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Die WWWelt: Partnersuche mit therapeutischem Mehrwert

Partnersuche

Um meine Trilogie zu vervollständigen, fehlt eigentlich nur eines: Der dritte und letzte Artikel. Natürlich ist die Auswahl dieses Story-Dreierleis nicht einerlei, also nicht etwa willkürlich. Nein, es sind Randgeschichten auf der Partnersuch-Skala, die mein Erlebnisfeld bei der Internet-Partnersuche eingrenzen – zwischen ganz schlecht und ganz toll, also von Mistkerl bis Traummann. Irgendwo dazwischen reihen sich die vielen weiteren Erlebnisse ein und haben mir, mal mit positivem Input, mal mit negativem, geholfen, mein Bauchgefühl feiner zu justieren.

Allein dafür hätten sich die drei Jahre, die ich in die Online-Partnersuche investiert habe, schon gelohnt. Wo erwirbt man schon so viel Menschen- bzw. Männer-Kenntnis in so kurzer Zeit? Durch dieses Ausprobieren, Aussuchen, Ausgesucht-Werden und das zwangsläufige „über den Tellerrand hinaus Schauen“, das daher rührt, dass man auch mit Menschen konfrontiert wird, mit denen man sich im „richtigen Leben“ nie beschäftigt hätte, lernt man auch sehr viel über sich selbst und schafft es im besten Fall, endlich zu erkennen, welche Art Partner eigentlich wirklich zu einem passt.

Hier also mein letztes Date – vor Mr. Right – das mir zu der erfreulichen Erkenntnis verholfen hat, dass ich es wohl doch geschafft habe, mein altes und falsches Suchmuster zu überwinden.

 

Total falsch und trotzdem „genau richtig“

Hamburg. Vorweihnachtszeit. Eine schöne kleine Bar an einem Alsterarm am frühen Abend. Mein Date-Partner: Angenehmes Äußeres. Gut gekleidet. Vom klassischen Anzug bis hin zur hochwertigen Uhr, weiße Zähne, straffe Haut, gerade Haltung, richtige Größe, richtiges Alter, männliches Auftreten. So weit genau mein Typ. Vor einigen Jahren hätte ich an diesem Punkt schon beschlossen, dass ER mein Mr. Right werden würde, und hätte gar nicht mehr genau hingeschaut, was sich im Gespräch zwischen den Zeilen hätte lesen lassen. Aber inzwischen reagiere ich anders. Ich höre sehr genau hin.

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Eigentlich war ich erstaunt, als er auf mich zukam. Ich habe einen ganz anderen Mann erwartet. Seine Fotos im Internet zeigten ihn als den netten Typ von nebenan. Ganz anders als der energiegeladene, vor Selbstbewusstsein strotzende Mann, der mir jetzt gegenübersaß.

 

Mein Haus, mein Auto, meine Pferdebetreuerin

Ich erfuhr, dass er „sein Geld“ in der Mobiltelefonbranche – „genau zur richtigen Zeit“ – gemacht hatte. Dann in eine andere Branche gewechselt ist – auch „genau zur richtigen Zeit“ – und jetzt wieder „genau richtig“ ins Internet-TV-Geschäft eingestiegen ist.

Wichtige Statements unterstrich er mit einer energischen Geste: Er ruckte seinen Hemdkragen gerade und zupfte dann nacheinander die rechte und linke Manschette seines Hemdes zurecht. Diese Geste begegnete mir an diesem Abend oft, denn er hatte viele wichtige Dinge zu sagen.

Als Nächstes erfuhr ich, dass er gleich in doppelter Ausführung Autos und Dachterrassen besaß. Letztere in der besten Gegend Hamburgs. Er war Mitglied in den wichtigen Clubs der Stadt. Gern gesehener Gast bei den großen Events. Klar, dass dabei kräftig am Hemd gezupft wurde.

Dann schweifte er ab in die schwierige Welt der Partnersuche. O-Ton: „Wenn man im Premiumsegment sucht, hat man es nicht leicht. Es muss so viel passen: Das Aussehen, die Bildung, die politische Einstellung,….“ Ich ließ ihn reden und staunte, dass meine mit einem Augenzwinkern geschriebenen „10 Charaktereigenschaften von Mrs. Right“ aus meiner „Einleitung für Eilige“ hier offensichtlich völlig ernst gemeint waren.

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Dazu kam der Dresscode. Jeans waren ein No go. „Guck sie Dir doch an“, zeigte er auf die anderen Gäste im Lokal, „das ist doch stillos!“ Unschwer zu erraten, dass ich ebenfalls in Jeans gekleidet war. Das hatte er bislang nur nicht sehen können, weil ich schon am Tisch Platz genommen hatte, bevor er das Lokal betrat. Überhaupt ist die Jeans mein Lieblingskleidungsstück im harten Hamburger Winter. Als modisch enge Variante mit Stiefeln kombiniert. Geht für einen klassischen Hanseaten wahrscheinlich gar nicht.

Ich machte mir den Spaß, genau in dieser Sekunde einen Gang zu den „Restrooms“ zu tätigen, damit sich mein Alpha-Mann an meinem hochmodischen Outfit erfreuen konnte – und ich mich an seinem leicht irritierten Gesichtsausdruck. Kaum zurück, versuchte er den Schaden zu beheben: „Bei Frauen ist das ja was ganz anderes. Bei dir sieht das natürlich total sexy aus.“ Klar.

