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Single Bells – Die witzig-kuriose Weihnachtsbetrachtung einer Single-Frau

Happy New Year – von Böllern und Bussis

Happy woman with bengal lights„Hallo schöne Frau!“, denkt sich Anna als sie an diesem Morgen in den Spiegel sieht. Den Kosmetiker-Gutschein, den ihr ihre Mutter zu Weihnachten geschenkt hatte, hat Anna sofort nach den Feiertagen eingelöst. So mit gezupften Augenbrauen und professionell bearbeiteten Mitessern sieht ihr Gesicht nun selbst nach dem Aufstehen ziemlich passabel aus. „Sie sollten mutiger werden, was ihr Makeup betrifft!“ sagte die nette Dame mit der Todespinzette, und pinselte ihr braungoldenen Lidschatten und roten Lippenstift ins Gesicht. Was Makeup betrifft war Anna bis dato eher pragmatisch. Nachdem sie mehrere Versuche gestartet hatte, einen sauberen Lidstrich auf ihr Auge zu malen, nur um festzustellen, dass sie zeichnerisch gänzlich untalentiert ist, ließ sie es einfach bleiben. Im neuen Jahr würde sich das ändern. Zumindest schreit das die 200 Euro teure Makeup-Grundausstattung inklusive Profipinselchen und Schwämmchen, die die Frau mit der Todespinzette ihr aufgeschwatzt hatte. Nächstes Jahr dann. Für ein Frühstücksdate mit Lena reicht auch das normale Anna-Makeup. Da reicht die normale Anna-Hose, der Anna-Sweatshirt-Pulli und die Anna-eigentlich-viel-zu-große-Fellmütze. Da Anna minus achteinhalb Grad als schweinekalt empfindet, ist die Mütze gerade gut genug.

Mozart beflügelt

Als der pfeifende Zeitungsverkäufer Anna heute hinterherpfeift, bleibt sie stehen. Warum weiß sie wohl selber nicht genau. Sie geht zurück, kramt ihren Geldbeutel heraus und kauft dem Zeitungsverkäufer eine Bildzeitung ab. „Die ist für meinen Freund!“ flüstert sie ihm zu, zwinkert, und geht weiter. Er scheint es geschluckt zu haben, denn als Anna sich noch mal umdreht, macht er eine beschwichtigende Geste in ihre Richtung. Nun hat Anna zwar immer noch keinen Freund, dafür aber eine Bildzeitung mit dickbusiger Blondine auf der Titelseite und die Gewissheit, dass der Zeitungsmann ihr wahrscheinlich nicht mehr hinterherpfeifen würde.  Mit dickbusiger Blondine und übergroßer Fellmütze bewaffnet, betritt Anna schließlich das Café Mozart. Von ganz hinten links, inmitten von vielen vielen weiteren Menschen, die den Silvestermorgen für ein ausgiebiges Frühstück nutzen, winkt ihr Lena bereits aufgeregt entgegen. Anna und Lena treffen sich nicht oft, doch immer wenn sie sich treffen, passiert irgendetwas Denkwürdiges. Die zwei bereits auf dem Tisch bereitstehenden Gläser Prosecco sehen vielversprechend aus. Eine Stunde später ist Anna up to date. Lena ist wieder Single und genießt das in vollen Zügen – keine Party scheint mehr ohne sie stattzufinden. Für den Silvesterabend hat sie Tickets für eine der begehrtesten Silvesterparties der Stadt ergattert. Für Anna wäre das nichts. Dieser ganze Wind, den die Leute um Silvester machen, war Anna immer schon ein Rätsel gewesen. Überall ist es überfüllt und überteuert, und wenn man nach Hause will steht man stundenlang in der Kälte, um auf ein Taxt zu warten. Für Lena war das kein Problem, denn um die Uhrzeit, zu der sie nach Hause geht, fahren die U-Bahnen schon wieder. Anna würde einen gemütlichen Abend verbringen. Schon die letzten Jahre hatten sie immer bei Susa und Max Fondue gekocht, sich flaschenweise Rotwein gegönnt, Bleigießen gespielt und pünktlich um 00:07 Uhr den Weg ins Bett gefunden. Herrlich. Weil man ja Gutes bekanntlich nicht verändern soll, steht am heutigen Abend genau dieses Programm an. Eine weitere Stunde und einige Gläser Prosecco später verabschieden sich die beiden. Mit leichter Schlagseite wankt Anna Richtung ihrem Zuhause. Als sie die Wohnungstür aufschließt ruft Susa an.

