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Das Mingle-Phänomen

Sind wir eigentlich zusammen?

Young couple at quarrel on bench in parkDie Zeiten, in denen ein Kuss oder der erste Sex besiegelten, dass man offiziell ein Paar ist, scheinen endgültig vorbei zu sein. Diese Erfahrung musste ich auch schon ein paar Mal machen. Nach dem Ende meiner langjährigen Beziehung, lernte ich ein paar Männer kennen, bei denen das Kennenlernen anfangs sehr vielversprechend verlief. Aber als es (für mich) ernster wurde, schoben diese Männer Gründe vor, warum sie nicht mit mir zusammen sein wollten. Der Klassiker unter ihren Argumenten war: Ich kann mich gerade auf Nichts einlassen.

Angst vor Nähe

Auf Nichts einlassen können sich heute offenbar sehr viele Menschen. Ich sage bewusst Menschen, denn es sind nicht immer nur die Männer, die ein Problem mit Verbindlichkeit haben. Auch Frauen scheuen häufig Bindungen. Bei ihnen äußert sich dies allerdings meistens indirekt. Frauen mit Bindungsangst fliegen auf Männer, die sich nicht binden wollen – und das, obwohl sie denken, dass sie sich nichts sehnlicher wünschen, als eine Partnerschaft. Klingt paradox, ist es auch irgendwie. In der Psychologie spricht man von aktiven und passiven Vermeidern. Der aktive Vermeider spricht offen darüber, dass er keine Beziehung will, wohingegen sich der passive Vermeider potenzielle Partner sucht, die sich auf Nichts einlassen wollen oder können. Oft sind es genau der passive und der aktive Vermeider, die sich suchen und finden – und dann eine oft schmerzhafte Liaison eingehen. Kommt der eine dem anderen ein Stückchen näher, rückt der andere wieder ein Stück zurück. Und so geht das ganze Spielchen eine Weile, bis einer irgendwann die Reißleine zieht. Man landet in der Kiste, kocht vielleicht auch zusammen oder geht ins Kino. Ein Paar ist man offiziell jedoch nicht. Zu groß ist die Angst vor Nähe und man fühlt sich in einer festen Bindung einfach nicht wohl. Die Partnerschaft scheint irgendwie zu eng zu sein und irgendwie wird einem dann doch alles zu viel. Stattdessen bevorzugen diese Menschen lockere Beziehungen – also One-Night-Stands, Friends with Benifits, Casual Dating oder Affären. Fast könnte man bei diesen ganzen Modenamen auch von einem neuen Trend sprechen.

Das Leben als Mingle

Nichts Halbes und nichts Ganzes ist auch eine Beziehungsform, die viele in meinem Bekanntenkreis schon erlebt haben. Und auch für diese Menschen, die irgendwie ein Paar sind, aber irgendwie auch wieder nicht, gibt es natürlich wieder ein Modewort. Ein aktueller Artikel in der „Die Welt“ bezeichnet dieses Halbbeziehungsdasein auch als „Mingle“. Dabei handelt es sich um eine Wortschöpfung aus „mixed“ und „Single“. Hier geht es laut der Zeitung nicht um Beziehungen, in denen man „nur“ miteinander ins Bett geht, sondern man lernt sich ganz normal kennen, mag sich, küsst sich, unternimmt gemeinsam etwas und landet irgendwann in der Kiste. Dann trifft man sich wieder – die einen regelmäßig und kurz hintereinander, die anderen in größeren Zeitabständen. Während das Ganze so dahinplätschert, fragt man sich irgendwann: Sind wir eigentlich zusammen? Was ist das da eigentlich zwischen uns? Schenken wir uns etwas zum Geburtstag? Kann ich mit ihm oder ihr über eine gemeinsame Zukunft sprechen? Diese Fragen stellt man sich meist jedoch nur im Geheimen. Denn irgendwie benimmt man sich wie ein Paar, aber offiziell steht keiner dazu und beide leben weiterhin Ihr Single-Leben. Häufig zieht einer von beiden dann irgendwann den Kürzen – spätestens wenn Gefühle ins Spiel kommen. Dann heißt es Farbe bekennen. Aber was ist, wenn der andere nicht genauso empfindet? Mache ich mich dann klein, wenn ich zu viel von mir preisgebe?

Die große Freiheit

Es gibt verschiedene Gründe für diese neue Unverbindlichkeit. Bindungsangst ist jedoch nur ein Teil davon. Die größte Angst, die viele Menschen haben ist, dass sich auf dem Partnermarkt vielleicht noch etwas Besseres findet, als die Person, die wir gerade bei uns haben. Unsere Ansprüche sind schließlich riesengroß. Vom guten Aussehen mal ganz abgesehen, sollte unser zukünftiger eine Palette an guten Eigenschaften mitbringen, die ihresgleichen sucht. Und am besten alles gleich im Superlativ. Am Ende kann man sich auf niemanden bedingungslos einlassen, der nicht alle diese Ansprüche erfüllt. Aber das Problem ist: Niemand kann das. So wird die große Freiheit zum Gefängnis und zu einer Hatz nach einem Idealbild von Partner, den es niemals geben wird. Diese quälende Ungewissheit, dass es da draußen den einen oder die eine gibt, der perfekt zu uns passt, lässt uns nicht ankommen, sondern ständig weitersuchen. Und so macht man es sich einfach: Führt halbe Beziehungen, hat keine Verpflichtungen, datet nebenbei noch andere und muss auch nicht Schluss machen. Ist doch alles total easy, oder? Leider nicht.

Einfach mal Farbe bekennen

Denn es kann so befreiend sein, sich auf einen anderen Menschen komplett einzulassen. Man muss sich nur für ihn entscheiden. Hat man das einmal getan, ist man tatsächlich irgendwie frei. Der ganz Stress, noch weitersuchen zu müssen, fällt auf einmal ab und man kann sich wirklich fallen lassen. Wer sich also gerade in einer Mingle-Beziehung befindet und nicht möchte, dass das so bleibt, sollte den anderen einfach mal fragen: Willst du mit mir zusammen sein? Kreuze an: Ja, nein, vielleicht.

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