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Verwirrende WWWelt – warum „frau“ manchmal Mr. Right einfach nicht sieht

Warum Frauen "Mr. Right" manchmal einfach nicht sehenHier ist er nun: Der zweite Beitrag meiner Trilogie, die eine Folge von Einzelerlebnissen in einen logischen (na ja, was ist auf der Gefühlsebene schon logisch? ;-)) Zusammenhang setzt und – vielleicht – erklärt, warum „frau“ manchmal seltsame Verhaltensweisen an den Tag legt.

In der Auftakt-Geschichte der letzten Woche (nach)erzähle ich eine „verhängnisvolle Affäre“: Da geht es um einen Mann, in dem ich irrtümlich Mr. Right zu erkennen glaubte. In dieser Woche zeige ich die Folgen auf, die aus einem dieserart erschütterten weiblichen Selbstbewusstsein entstehen können. Folgerichtig ist das Thema:

Der richtige Mann zum falscher-Zeitpunkt

Das „Mann“ mit braunen Augen so blauäugig gucken kann! Das war mein erster Eindruck von Daniel. Nach meiner verhängnisvollen Affäre mit Al, bin ich drei Monate später wieder online auf der Suche nach Mr. Right. Und gleich in den ersten Wochen treffe ich auf einen richtigen Traummann? Seine Mail ist sehr nett verfasst und deutlich.

Daniel:„Ich würde Dich gerne näher kennenlernen“, steht da zum Schluss. Alles ist irgendwie stimmig. Der Text ist nicht zu lang und nicht zu kurz. Ein paar Daten zur Person, die nicht auf seinem Profil zu finden sind, aber nicht gleich der ganze Lebenslauf. Dazu ist er noch im richtigen Alter.


Er hat gleich eine ganze Serie von Fotos, offensichtlich auf einer Party aufgenommen, ins Netz gestellt. Mal lachend. Mal ernst. Ganz authentisch. Da weiß „frau“ absolut, mit wem sie es zu tun hat. Alles in allem: Ein Hauptgewinn in der Partnerbörse. ABER! Das Leben ist kompliziert – besser gesagt, ich bin zurzeit kompliziert, denn ich bin immer noch „Al“ geschädigt und halte meine Gefühle im Zaum. Diese fiese Geschichte hat mir sehr zu denken gegeben. Vielleicht bin ich einfach zu gutgläubig? Vielleicht muss ich meine Art ändern und nicht immer das Gute im Menschen erwarten, um dann enttäuscht zu werden? Geht es denn andersherum? Das Schlechte erwarten und sich im besten Fall danach am Positiven erfreuen?

 

Schlecht, wenn schlechte Erfahrungen sich nicht abschütteln lassen

Ich bin jedenfalls ziemlich durcheinander. Deshalb bin ich bei Daniel sehr vorsichtig. Nach mehreren Wochen mit zahlreichen Mails und vielen Telefonaten entschließen wir uns trotzdem zu einem Treffen. Es soll an der Ostsee stattfinden. Daniel will dort ein paar Tage ausspannen und hat mich in sein Ferienhaus im Ostseebad Ahrenshoop eingeladen. Eigentlich freue ich mich, ABER! Ich komme mir vor, als hätte ich auf der einen Schulter einen kleinen Engel sitzen, auf der anderen den passenden Teufel dazu und beide zanken sich über meinem Kopf hinweg, was denn nun zu tun sei.

Ich gehe zurzeit nur mit großen Gefühlsschwankungen durch den Tag, die sich stündlich ändern können. Die letzten Ausläufer der menschlichen Enttäuschung, die ich Al zu verdanken habe. In diesem desolaten Zustand treffe ich das erste Mal am Rostocker Hauptbahnhof auf Daniel, der mich, wie verabredet, hier abholt. Er ist eine geniale Mischung aus jungenhaft und männlich. Groß und gut gewachsen mit einer geraden Haltung. Dunkle Haare, braune Augen. In einem Film wäre er die Idealbesetzung eines ungarischen Edelmannes zur Kaiserzeit. Das Schönste an ihm: Er hält sich für einen absolut normalen Mann und würde tatsächlich rot werden, würde er das hier lesen.

 

Zwischen Himmel und Hölle

Mein Engel, mein Teufel und ich sitzen also irgendwann auf Daniels Beifahrersitz auf dem Weg ins Ferienhaus. Auch von dieser Seite betrachtet ist er ein Traumtyp. Er bemüht sich sehr, mich zu unterhalten und schafft das auch auf angenehme Art und mit angenehmer Stimme. Trotzdem wünsche ich mich nach Hause auf mein Sofa. Dieses Gefühlschaos macht mir richtig zu schaffen. Alle zwei Sekunden sagt mir mein Teufel: „Das ist auch nur ein Mann. TRAU IHM NICHT!“ Mein Engel flüstert mit zarter Stimme: „Da sitzt Dein Mr. Right. DU MUSST NUR ZUGREIFEN!“ Der Teufel widerspricht: „DAS HAST DU BEI AL AUCH GEDACHT!“ Daniel bemerkt davon natürlich nichts, aber ich bin völlig unentspannt. Ein Gefühl, dass seinen Höhepunkt erreicht hat, als wir die Ferienwohnung betreten. Ich flüchte sofort in das „Kinderzimmer“ und platziere meine persönlichen Dinge dort. Daniel ist schon einige Tage länger hier. Er hat das „Elternschlafzimmer“. Bei der Wohnungsbesichtigung fällt mir sofort auf: BEIDE Betten im „Elternschlafzimmer“ sind bezogen.

