein, ich möchte das nicht!“ vom Date-Partner in ein „da geht noch was“ abgewandelt wird – wie der Todesfluch der bösen Fee bei Dornröschen.

Beispiel: Ein (für uns) viel zu junger Mann hatte den Mut, meine Freundin und mich in einem Biergarten anzusprechen und um ein Date zu bitten – als Fürsprecher für einen ganzen Jung-Männer-Trupp, der entfernt an einem Tisch im Biergarten feixte und johlte und das Ganze mit Argusaugen beobachtete.

Wir waren gerade im Aufbruch begriffen, wären aber ohnehin nicht auf seinen Vorschlag eingegangen. Doch wir fanden ihn äußerst mutig und wollten ihm den kleinen Sieg vor seinen Freunden gönnen. Ich gab ihm also meine Visitenkarte mit der Auflage, nie nie, nie nie, …wirklich niemals anzurufen – was er auch hoch und heilig versprach. Er zog also stolz mit seiner Trophäe von dannen und hat sich auch tatsächlich an sein Versprechen gehalten. Er hat nicht angerufen. Er hat eine SMS geschickt ;-):

„Hallo Judith. Wir kennen uns aus dem Biergarten….“ Ich drückte auf „Weiterleiten“ und schickte die Mail an meine Freundin mit der Frage: „Möchtest Du Deiner Hälfte antworten?“

Nein, wollte sie nicht und ich habe es auch nicht getan. Jede Reaktion hätte das „Nein“ von damals abgeschwächt und irgendwo eine Hintertür geöffnet. Nur keine falschen Hoffnungen wecken. Ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Die Taktik funktionierte.

 

(Halb)Herzlichkeiten – Energiefresser, die zu nichts führen

 

Wie es garantiert falsch läuft, zeigt folgendes Beispiel:

SIE trifft ihre Internet-Bekanntschaft, findet ihn erfreulicherweise sehr sympathisch und ist entsprechend freundlich. Es könnte ein schöner Abend werden, doch ER legt eine zu schnelle Gangart ein. Tätscheln beim ersten Date ist nicht jeder’frau’s Sache. Wenn es dann auch noch zu Knutsch-Attacken kommt, dann kann das bei ihr zum Flucht-Reflex führen. Ihr „Du, das geht mir alles zu schnell“ überhört er. Die Türe, die sich gerade erst geöffnet hatte, schlägt gleich wieder zu!

SIE beendet den Abend vorschnell mit der Entschuldigung, dass sie am nächsten Tag früh aufstehen muss. Sie weiß, sie will ihn nicht wiedersehen. Leider sagt sie das nicht deutlich, sondern versucht es mit einem geschönten „Du, ich weiß nicht. … mal sehen…“ um ihn nicht unnötig zu kränken und hofft, dass er das als „Nein“ versteht.

ER dagegen hat sich schon längst entschieden, dass sie die Richtige ist und interpretiert ihr Zögern als mädchenhafte Schüchternheit. Anfangs war sie ja schließlich sehr freundlich. Sie hat sich ja sogar küssen lassen! Er beschließt, sie direkt am nächsten Wochenende wieder zu besuchen. Dafür müsste er zwar einige Kilometer fahren, aber das war die Sache wert. Dass sie sich darüber freuen würde, setzt er einfach mal voraus.

SIE ist ziemlich irritiert, als sie direkt nach dem Date eine SMS erhält, in der er den „schönen Abend“ noch mal Revue passieren lässt. Darin verkündet er auch, dass er sich schon auf das nächste Wochenende mit ihr freut.

SIE in Panik. Sie will ihn nicht am nächsten Wochenende wiedersehen. Also schnell das Schlimmste abwenden und einen „kranken Vater“ als Entschuldigung vorschieben. Auf das viel sinnvollere „Sorry, aber mit uns passt es aus meiner Sicht nicht. Ich möchte kein weiteres Date.“ kommt sie so schnell gar nicht. Hier hätte es noch gepasst!

ER zeigt Verständnis für ihre Situation und verschiebt das Treffen flugs auf das darauf folgende Wochenende. ‚Mann‘ ist ja flexibel. Per SMS nimmt er Anteil an ihrer Misere mit dem armen Vater und verkündet gleich auch, dass er wegen einer Messe Schwierigkeiten hat, ein Hotelzimmer zu bekommen.

Für SIE heißt das: Jetzt will er auch noch bei mir übernachten! Er will offensichtlich nicht verstehen! (Kann er ja auch nicht, wenn er nicht zur feinfühligen Sorte Mensch gehört. Sie hat ja bisher keine deutlichen Worte gefunden.) Sie verstrickt sich in ein Lügen-Geflecht um den angeblich erkrankten Vater. DAS nervt natürlich zusätzlich.

