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Dating im Dunkeln

Wenn einem beim Date schwarz vor Augen wird

„Im Dunkeln ist gut munkeln“ dachte sich RTL und steckte für die neue Show „Dating im Dunkeln“ jeweils drei Männlein und Weiblein big-Brother-mäßig in einer ‚Villa‘ zusammen, wobei sich Frauen und Männer aber nur in einer Dunkelkammer („Black-Box“) treffen durften. Ziel: sich beschnuppern und gegenseitige Sympathien herausfinden. Am Ende sollten sie sich für einen der drei Gegenparts entscheiden und, Tataaa, ins Scheinwerferlicht treten. Wie´s scheint, ist die Sendung bereits wieder abgesetzt, denn letzten Sonntag lief am Sendeplatz um 19.05 Uhr „Helfer mit Herz“ mit Vera Int-Veen.

Es kann auch nicht gutgehen, wenn man ein uraltes Format aufpeppt und als neu verkauft. Denn das Prinzip von „Dating im Dunkeln“ gibt es schon seit 1987, als die Show „Herzblatt“ startete. Auch dabei geht es darum, dass die „Kandidaten“ sich zunächst nicht sehen, sich nicht von Äusserlichkeiten ablenken lassen, und sich lediglich von der Stimme und von den witzigen oder schlagfertigen Antworten des Gegenübers überzeugen ließen. Rudi Carell und Grundy TV (und die US-Vorbilder) hatten also, ohne pompöse „Villa“, ohne Computertricks und ohne „Black Box“ die ganze Sache schon vor 24 Jahren aufs wirklich Wesentliche reduziert – mit Hilfe einer zurückfahrbaren Pappwand. Und optimal nachzuvollziehen fürs Publikum. Und die RTL-Leute haben wohl gar nicht gemerkt, welchen Abklatsch sie produzierten, sondern dachten, sie machen was Neues, Geniales, nie Dagewesenes.

Wenngleich: Das Prinzip dieser Shows hat natürlich schon einen Sinn. Es geht darum, alle optischen Einflüsse auszublenden, dem Gegenüber wirklich mal zuzuhören und Sinne einzuschalten, die wir sonst kaum nutzen, weil das Visuelle (fast) alles wegbügelt. Das dachten sich auch die beiden Berliner Jungs Jörn Neubauer und Stefan Tolkmitt, die mit ihrer Firma „Dude Dating Experiment“ seit 2009 ein Speed-Dating im Dunkeln anbieten. Analog zum bekannten „Dinner im Dunkeln“, das man ja schon kennt.

Und auch die Idee dazu kam beim Essen, wie Stefan Tolkmitt dem Magazin „Berliner Akzente“ erzählte:
Gemeinsam mit Kumpel Jörn hatte er eine Pizza gegessen und dabei aus Spaß mal das Licht dunkel gedreht. „Schmeckte echt anders. Das ist ein Unterschied, wenn man nicht sieht, was man auf dem Teller hat.“ Jeanstyp oder Schlipsträger: Wer sitzt mir gegenüber?

Das Pizza-Experiment fanden die beiden so spannend, dass sie überlegten, wie es wohl sei, wenn man jemanden kennen lerne, ohne ihn sofort einordnen zu können. Ohne zu wissen, ob einem ein Zweimeter-Schlipsträger mit blank polierten Schuhen oder ein kleiner rundlicher Jeanstyp mit schütter werdendem Haar gegenübersitzt.

Stefan: „Das Aussehen eines Menschen wird total überbewertet. Dabei sind es vielleicht ganz andere Eigenschaften, die letztendlich über Sympathie und Antipathie entscheiden. Wie die Stimme. Oder die Art und Weise, von sich zu erzählen. Oder der Geruch.“ (Quelle: Katrin Starke, Berliner Akzente)

Aber bei Jörn und Stefan ist ebenfalls weder Villa noch Black Box nötig, wie bei RTL, nur eine simple „Schlafmaske“, wie man sie aus dem Flugzeug kennt (Im Preis inbegriffen ;)). Zu Dating in the Dark

Fazit: Was lernt RTL daraus? Es reicht nicht, eine gute Idee zu haben. Man muss sie auch vernünftig umsetzen. Ganz nah am Leben. Ohne Chat-Verabredung von Raum zu Raum, ohne gekünstelte Big-Brother-Atmosphäre. Einfach mal eine paar alte Folgen vom „Herzblatt“ ansehen, wäre wahrscheinlich die beste Nachhilfe für die hippen Fernsehmacher.

PS: „Läster.tv“ schrieb über die erste (und vermutlich letzte Folge) der RTL-Show:
„Warum auch immer stand in unserer Fernsehzeitschrift neben dem Titel dieser RTL-Sendung “Tipp”. Nachdem ich die Sendung gesehen habe, denke ich über einen Wechsel der Zeitschrift nach und darüber, ob ich die Macher auf Schadensersatz für die verschwendete Zeit verklagen kann – vermutlich eher nicht. Nun gut, da ich mir den Mist nun schon zu Gemüte geführt habe, kann ich euch auch mit einer Zusammenfassung langweilen. Das Prinzip der Flirt- und /oder Datingshow war dabei denkbar einfach und dürfte dem Verantwortlichen bei RTL oder der Produktionsfirma leider keinen Innovationspreis einbringen:
Man nehme ein Haus, teile es in zwei Bereiche auf, nämlich in einen für Frauen und einen für Männer, packe für 4 Tage in jeden Bereich 3 Kreaturen der entsprechenden Gattung, die unterschiedlicher nicht sein könnten und lasse sich die zwar treffen, allerdings in einem komplett dunklen Raum. Was dann kommt, ist im Vorfeld schon so durchschaubar, dass man direkt geneigt ist auszuschalten …“

2 Kommentare

  • Hallo Annika, wunderschöner Beitrag, der aber nicht ganz richtig ist. RTL testet immer mal wieder neue Formate in einer einzigen Sendung oder kurzen Staffel. Das nennt man Pilotfolge(n). Um ebendies hat es sich auch bei Dating im Dunkeln gehandelt.

    Die Quoten von ca. 18% waren jedenfalls gut genug, damit jetzt in einigen Tagen die zweite Staffel losläuft… 😉

  • […] Von Gastautorin Annika „Im Dunkeln ist gut munkeln“ dachte sich RTL und steckte für die neue Show „Dating im Dunkeln“ jeweils drei Männlein und Weiblein big-Brother-mäßig in einer ‘Villa’ zusammen, wobei sich Frauen und Männer aber nur in einer Dunkelkammer („Black-Box“) treffen durften. Ziel: sich beschnuppern und gegenseitige Sympathien herausfinden. Am Ende sollten sie sich für einen der drei Gegenparts entscheiden und, Tataaa, ins Scheinwerferlicht treten. Wie´s scheint, ist die Sendung bereits wieder abgesetzt, denn letzten Sonntag lief am Sendeplatz um 19.05 Uhr „Helfer mit Herz“ mit Vera Int-Veen. mehr… […]

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