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Warum auch ‚falsche‘ Dates richtig sind und alle (Un)Beteiligten dabei Spaß haben

Ehe ich hier mit den Does und Donts in Sachen „Mehr Erfolg bei der Partnersuche“ weiter mache, möchte ich zur Auflockerung einfach mal ein Date ‚dazwischen schalten‘. Letztlich geht es ja bei der Online-Suche darum, dass sich aus den virtuellen Kontakten reale Dates entwickeln. Erst dort entscheidet sich – in den meisten Fällen -, ob Mr(s) Right „INS NETZ GEGANGEN“ ist.

In folgendem Fall war ER es nicht. Trotzdem, finde ich, war dieser Abend für alle Beteiligten eine Bereicherung. Aber lesen Sie selbst. Ein O-Ton aus meinem Buch:

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After-Work-Date mit Starbesetzung

Ich bin mal wieder mit meinem Freund George unterwegs. Sie erinnern sich, der Coach, der aussieht wie George Clooney. Der Wunschschwiegersohn meiner Mutter, was er leider nie werden kann, denn er ist schwul. Ich finde das allerdings super, denn das macht diese Beziehung so unproblematisch.

Wir besuchen eine After-Work-Party in einem namhaften Hotel in Hamburg. Einmal waren wir schon hier und haben uns köstlich amüsiert, dank hervorragender Liveband und netter Leute. Für heute hat sich ein Chatpartner von mir angekündigt, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich zurzeit in festen Händen bin….was nur bedingt stimmt.

Ich interessiere mich lediglich für einen bestimmten Mann und will diese Noch-nicht-Beziehung nicht gleich im Keim ersticken, in dem ich wild herumdate, weil mich sowas durcheinander bringt. Ich bin sozusagen gerade ein Monogam-Dater. Abgesehen davon finde ich diesen neuen Interessenten zwar unterhaltsam, aber als Mr. Right-Anwärter sehe ich ihn nicht.

Er hat mich, ohne ein Foto im Netz zu haben, angeschrieben, es aber mit seiner etwas frechen Art geschafft, dass daraus ein längerer Mailkontakt wurde. Geködert hat er mich mit seiner Aussage, dass er aussieht wie Thomas Heinze, ja sogar öfter mal auf großen Events mit selbigem verwechselt wird….und Thomas Heinze finde ich toll!!!

Sein Foto erhalte ich erst nach einigen Mails. Es ist eine schwarz weiß Aufnahme. Ich bin baff. Wer hat diesem Mann erzählt, dass er aussieht wie Thomas Heinze? Also mir gefällt er nicht, was auch immer mehr auf seine allzu forsche Art zutrifft.

Leider habe ich während unseres Mailkontakts ‚ausgeplaudert‘, dass ich heute zu diesem Event gehe und das als Grund genommen eine Einladung von ihm auszuschlagen. Den Ort hatte ich dabei gar nicht verraten. Darauf ist er selbst gekommen. Er scheint schon öfter dort gewesen zu. Grund genug für ihn sich gleich mal selbst einzuladen. Egal. Es ist ja gar nicht sicher, dass – nennen wir ihn ‚Thomas’ – auch tatsächlich kommt – falls doch, bin ich zu nichts verpflichtet. Wir sind ja nicht verabredet.


Direkt am Eingang zur Lounge, in der schon das rege Leben tobt, erwartet uns der Hotelchef, ein guter Bekannter von George. Beim Begrüßungscocktail bemerke ich einen Mann, der strategisch richtig steht, um den Eingang zu beobachten. Sein Blick zielt immer wieder auf mich, ich fühle mich beobachtet und schaue natürlich auch ab und zu rüber. Ein paar Blicke später fällt es mir wie Schuppen von den Auge: Das ist der Mann, der sich für einen Thomas-Heinze-Doppelgänger hält. Auch im realen Leben kommt er dem echten Thomas nur so nah, wie Tatjana Gsell der echten Barbie.

Na, gut. Da muss ich jetzt durch. Ich gehe also direkt auf ihn zu, sage artig „hallo“, um diesem gegenseitigen Anstarren ein würdiges Ende zu bereiten. Im Gegensatz zu den meisten Männern habe ich mit dem ersten Schritt wenige Probleme, zumindest bei denen, die mich sowieso nicht interessieren. Nach einem kurzen Geplänkel, gehe ich zu George zurück, der natürlich sofort fragt, wer das denn sei. Als ich ihm erkläre, dass es sich hier um die Zweitausgabe von Thomas Heinze handelt – George ist natürlich informiert – schaut er sich den Herrn noch einmal ausführlich an und sagt: „Ich glaube, Thomas Heinze wäre darüber aber nicht sehr glücklich.“

Thomas scheint zu glauben, dass es sich bei George um den Mann handelt, den ich innerhalb meines Profils mit „Ich habe das Glück, jemanden gefunden zu haben, der mir sehr gut gefällt“ beschrieben habe, und lässt mich zufrieden. Ich glaube, er hat auch gemerkt, dass er nicht mein Typ ist. Einmal allerdings kommt er tatsächlich kurz zu mir rüber, wir unterhalten uns. Er ist ganz nett, und ich möchte nicht so unhöflich sein, ihn allein stehen zu lassen, bitte ihn also an unseren Tisch. Da haben sich inzwischen verschiedene interessante Leute eingefunden, darunter auch eine ganze Traube von Frauen. Alle Freundinnen. Alle sehr liebenswert und unterhaltsam. Alle sehr hübsch und alle sehr klein. Sie reichen George und mir gerade bis zur Schulter. Ich habe sie deshalb Jacob Sisters getauft. Es geht also etwas turbulenter zu in unserer Ecke.

