Registrieren Login

Übung macht den Meister – und warum ein ‚flotter Dreier‘ eine lustige Angelegenheit sein kann

Das erste Date ist immer aufregend. Schließlich erhofft man sich ja, dass dieser Mensch, den man treffen wird, der/die gesuchte Mr(s) Right ist. (Etwas) ‚Lampenfieber‘ gehört deshalb einfach dazu. Zuviel Aufregung vor so einem Date lässt allerdings darauf schließen, dass die Übung – und somit die Sicherheit im Umgang mit solchen ‚Prüfungs‘-Situationen – fehlt.

Schlimm deshalb, weil man dann wahrscheinlich nicht die richtigen Worte findet, um sich von der besten Seite zu zeigen, und man sich, besonders bei einem wichtigen Date, hinterher ärgert. Wie heißt es doch so schön: Es gibt keine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck!

Mein Tipp: Üben, üben, üben. Was natürlich nicht heißen soll, dass Sie wild drauf los daten sollen. Treffen Sie sich mit (von Ihnen) ausgesuchten, angenehmen Menschen. Erwarten Sie einen schönen Abend und freuen Sie sich auf interessante Gespräche. Sie werden sehen: Auch solche Begegnungen können das Single-Dasein bereichern.

Auf jeden Fall erhalten Sie so die nötige Übung im Umgang mit anderen Menschen und schulen sich im Small-Talk. Gut geübt werden Sie dann auch eine ‚gute Figur‘ machen, wenn Ihnen irgendwann Mr(s) Right begegnet – vielleicht ja sogar bei so einem Treffen, von dem Sie lediglich einen schönen Abend erwarten, aber das Schicksal es besonders gut mit Ihnen meint….

Der folgende Auszug aus meinem Buch gibt meine ersten Date-Erfahrungen wieder und zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf Partnersuche agieren und wie verschieden ihre Ziele sind. „Olivia“ ist auch wieder dabei. Sie erinnern sich: Die lebenslustige Kölnerin in den 50ern, die sich auf junge Männer ’spezialisiert‘ hat und Daten als Freizeitbeschäftigung sieht…. Aber lesen Sie selbst:

* * * * *

Eine ganz normale (?) Date-Woche

Meine ersten Dates wurden mir von Olivia verordnet, die – nachdem ich ihr den Umgang mit dem Internet erklärt habe – längst eine Art Internetsucht entwickelt hatte. Sie amüsierte sich bestens mit ihrem Online-Fan-Club. Bei ihr fing der Tag mit Guten-Morgen-Mails an ihre Bewunderer an und war mit Blind-Dates nur so gespickt. Zum Abend hin gab sie, teils per Mail, teils schon per SMS, das „Gute-Nacht-John-Boy“-Rundschreiben heraus.

Nun ist sie einerseits vom Spieltrieb befallen, andererseits aber sehr bodenständig. Das wirkte sich dahingehend aus, dass Olivia jeden Tag dem gleichen Lokal treu blieb, aber einen anderen Herrn erwartete. Den Kellnern war das schon aufgefallen.


Olivias Freundeskreis hatte sich in kürzester Zeit auf nützlichste Weise verdoppelt. Sie hatte es schon geschafft, einen Klempner aus dem Netz zu fischen – seither tropfte der lästige Wasserhahn im Bad nicht mehr – einen Salsa-Tänzer, der ihrer eher dezenten Freude an Bewegung etwas Beine machte, einen Computer-Freak – ihr altersschwacher Laptop verschluckte sich öfter mal an den Daten- bzw. „Date“-Mengen – …..

Natürlich hatte sie nicht mit jedem dieser Männer eine Affaire. Viele wollte sie nicht. Manche wollten sie nicht. Waren sie nett, versuchte Olivia sie in „gute Hände“ abzugeben. Ein solcher Mann, der Olivia ins Netz gegangen war, beim Date für gut befunden wurde, aber zur letzteren Kategorie gehörte, stand jetzt auf meiner To-Do-Liste in Sachen Dates. Olivia: „Ein total netter junger Mann. Hat Manieren. Sieht gut aus…Jetzt stell Dich nicht so an!“ Damit war mein erstes Date perfekt und ICH saß in besagtem Lokal.

 

 

Das In-gute-Hände-abzugeben-Date:

 

Von dem „netten jungen Mann mit Manieren“ erfuhr ich in den ersten fünf Minuten unseres Treffens, dass er schon mit einer mir bekannten Frau in der Badewanne gesessen hatte. Im Bad hatte sie ein lebensgroßes Bild ihrer selbst an der Wand hängen. Natürlich habe er sie darauf hingewiesen, dass dieses Bild mit der Realität nicht im Mindesten in Einklang stünde, es wohl eher ein sehr geschönter Wunschtraum sei. Für Olivias Freundinnen, die alle deutlich älter waren als er, hatte er auch viele Verbesserungsvorschläge parat, bis hin zum Ganzkörperlifting. Also wirklich „gute Manieren“.