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Er führte seine Liste der „Verhaltensregeln im Premiumsegment“ weiter. Vor meinem geistigen Auge stand ich mit einer Art Grundgesetz für ein Leben im hanseatischen Stil mit Prada Outfit und klassischen Pumps auf einer seiner Dachterrassen mit bester Aussicht auf die Stadt und legte die Mrs-Right-Eignungsprüfung ab, wenn ich da nicht überhaupt schon durchgefallen war. Nein? Offensichtlich doch nicht, denn er suchte immer wieder dezent den Körperkontakt, während er mir weitere Einsicht in seine Lebensweisheiten gewährte. Sehr bestimmt. Widerspruch zwecklos.

Meine ruhigen Blicke nahm er als Zuspruch, was ihn zu regelrechten Höhenflügen anstachelte. Eine falsche Einschätzung seinerseits, denn ich schaute nicht ihn voller Interesse an, sondern ich beobachtete mich. Ich hatte einen richtigen Kloß im Magen und wusste nicht genau, warum: Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich diesen Mann direkt als Mr. Right eingestuft. Im Moment hatte ich aber das Gefühl, dass er mir die Luft abschnürte.

 

Ein Leben in Schwarz-Weiß kann ganz schön farblos ein

Mitten in seine Ausführungen hinein, fragte ich ihn: „Kann es sein, dass sie bei deiner Geburt vergessen haben, dir noch ein paar andere Nuancen außer Schwarz und Weiß mitzugeben?“ Wieder war er leicht irritiert. Ich auch, denn ich hatte gerade herausgefunden, was es war, das mir die Luft abschnürte. Dieser Mann suchte keine Frau, die er lieben konnte, sondern ein weiteres Statussymbol für sein perfektes Leben, das natürlich, nach seinen Regeln perfekt funktionieren musste. Sollte ich also in sein Leben treten, würde ich meine Persönlichkeit an seiner Wohnungstür abgeben müssen. Dafür hätte ich sicher ein finanziell abgesichertes Leben „im Premiumsegment“. Aber eben nicht mehr meines.

Ich überlegte, wieso ich immer auf diese Art Männer hereingefallen war. Es heißt ja, dass „frau“ ihr Vaterbild als Leitgedanken durch ihr Leben trägt. Ich habe einen ruhigen, bestimmten Papa, der die männliche Verhaltensweise eines John Wayne in den 50-ern gelernt hatte, nebst dazugehörigem Ehrenkodex. Eine seiner Grundregeln: Männer zeigen keine Gefühle! Unbewusst habe ich nach Männern mit ähnlichem Verhalten gesucht, weil ich das ja als männlich erlernt hatte. Denen habe ich dann aber die gleichen tiefen Gefühl zugetraut, wie mein Papa sie für mich hat, auch wenn er es nicht zeigt. Genau hier liegt meine Fehleinschätzung: Papa würde seinen rechten Arm für mich hergeben wenn das mein Leben .retten würde Diese Männer würden eher ihren rechten Arm retten und mich einfach gegen eine Neue tauschen.

Von diesen Gedankengängen bekam mein Alphatier gegenüber natürlich nichts mit. Ich staunte über mich selbst. Unglaublich, wie lange „frau“ braucht, um zu einer so einfachen Erkenntnis zu gelangen, und wie viele Frösche sie dafür küssen muss.

 

Netter Abend im Premiumsegment

An diesem Abend saß mir nun leider auch nicht der passende Mann gegenüber. Manchmal ist aber auch der Falsche der Richtige. Dieser Mann hatte mir zu einer wertvollen Einsicht verholfen, und das war sehr nett von ihm.

Nett war auch der Abend insgesamt. Unterhaltsam. Niveauvoll von den Gesprächen her – nach der Einführung in das „Premiumsegment“. Es war relativ spät, als wir uns verabschiedeten. Vor der Türe bekam ich sogar zwei Küsschen. Ganz unhanseatisch. Ob er mich anrufen dürfte? Zehn Tage nur noch bis Weihnachten. Die waren bei ihm sehr gefüllt. Aber er würde sich nach Weihnachten gerne melden. Nochmal Küsschen rechts und links. Das war jetzt aber fast schon ein Gefühlsausbruch. Guten Abend und Tschüss.

Auf dem Nachhauseweg dachte ich darüber nach, wie erstaunlich es doch ist, dass Männer glauben, wir Frauen würden geduldig warten und es als ernsthaftes Interesse werten, wenn unsere Date-Partner sich irgendwann in ferner Zukunft mal wieder zu melden gedenken. Wahres Interesse fühlt sich für mich anders an.

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Gemeldet hat er sich tatsächlich. Mitte Januar. Dann allerdings gleich mehrfach. Angestachelt dadurch, dass ich keine Zeit hatte. Der Jagdtrieb? Vielleicht hatte er aber auch alle anderen durch, die im „Premiumsegment“ verfügbar waren, und für nicht passend erachtet, und ich war das kleinste Übel? Keine Ahnung.

Ich glaube nicht, dass ich einen anderen Eindruck bei einem zweiten Treffen von ihm bekommen hätte. Für das erste Treffen bin ich aber sehr dankbar. Es war genau der Tropfen, der das Fass mit meinem falschen Männerbild zum überlaufen gebracht hat. Endlich.

Ich hoffe, dass dadurch der Weg für mich frei ist in eine erfüllte Partnerschaft!

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt habe, ist, dass ich tatsächlich schon die ersten Mails mit meinem wahren Mr. Right ausgetauscht hatte. Ja, die Online-Partnersuche ist spannend und oft beginnt ein Happy End fast unbemerkt…

Ich wünsche Ihnen in dieser Woche viele schöne Überraschungen.

Ihre

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