SIE wird immer wütender und schaltet um auf „stumm“. Seine Anrufe nimmt sie nicht mehr an. Seine SMS beantwortet sie nur halbherzig und zeitverzögert. Aber: Sie antwortet. So gar nicht zu reagieren, das hält sie einfach nicht aus. Sie will ja nicht gemein sein. Also immer noch kein klares Statement ihrerseits. Inzwischen läuft das Geplänkel schon fast zwei Wochen.

ER hat sich inzwischen Rat bei seinen Freunden geholt. Die finden, schreibt er ihr, dass sie ihn ausnutzen würde. Jetzt platzt ihr der Kragen: „Die Restaurant-Rechnung haben wir ja wohl geteilt an dem Abend. Was heißt da also ausgenutzt?“ Wieder bietet sie ihm eine Kommunikations-Möglichkeit. Das Ganze einfach abhaken, weil es ihr eigentlich egal sein könnte, was unbekannte Freunde von einem Mann, den sie gar nicht kennenlernen möchte, von ihr denken? Da steht ihr der Sinn für Gerechtigkeit im Weg. Sie muss das ausdiskutieren.

Natürlich hat ER inzwischen bemerkt, dass sie seine Anrufe bewusst nicht annimmt und ruft mit unterdrückter Nummer an. Er hat sich inzwischen so hinein gesteigert, dass er nicht mehr loslassen will. In seiner Fantasie hat sich schließlich alles so wunderbar und richtig angefühlt. Das muss sie doch auch merken? Er würde sie schon noch ‚knacken‘. Sie antwortet ihm schließlich immer wieder. Das zeigt doch ihr Interesse?

Er schafft es, sie ans Telefon zu bekommen. Das Gespräch verläuft schleppend. Klar. ER hat das nächste Wochenende als Ziel. SIE will eigentlich nicht mal mit ihm sprechen, ist entsprechend aggressiv und erwartet, dass ihn das dazu bringt, endlich aufzugeben. Doch sie erntet ein: „Ich stehe drauf, wenn Du so frech bist.“ Na, toll! Sie beendet das Gespräch, weil sie angeblich zu tun hat. (Frauen – natürlich auch Männer –  die echt verknallt sind, schaffen es selbst noch bei einem Tauchgang zu telefonieren! Wenn so ein Gespräch schon nach drei Minuten beendet wird, dann ist das fast immer der Beweis, dass da kein großes Interesse hinter steckt.)

Jetzt reicht’s, findet SIE, wartet zwei Tage und schreibt ihm eine „richtig heftige“ SMS: „Sorry, aber ich habe meinen Ex-Freund wieder getroffen und wir wollen es noch mal versuchen. Ich wünsche Dir viel Glück….“ Eine glatte Notlüge.

SEINE Antwort-SMS: „Ich habe nicht vor, Dich einfach so aufzugeben. Das war ja schließlich nicht einfach nur so eine Affaire mit uns. Da war mehr. Ich werde um Dich kämpfen. Wir sehen uns am nächsten Wochenende.“

SIE, inzwischen genauso wirr, wie die Situation: „Wir haben uns doch gerade mal einen Abend gesehen und außer Knutschen – eigentlich gegen meinen Willen – war da nichts. Das ist doch keine Affaire!“ Tja, Affairen sind ja in der Fantasie ganz besonders schön und letztere scheint mit ihm längst durchgegangen zu sein.

Ob ER tatsächlich am nächsten Wochenende bei ihr vor der Türe steht? Unwahrscheinlich. Nach seiner „Ich-kämpf-um-Dich“-Mail, hat er ihr schon zweimal die „allerletzte Möglichkeit“ eingeräumt, sich nun endlich zu äußern, ob er vorbeikommen soll.

Diesmal hat sie ihm keine Kommunikations- und somit auch keine Interpretations-Fläche geboten. Sie hat sich gar nicht geäußert. Damit ist das Spiel ins Stocken geraten und wird seine Eigendynamik sicher bald vollends verlieren.

 

Lieber einmal mutig statt dauer-genervt

Mir ist es auch schon öfter passiert, dass ich mich in so ein Missverständnis verstrickt habe. Meist dann, wenn ich aus Höflichkeit – oder Feigheit – kein klares „Nein, ich möchte nicht“ geäußert habe – möglichst direkt nach dem ersten Date.

Inzwischen bin ich eine Verfechterin klarer Worte. Das ist zwar erst einmal anstrengend, erfordert auch Mut, doch spart beiden Seiten viel Energie. Ich habe sogar erlebt, dass Männer sich bei mir für meine Offenheit bedankt haben.

Ich selbst fand es auch immer angenehmer zu wissen, woran ich war, und bin lieber mit Rückgrat als mit falscher Freundlichkeit konfrontiert worden.

