Registrieren Login

Single Bells – Die witzig-kuriose Weihnachtsbetrachtung einer Single-Frau

Wenn man Männer backen könnte…

Lebkuchenmann_fuer_Single_FrauAls Anna an diesem Sonntagnachmittag die Wohnungstür ihres schick eingerichteten Single-Lofts in der Märzestraße hinter sich schließt, beginnt es zu schneien. Dicke Flocken fallen langsam und leise vom Himmel, und glitzern im Licht der üppigen Festtagssbeleuchtung diverser weihnachtsbegeisterter Nachbarn.  Annas tiefes Seufzen bläst eine Nebelwolke in die kalte Winterluft.  Schon schön, dieses ganze Winter-Weihnachtsding. Anna zählt nun Vorweihnachtszeit Nummer drei als Single-Frau in den Dreißigern. Auch wenn Anna nicht zu dieser Art Singles gehört, die sich selbst bemitleiden und glückliche Pärchen missgünstig beobachten, muss sie doch immer wieder über dieses Zweisamkeitsding nachdenken, wenn sie auf dem Weg zu einem der in ihrem Freundeskreis so beliebten Fünferdates ist.  Da dieser Freundeskreis tragischerweise nur aus Pärchen besteht, sind es immer die anderen und Anna. Peter und Caro, Susa und Max, und dann eben noch Anna. Zwar hat diese Konstellation noch nie ein Problem dargestellt, doch kommt auch Anna nicht umhin, sich ab und zu zu fragen, wann auch sie mal wieder zu zweit Scrabble spielen, Tapas kochen, oder eben Plätzchen backen wird. Der Gedanke an die großen Massen rohen Plätzchenteiges, die in nur wenigen Minuten klammheimlich den Weg ins Annas Magen finden werden, blendet den Gedanken an Ein- und Zweisamkeit auf wundersame Weise aus.

Hurra, wir backen

„Happy Plätzchenbacking!“ flötet Susa als sie die Tür öffnet. Susa flötet… was ist bloß los mit ihr? Die sonst emotional eher unterkühlte Susa steht, verziert mit einer rosa gepunkteten Schürze und dem breitesten Grinsen, das sich ein Mensch nur vorstellen kann, im Türrahmen und breitet ihre Arme aus. „Komm rein Schätzchen, wir planen gerade die Plätzchenauswahl“, sagt sie, und schiebt Anna Richtung Küche. Zwischen Bergen von Keksausstechern, kiloweise Mehl und Eiern sitzt Caro (ebenfalls mit rosa gepunkteter Schürze), wälzt Rezeptbücher und ihre leicht geröteten Wangen verraten sofort, welche Art von Backabend das werden wird. Für jedes Ei, das in den Teig geschlagen wird, gibt’s einen von Susas selbstgemachten Spezial-Weihnachtslikör. So lässt es sich aushalten. Aus dem Wohnzimmer dröhnt der Bayern München Fanchor – ein deutliches Zeichen für Geschlechtertrennung bei Backaktionen.  Umso besser, denkt sich Anna, so können endlich mal wieder schlüpfrige Details ausgetauscht werden, die die Mädchen in Anwesenheit ihrer Männer natürlich niemals preisgeben würden. „Schätzchen, wir haben für dich auch eine Schürze!“ trällert Susa und überreicht Anna feierlich ein kleines Tütchen. Was zum Vorschein kommt ist nicht etwa wie erwartet die dritte rose gepunktete Schürze. In großen glitzernden Buchstaben blinkt Anna der Schriftzug „ICH BACK MIR NEN KERL“ entgegen – hinterlegt mit einem vollkommen unrealistischen Waschbrettbauch. Sehr witzig, wirklich sehr sehr witzig. Immerhin schaffen sie es, statt mitleidigem Hundeblick ihr schönstes Likör-Grinsen aufzusetzen. Anna kommt zum Teig naschen und bekommt eine alberne Schürze mit passender Männerbackform.  Dank Weihnachtslikör ist allerdings auch dieser neu gewonnene Humor ihrer Freundinnen für Anna halbwegs erträglich. Es werden also Männer gebacken. Bring it on!