Spontanität – Freund und Feind

Nach dem Telefonat hat Anna keine Silvesterverabredung mehr. Max hat spontan ein Romantikwochenende in den Österreichischen Bergen aus dem Ärmel geschüttelt. Idiot. Als ob er das erst heute gebucht hätte. Wenigstens mir hätte er Bescheid sagen können, anstatt mich einfach hängen zu lassen. Und jetzt? Zwar ist Silvester für Anna nicht der wichtigste Tag des Jahres, aber alleine zu Hause zu sitzen, wäre dann doch zu frustrierend. Caro und Peter sind in Hamburg. Alle anderen sind auch entweder weg oder zählen nicht zu den Menschen, mit denen Anna gerne den Silvesterabend verbringen möchte. Lena geht auf die Party. Anna seufzt. Seufzt, und wählt Lenas Nummer. Lena wird fast ein bisschen hysterisch, als Anna sie zerknirscht bittet, sie mit auf die Party zu nehmen. Na ja, irgendwann wird sich wohl auch ihre Begeisterung einstellen, denkt sich Anna und betritt erwartungsvoll ihren Kleiderschrank. Wir reden hier übrigens von einem Kleiderraum, in dem, wie könnte es anders sein, NICHTS, aber auch rein gar nichts zum Anziehen für den heutigen Abend hängt. „Lena, ich habe nichts anzuziehen! Hilfe!!“ tippt Anna in ihr Handy. Eine halbe Stunde später klingelt es, und Anna öffnet einer schwer mit Kleidersäcken, Taschen, und Tüten bepackten Lena die Tür. „Baby“ sagt sie „wir machen’s uns jetzt lustig!“. Während Anna sich zu Beginn noch ziert und immer noch  vor sich hinschmollt, hat Lena bereits die erste Flasche Sekt geköpft, Pizza bestellt und sämtliche Kleider, Schuhe, Taschen und Kosmetikartikel in Annas Wohnzimmer ausgebreitet. Eigentlich wollte sich Anna erst für das nächste Jahr vornehmen, sich mal ein bisschen locker zu machen. Schließlich entscheidet sie, dass es wohl in Ordnung wäre, schon ein paar Stunden früher damit zu beginnen, und prostet Lena zu, während sie triumphierend das Profi-Schminkset hervorzaubert. Während aus der Musikanlage die Best of 90er CD wummert, singen wenig später zwei deutlich angeheiterte Frauen lauthals Dr. Alban’s „Sing Hallelujah“, malen sich Gesicht und Fingernägel an, toupieren Haare, probieren Kleider und stöckeln auf einem Catwalk aus Handtüchern auf und ab. Der Pizzabote von Luigis Lieferservice wirkt leicht irritiert, als Anna ihm in goldenem Pailiettenkleid und rosa Hello-Kitty-Socken kichernd die Tür öffnet. Anna beschließt, dass ihr das nicht peinlich ist. Das ist das gute Leben, genau so wie es jetzt ist.