Nach diesem Date wusste ich zumindest schon mal, dass ich mich wohl besser auf meine eigene Menschenkenntnis verlassen sollte als auf Olivias. Es folgten zwei – selbst initiierte – Dates in Hamburg, bei denen jeweils ein Kaffee reichte um festzustellen, dass es mit keinem der beiden Herren zu einem gemeinsamen Frühstück kommen würde.

Ein weiteres Date am Dortmunder Bahnhof, als Reiseunterbrechung nach Hamburg: Ein Fotograf, mit dem ich schon nette Telefongespräche geführt hatte. Seine Profil-Fotos fand ich sehr ansprechend. Allerdings war ich mit dem optischen Eindruck nicht auf dem neuesten Stand, wovon ich mich beim Anblick der – mindestens – zehn Jahre älteren Version dieses Mannes bei einer Tasse Kaffee, überzeugen konnte.

Danach befand ich, dass ich dringend eine Date-Pause einlegen musste. Das Ganze strengte mich ziemlich an. Damit stand ich im krassen Gegensatz zu Olivia, deren Date-Menge deutlich höher war als meine, die daran aber einfach ihren Spaß hatte. Kein Wunder: Sie suchte Abwechslung – die findet man im Netz leicht. Ich dagegen suchte einen festen Partner – was deutlich schwerer ist und mit sehr viel mehr Frust-Potential einher geht.

Genau in meiner selbst verordneten Date-Pause hatte ich – ungewollt – mein lustigstes Date

 

Ich war wieder ein paar Tage bei Olivia in Köln zu Besuch, die immer noch in bester Date-Laune war. Sie hatte ihre Fax-Leitung als Kontakt-Telefon für ihre Internet-Bekanntschaften frei gegeben. Wenn es dort klingelte, war klar: Ein Mann aus dem Netz ruft an. Ihre Haupt-Telefonnummer war nur für berufliche Zwecke und für ihre Freundinnen bestimmt. Beim Handy lief alles zusammen, zumindest hatten auch die Männer, die zur engeren Auswahl gehörten, ihre Mobilnummer – und das waren nicht wenige!

Ihr Handy klingelte ständig. Mal war es eine Netzbekanntschaft. Mal eine Freundin, die Neuigkeiten von Olivias Vernetzungen hören wollte. Mein Vorschlag, das Handy direkt ins Ohr transplantieren zu lassen, fand keinen Anklang, weil mir kein passender Vorschlag zur Bedienung des SMS-Modus einfallen wollte.

Wir waren gerade dabei, das Haus zu verlassen, als das ‚Nur-für-Männer’-Telefon klingelte. Eine sympathische Männerstimme sprach im Laut-Modus auf den Anrufbeantworter. Wir hatten es allerdings eilig und Olivia entschied sich, ihn später zurück zu rufen. Sie erklärte mir kurz, dass es sich hier um einen äußerst sympathischen jungen Mann handeln würde, der sie vor zwei Tagen angeschrieben hatte und mit dem sie seither in regem Mail-Kontakt stand. Dieses sei sein erster Anruf. Dafür müsse sie sich Zeit nehmen. Später. Der Mann liefe ja schließlich nicht weg.

Nach einem ausgefüllten Tag kamen wir gegen Abend wieder in Olivias Wohnung an. Das Erste, was sie machte: Sie loggte sich in ihre Lieblings-Singlebörse ein. Nachdem sie ihre Mails gesichtet und, teilweise mit lauten Kommentaren versehen, beantwortet hatte, wollte sie wissen, was sich denn so in meiner Mailbox tummelte. Ich tat ihr den Gefallen, außerdem war ich natürlich auch neugierig. Interessiert schaute mir Olivia beim Sichten der Mails über die Schulter, wollte die zugehörigen Profile genauer sehen und vergab Bewertungsnoten, ähnlich wie die Preisrichter beim Turniertanz.

Auf einmal stieß sie einen spitzen Schrei aus: „Ja, aber das ist doch Sporty!…..das ist der, der heute Morgen hier angerufen hat….“ Mit versteinertem Gesicht stand sie neben mir – und sich. Ich versuchte sie zu beruhigen: „Olivia, das ist eine Flirtline. Das ist normal, dass auch die Männer hier mehrere Frauen anschreiben. DIE DÜRFEN DAS!“  Diese Seite des Online-Flirtens hatte sie bislang nicht wirklich durchdacht. Olivia: „Also, da schreibt der Dich an, dabei habe ich dem doch gemailt, dass ich Besuch von meiner Freundin aus Hamburg habe.“

Auf dem Monitor oben rechts war deutlich die Anzahl der User und Userinnen angezeigt, die gerade online waren. Zusammen etwa 5000! Nicht einmal Sherlock Holmes hätte aus Olivias Angaben folgern können, dass ausgerechnet try2find (mein Nickname) aus Hamburg diese Freundin war. Olivia wollte die Sache aber trotzdem nicht einfach so auf sich beruhen lassen und schmiedete Rachepläne.