Letztlich lässt sich Liebe ja nicht erzwingen. Sie ist ein Geschenk. Auch im Web 2.0.

Ich hoffe, dass Sie in dieser Woche reichlich beschenkt werden!

 

Ihre

2 Kommentare

  • Hallo!

    Bezüglich meines obigen kleinen Kommentars oder zu einer weiteren jeglichen Offenherzigkeit trete ich gerne mit Kommentatoren oder auch „Interessenten“ in Kontakt. Auf Neu.de bin als äusserst typischer Typus Waage unter dem Pseudonym „p. . . . . . .“ zu finden. Ich wünsche eine gute Zeit und Alles Gute, P. Seidl

  • Zu ersten Geschichte („Die Krux mit dem Nein: Warum es (zu) oft nicht verstanden werden will!):

    Die Dame hätte natürlich Ihre nicht Visitenkarte hinterlassen dürfen – sofern Sie grundsätzlich kein Interesse an dem mutigen jüngeren Herren hatte. Hierzu hat diese aber auch die entsprechenden Konsequenzen zu tragen bzw. diese zu richten. Empathie darf beiderseits eine gewünschte Tugend sein, und nicht nur als Forderung an den jungen Herren. Allerdings gibt es jedoch keine „Taktik“ des Ignorierens – sollte dies als „Antwort“ gelten. Ein Desinteresse solcher Weise zu bekunden, stellt sich dieses Falls erst subjektiv und nach einer gewissen-, oder eben auch sehr langen Zeit ein. Dies ist daher – keine – geeignete Lösung. Die Strategie bzw. Lösung hiesse daher und in aller Konsequenz, dem Interessenten den Standpunkt oder das Desinteresses eindeutig zu nennen – ggf. via SMS – und vor allem als tatsächliche Antwort! Ausserdem geht aus der Geschichte ungenügend hervor, ob- oder warum der junge Mann nicht auch ursprünglich die Freundin mit seiner SMS erreichen wollte. Eine andere Verfahrensweise oder das genannte Aussitzen oder Ignorieren bedeutet auf jeden Fall Unklarheit, Unfairness und Verschleppung der eigentlichen gewünschten Botschaft – und zwar unabhängig von der Unterstellung gegebenenfalls fehlender Empathie des jeweiligen Menschen oder Interessenten. Die sogenannte „Taktik“ des Ignorieren ist demnach unlogisch und in allen Fällen meist abwegig.

    Zu zweiten Geschichte („Halb)Herzlichkeiten – Energiefresser, die zu nichts führen(Halb)Herzlichkeiten – Energiefresser, die zu nichts führen“):

    Eine erfundene Geschichte, die nach der Statistik oder Wahrscheinlichkeit sicherlich ähnliche Bedingungen der Realität beschreibt. Jedoch wird hier für eine lösungsorientierte Konfliktlösung völlig ausser Acht gelassen, dass wiederum – nicht – das „totschweigen“ – so wie im Artikel jedoch auch hier überwiegend proklamiert – ein zielorientierter Ansatz oder die funktionale gute Lösung wäre. Die These, es würde damit keine weitere Plattform oder Kommunikations- bzw. Interpretationsebene geschaffen, ist nur eine theoretische-, nicht jedoch logische praktische Schlussfolgerung. Einzig ein authentisches Verhalten und Gebaren in Form der offenen Aussprache oder klaren Aussage (zu einem „Nein“ bzw. zu einem Desinteresse) wird bei beiden Beteiligten eine Befriedigung einerseits, sowie eine schnelle Akzeptanz andererseits bewirken. Unter keinen Umständen führt Ignorieren – wie proklamiert – zu klaren, fairen oder gar schnellen gewünschten Verhältnissen.

    Zur dritten Geschichte:

    Es ist bekannt, dass das weibliche Geschöpf seine Begehren niemals direkt äussern kann und hierbei in einer gewissen „Kompliziertheit“ verstrickt ist. Im Gegensatz dazu hat das männliche Geschöpf eher die Tendenz seine Begehren in aller zielführenden, oft zu offenen oder plump erscheinenden Direktheit zu zeigen. Dies mag dem stets prüfenden weiblichen Geschöpf schnell widerstreben und zu Ablehnung führen. Andererseits setzt das weibliche Wesen mehr auch auch die verschlüsselte oder indirekte „Sprache“ eines sogenannten „nein“ voraus. Diese „Umwege“ sind jedoch kein Zeichen von Empathie oder einer sinnvollen Tugend. Der Mut zu einer Klarheit in den Worten ist die einzige Tugend welche auch in Sachen „Liebe“ zielführender wäre. Daher auf jeden Fall ein Lob für die Lösung, den Mut, und das Verhalten der dritten Fallstudie.

    P.Seidl

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