Thomas gibt zu bedenken, dass er in Begleitung eines Freundes hier ist, den er nun wieder nicht allein lassen möchte. Er zeigt in die Richtung, und ich sehe einen südländisch wirkenden, einsamen Mann dort stehen. Mit einem „Das ist doch kein Problem“ gehe ich zielstrebig auf ihn zu, stelle mich kurz vor: „Hallo ich bin Judith“, reiche ihm die Hand, während er mich erfreut anlächelt und mir auf Englisch mit italienischem Akzent klar macht, dass er Deutsch nicht versteht. Auch das ist „no Problem“, ich wechsle ins Englische und bitte ihn rüber an unseren Tisch, was er hoch erfreut annimmt. Natürlich bin ich im Glauben unterwegs, dass Thomas uns folgt, aber von ihm ist seltsamerweise nichts mehr zu sehen.

Roberto heißt unser Neuzugang am Tisch, und die Jacob Sisters sind höchst erfreut darüber. Roberto ist Italiener, erkläre ich den Mädels kurz, und dass er wegen eines Seminars heute in Hamburg ist. Keine der Jacob Sisters spricht gut Englisch, aber Probleme bei der Konversation gibt es trotzdem nicht. Hände und Füße scheinen zu reichen. Roberto ist vom Deutschen Fräuleinwunder umzingelt und strahlt über das ganze Gesicht. Das muss das Paradies für einen italienischen Mann sein. Das sei einer der „most beautiful evenings“, die er je erlebt hat, versichert er mir dann auch strahlend.

Ich schaue mich nach der Zweitausgabe von Thomas Heinze um. Er steht, wie zu Anfang, wieder an diesem Tisch. Ein anderer Mann ist jetzt dabei. Der war gerade aber nicht da. Da stand nur Roberto in der Nähe. Mir schwant Böses. Ich frage Roberto, ob er den Mann dort am Tisch, also Thomas, kenne. Er schaut kurz rüber und versichert mir, dass er niemanden hier in Hamburg kennen würde. Auch nicht diesen Mann.

Ich bekomme einen Lachkrampf. So ganz für mich alleine. Die anderen schauen mich dabei immer wieder mal etwas verständnislos an. Niemand hat mich gefragt, wo ich Roberto eigentlich her habe. Würde das jetzt jemand nachholen, müsste ich antworten: „Ich habe mich nur vergriffen!“

Ich liebe diese Situationskomik. Nachdem ich mich beruhigt habe, gehe ich rüber zu Thomas‘ Tisch, begrüße kurz den richtigen Freund, der, wie ich erfahre, gerade von der Toilette zurück ist. Ich erkläre beiden, was mir da passiert ist, und gerate wieder an den Rand eines Lachkrampfes. Aber weder der Thomas Heinze Doppelgänger, noch sein Freund teilen meinen Humor. Sie halten mich für absolut durchgeknallt. Das sehe ich an ihren irritierten Blicken. Kurze Zeit später ist das Thomas-Heinze-Double nebst Anhang verschwunden.

Immerhin: Ich habe den Mann mit Sicherheit von der fixen Idee befreit, ich könnte seine Traumfrau sein. Im Gegenteil: Er hält mich jetzt eher für einen Alptraum und ist sicher froh, schadlos daraus erwacht zu sein. Das ist doch eigentlich ein richtiger Freundschaftsdienst meinerseits. Dazu kommt Roberto, der statt alleine in der Ecke zu stehen, „the most wonderful evening in his whole life“ erlebt, woran eine der blonden langhaarigen Jacob-Sisters nicht ganz unschuldig ist.

Ich finde ich habe heute Abend einen Anrechtsschein auf die baldige Verleihung eines Heiligenscheins verdient. 😉

Ein paar Tage später: George ist am Telefon. Er hatte gestern ein Date mit einem ‚Ben Affleck’ Double. O-Ton: „Du Judith, ist Ben Affleck wirklich so dick?“

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Leider ist aus Roberto und dem blonden Fräuleinwunder nicht mehr geworden – die Sprachbarriere!

Damit Ihnen bei Ihren Mailkontakten – oder auch real – bestimmt nicht die Worte fehlen, geht es in der nächsten Woche wieder weiter mit den „Tipps für mehr Erfolg bei der Partnersuche“.

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit

Ihre

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