Mein Teufel sagt schadenfroh: „SIEHSTE!“ Ich bin froh, als wir zum Dinner aufbrechen. Die Gegend ist wirklich wunderschön. Eigentlich ganz mein Geschmack. Es ist Vorsaison und daher nicht viel los. Wir sind ziemlich allein auf weiter Flur. Im Normalzustand würde ich gerade das toll finden, aber im Moment verstärkt das meine innere Einsamkeit noch.

 

Während des Essens und nach einem Glas Wein werde ich ein bisschen entspannter. Wir unterhalten uns wunderbar. Lachen viel. Kurz: Wir sind auf einer Wellenlänge. Ich schaue in die schönsten braunen Augen, die ich je bei einem Mann gesehen habe. Schöne Hände hat er auch und ein sehr zuvorkommendes Benehmen. Er ist in der DDR groß geworden. Wir vergleichen unserer beider Kindheit in Ost- und West und kommen zum Schluss, dass da kein großer Unterschied vorhanden ist. Erst im Teenageralter wird der deutlich sichtbar. Aber auch nur äußerlich. Unsere Grundwerte scheinen ziemlich ähnlich zu sein. Er gefällt mir wirklich sehr gut. Ich versuche, ihm meine ziemlich konfuse Gefühlswelt zu erklären.

Er kennt die Al-Story natürlich aus den zahlreichen E-Mails. Es war mir wichtig, dass er darüber Bescheid weiß. Was ich allerdings selber nicht geahnt habe, ist, dass mir das noch so sehr in den Knochen steckt. Der anfängliche Liebeskummer ist zwar längst verflogen, aber ein ganz schlimmes Misstrauen ist zurückgeblieben. Daniel geht aber sehr entspannt mit mir um. Kein Versuch, zum „Ziel“ zu kommen. Das macht ihn noch sympathischer. Hätte er es allerdings versucht, wäre es ihm sicher gelungen und wir wären heute vielleicht ein Paar? Ich weiß, ganz schön wirr, und es ist mir auch leider nicht gelungen, das Ganze zu diesem unglücklichen Zeitpunkt zu entwirren.

 

Kein Happy End trotz Traummann-Faktor

Die Nacht habe ich also ganz brav im Kinderzimmer verbracht, Daniel im elterlichen Schlafzimmer. Die Situation am Morgen: Ich komme die Treppe herunter in den Wohnraum und sehe einen Traum von einem Mann mit Sweatshirt und einem Handtuch um die Hüften bei der Herstellung von Spiegeleiern. Mein ausgeschlafener Engel auf der Schulter sagt dazu: „DU BIST JA WOHL TOTAL BESCHEUERT. LETZTE CHANCE: GREIF ZU!“ Aber natürlich hat mein kleiner Teufel auch noch was dazu zu sagen, und das Gefühlschaos geht direkt wieder los.

Nach einem ausgedehnten Spaziergang bitte ich Daniel, mich zum Bahnhof zu fahren. Ich bin inzwischen müde vom Wechselbad zwischen Glücksgefühl und Panikattacken. Seinen Blick, als der Zug anfährt, werde ich nie vergessen: Völliges Unverständnis! Ich habe mich in dieser Situation selbst nicht verstanden.

Zu Hause in Hamburg sitze ich dann auch mit Liebeskummer auf der Couch. Diesmal wegen Daniel. Ist das nicht total bescheuert? Der richtige Mann zur falschen Zeit! Wir haben es nie geschafft einen „richtigen“ Zeitpunkt zu finden, obwohl unser Kontakt nicht abgebrochen ist.

Einmal, nach einem Jahr, habe ich ihn wieder gesehen. Ich hatte in seiner Heimatstadt zu tun. Ich wusste, dass er inzwischen eine Partnerin hat. Klar, nicht alle Mädels sind blind! Oder blöd? Er hat sich trotzdem die Zeit genommen für eine kleine Stadtführung, einen Drink und eine gute Unterhaltung, und ich war wieder ein bisschen traurig, als ich fahren musste.

„Die größte Liebe ist immer die, die unerfüllt bleibt!“ (Peter Ustinov)

 

*****

Schade, könnte man denken, wenn man diese Story allein betrachtet. Aus heutiger Sicht weiß ich allerdings, dass das Leben einen noch passenderen Partner für mich vorgesehen hatte. Und auch Daniel ist mit seiner Partnerin schon viele Jahre glücklich. So gesehen gab’s dann doch noch ein Happy End für uns – wenn auch kein gemeinsames.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine Happy Week.

 

Ihre

Namenszug

 

Ein Kommentar

  • kann es sein, daß es nicht nur frauen ihren mr. right nicht sehen … sondern auch männer ihre ms. right nicht erkennen?
    zumindest mir ging es schon so … und so weit ich das über andere männer sagen kann – ich bin wohl nicht der einzige mann, dem es so geht. gefühlschaos, ein ständiges auf und ab.
    unsere gefühle lassen sich nicht so einfach steuern … zum glück …

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