Ich musste besagten Herren – er war gerade erkennbar online – direkt anschreiben. Das fand ich jetzt allerdings auch lustig:

try2find: “Hallo Sporty. Danke für die Mail. Ich bin gerade bei einer Freundin in Köln zu Besuch. LG – try2find“  Seine Antwortmail zeigte: Das hatte ihn noch nicht auf die richtige Fährte geführt. Wie sollte es auch?

try2find…und wir finden, Du hast einen guten Geschmack.“ Wieder eine ahnungslose Mail seinerseits.

try2find„…aber eine langsame Auffassungsgabe… Sagt Olivia auch!!!!

Zehn Minuten Schweigen.

try2find Hallo? Hast Du gerade einen Herzinfarkt erlitten. Das war nicht unsere Absicht ;-)!“

Antwort sporty: „…ich musste nur mal in meiner Mailbox nachsehen, wie das zusammenhängt. Ich kann mir richtig vorstellen, wie ihr euch die Bäuche vor Lachen haltet…“

Ein paar Mails weiter und wir waren für den nächsten Abend verabredet. Zu dritt.Wenn er kommt“, bemerkte Olivia vorsichtig, die schon einige Male das „Warten auf Godot“ (Theaterstück von Samuel Beckett. Alle warten, aber Godot erscheint nie.) erlebt hatte, was mir zu diesem Zeitpunkt noch fremd war. Aber ich habe später in dieser Hinsicht enorm aufgeholt.

Nächster Abend. Unser Lieblingslokal. Olivia und ich zeitgleich in Warteposition, was die Kellner vollends verwirrt. Unser gemeinsamer neuer Freund erscheint tatsächlich. Natürlich loben wir ihn – ganz ehrlich gemeint – erst einmal für seinen ungewöhnlichen Mut. Wir amüsieren uns alle drei köstlich über diesen seltsamen Zusammenhang. Das Internet ist tatsächlich ein Dorf.

Der Abend ist mehr als unterhaltsam. Aber leider ist keiner von uns für den anderen bestimmt. Das ist uns allen gleichermaßen klar und wird auch offen ausgesprochen. Auf dem Nachhauseweg beschließt Olivia, dass es Verschwendung sei, mich wieder alleine nach Hamburg zu schicken, wo ich doch so gut koche und sie so gerne isst ….und macht mir einen Heiratsantrag. Ist das vielleicht die Lösung? 😉

* * * * *

Sie sehen: Aller Anfang ist schwer. Ich habe eine ganze Reihe von Date-Erfahrungen benötigt, um langsam zu lernen, welche Kontakte vielversprechend sein könnten. Natürlich war ein wichtiges Thema für alle meine Date-Partner, aber auch für mich selbst: Wie überbrücke ich die ersten – oft leicht peinlichen – Minuten, bis man ein Gesprächsthema gefunden hat? Ich habe den einfachen Weg gewählt und schlicht zugegeben, dass ich die Situation gerade etwas seltsam finde….und schon hat man eine gemeinsame (Gesprächs)Basis.

Vielleicht haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht – oder einen weiteren guten Tipp zur Senkung des Date-Fiebers? Ich freue mich über Ihre Anregungen – so wie sicherlich alle Anderen hier auch.

Ihre

Namenszug

Sag uns deine Meinung


Singles warten auf Sie Anmelden
Herzlich Willkommen

Hier werden Eure Herzen höher schlagen. Guckt durchs NEU.DE-Schlüsselloch: Erfahrt mehr über die Menschen hinter der Singlebörse, interessante Neuigkeiten rund um seriöse Partnersuche und Online-Dating. Findet  in den Erfolgsgeschichten heraus, wie sich NEU.DE-Paare gefunden haben. Außerdem bringen wir Euch zu exklusiven Events und bieten immer wieder viele spannende Aktionen!

Kennenlernen könnt Ihr Euch nach wie vor auf unserer Online-Dating-Plattform NEU.DE, daran ändert sich nichts.

Hier findet Ihr unsere Netiquette.

Die Köpfe hinter Herzklopfen

Was gibt es Schöneres als Erfolgsgeschichten?

Ihr habt euch mit NEU.DE verliebt?

Erzählt uns eure Geschichte
Aktuelle Videos
© 2018 Redaktion: NEU.DE GmbH