Party Like A Rockstar

Reichlich aufgekratzt stöckeln Anna und Lena schließlich durch den Schnee Richtung Auditorium. Das Auditorium ist der Laden, bei dem Mädchen wie Anna normalerweise an der Tür nur mitleidig begutachtet, und wieder weggeschickt werden. Heute wird das nicht passieren. Anna sieht heiß aus. Zwar ist das goldene Kleid so ganz und gar nicht das, was Anna normalerweise trägt, jedoch haben Prosecco und Lena sie dazu ermutigt, es trotzdem zu tun. Die viel zu hohen, schwarzen Lack-Pumps lassen sie stolz auf den Eingang zugehen – sogar ohne peinlichen Sturz. Vorne angekommen, spitzt Anna ihre roten Lippen zu einem perfekten Schmollmund, klimpert verführerisch mit den langen Wimpern und haucht dem Türsteher auf die Frage, ob sie auf der Liste stünden, nur ein lässiges „Natürlich!“ entgegen. Die rote Kordel wird feierlich geöffnet, und die beiden stürzen sich ins Partygetümmel. Was Anna nicht wusste war, dass das schicke schwarze Bändchen um ihr Handgelenk nicht nur wunderbar zu ihren Schuhen passte, sondern ihr auch freien Zugang zu jedem Getränk auf der Barkarte ermöglicht. Wo Lena so was immer auftreibt, fragt sie sich noch, als sie von eben dieser auf die Mitte der Tanzfläche gezogen wird. Und dann tanzt Anna. Tanz, lacht, singt, und fragt sich warum sie jeden Club-Besuch immer mit den Worten „Das ist nichts für mich!“ abschmettert. Denn offensichtlich ist es absolut was für sie. Die Menschen um sie herum sehen Anna heute anders an als sonst. Vielleicht hatte die Kosmetiktante doch Recht. Oder es liegt ausschließlich an ihrem von funkelnden Pailletten umrandeten Dekolleté, das sie, wider Gewohnheit, stolz der Menge präsentiert.

3…2…1…

„Komm schnell! Wir gehen raus, es ist gleich zwölf!“ brüllt Lena ihr auf der Tanzfläche entgegen. Was? Schon 12? Anna schnappt sich noch ein Glas des köstlichen Champagners und hastet hinter Lena her ins Freie. Der Himmel ist vollkommen klar, und Annas Augen funkeln mit den Sternen um die Wette. Genau so kann das neue Jahr beginnen, denkt sie sich und prostet Lena zu. Noch fünf Minuten. Warum ist der Jahreswechsel eigentlich immer von so großer Bedeutung? Wenn man ehrlich ist, ändert sich doch sowieso nichts. Meistens bleibt alles so wie es war. Noch drei Minuten. Auf einmal wird Anna jäh aus ihren Gedanken gerissen als sie grob angerempelt wird und nach vorne stolpert. „Au scheiße!“ hört sie eine Männerstimme hinter sich sagen und spürt Millisekunden später einen Schwapper kühle Flüssigkeit auf ihrem Rücken. Anna schließt die Augen, hält kurz inne. Dann beginnt sie zu lachen, so laut, das die Menschen um sie herum sich umdrehen. Anna scheint eine besondere Anziehungskraft auf Menschen zu haben, die gerne Getränke verschütten. Doch davon würde sie sich nicht den Abend verderben lassen. Vorbereitet, dem Mann hinter sich mit einem coolen Spruch zu entgegnen, dreht sie sich um und sagt… nichts. Stattdessen steht sie einfach nur mit offenem Mund da und starrt den Mann an, der da vor ihr steht. Und der Mann, der vor ihr steht, starrt mit offenem Mund zurück. „Anna? Das darf jetzt nicht wahr sein oder?“ sagt er und zieht hastig seine Jacke aus, um sie ihr über die Schultern zu legen. Lena steht immer noch ungläubig daneben, als der Countdown beginnt. Bei „fünf“ legt Fabian den Arm um Anna, und zieht sie an sich heran. Als um sie herum die Menschen jubeln, anstoßen und Feuerwerke in die Luft jagen, sieht Fabian Anna an und sagt: „Das wäre alles nicht passiert, würdest du brav deinen Regenmantel tragen!“. Und als Anna verzeihend lächelt, beugt Fabian sich zu ihr herunter und küsst sie auf die Wange. Ein bisschen zu lange als könnte es nur freundschaftlich sein. Als das Feuerwerk am Himmel erlischt, spürt Anna ein kleines Feuerwerk in ihrem Herzen. Neues Jahr, neues Gefühl. Genau so darf es bleiben.

 

HAPPY NEW YEAR ihr Lieben!

 

© Sergejs Rahunoks – Fotolia.com

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