Mädchenrunde

Irgendwas liegt heute in der Luft. Ob es an den rosa Schürzen liegt, dass Susa und Caro heute wie zwei Honigkuchenpferde um die Wette strahlen? Normalerweise reden die drei über Schlüpfriges. Die Männer wissen es nicht, aber jeder der drei kennt fast jedes noch so kleine oder große Detail der Beziehung, inner- und außerhalb des ehelichen Bettes der Anderen. Nicht, dass sie ausschließlich über diese Dinge reden, aber die drei sind sich in den letzten Jahren die besten Ratgeber gewesen. Auch Anna hatte jederzeit mit Freude alle Einzelheiten ihrer von Zeit zu Zeit auftretenden Liaisons geteilt. Für die Freundinnen war das jedes Mal ein Fest. Heute wird weder über neuste Sexualpraktiken, noch über wilde Abenteuer gesprochen – selbst dann nicht als sich die halbe Flasche Weihnachtslikör in den Blutkreisläufen der drei beschürzten Damen verteilt.  Stattdessen wird über Anna geredet. Anna und ihre Freundinnen reden selten über Annas Singledasein. Anna ist Single und glücklich damit, bis heute hatte niemals Bedarf bestanden, das zu analysieren. Irgendwas liegt in der Luft, ganz sicher. Susa legt den Kopf schief und setzt einen Blick auf, der dem eines Dackel-Welpen gefährlich ähnlich sieht. „Sag mal Anna, würdest du nicht auch gerne mal wieder jemanden an deiner Seite haben? Immer Single zu sein ist doch auch nichts oder?“ beginnt Susa das Gespräch, das Anna am liebsten sofort mit der restlichen Flasche Likör wegspülen würde. Die Frau mit der rosa gepunkteten Schürze, die seit dem Schullandheim neben ein und demselben Mann einschläft, kann wohl nicht anders als eine solch absurde Frage zu stellen. Na klar hätte Anna gerne einen Mann an ihrer Seite. Nicht weil sie ihn braucht, sondern weil es eben schöner ist. Susa sollte sich mal umsehen, dann würde sie schnell bemerken, dass es, auch wenn gewünscht, gar nicht so einfach ist, ein passendes männliches Gegenstück zu finden. Vor allem nicht in den Dreißigern. Entweder sind sie bereits vergeben, oder schon wieder geschieden. Also quasi nicht verfügbar oder nur mit erheblichen Schäden.  Gewissermaßen fehlte ihr dieses Beziehungsding schon – vor allem wenn sie Susa und Caro sah, die beide Beziehungen führen, um die Anna sie ein klein wenig beneidet. Das sind anständige Beziehungen, ohne dieses grausame Pärchen-Schischi die ganze Zeit. Und genau das will auch Anna – insgeheim.

Näschen pudern

Dankbar nimmt Anna ein Rumoren aus dem Wohnzimmer wahr. Während im Ofen Lebkuchenmänner in allen Größen und Formen vor sich hinbacken und Frauen leicht angeschwipst Single-Probleme analysieren, grölen die dazugehörigen Männer nebenan eine Siegeshymne. Wenig später öffnet sich schwungvoll die Küchentür und die Runde wird durch eine Portion Testosteron ergänzt. Jetzt kommt endlich ein bisschen Schwung in die Bude und die Gefühlsduseleien haben endlich ein Ende. Anna kennt die Jungs. Ein bisschen derb, ein bisschen vorlaut, und immer für einen Spaß zu haben. Was dann passiert verursacht bei Anna allerdings nur eines: Vollkommene Fassungslosigkeit. Nicht nur Susa und Caro sind zu gefühlsduseligen Weihnachtsfrauen mutiert, nein, sie habe ihre Männer infiziert! Es beginnen wilde Knutschereien, Männer die ihre Finger ins Mehl stippen und ihrem Weib zärtlich damit auf die Nase stubsen, während sie sie Schnuffi nennen. Max setzt dem ganze die Krone auf, indem er eine lange Ausführung darüber beginnt, wie wunderbar, wundervoll und wunderschön doch die Vorweihnachtszeit als Paar ist. Würde  sich ein Kamin im Zimmer befinden, würde er sich wahrscheinlich genau jetzt mit Susa davor auf einem Lammfell hin- und herwälzen. Das denkt zumindest Anna. Was hat die Weihnachtszeit nur mit den vier angestellt? Und was soll denn auf einmal die Sache mit den unpassenden Kosenamen? Schnuffi? Echt jetzt? Während Anna versucht, sich in ihre eigene Welt zu flüchten, indem sie ihre Lebkuchemänner lustig mit Zuckerguss bemalt, verfallen alle übrigen Anwesenden in den Romantik-Modus. Ist ja schön für sie, denkt sich Anna, aber warum spielen die sich denn auf einmal so auf? Machen sie doch sonst auch nicht. Max formt künstlerisch einen Lebkuchenmann und eine Lebkuchenfrau, die verliebt Händchen halten, Caro kichert mädchenhaft, als Peter ihr irgendwas (bestimmt auch totaaaaal Romantisches) ins Ohr haucht. Anna beobachtet die Geschehnisse aus der Ferne und ist sich sicher, dass so viel Gefühlsduselei für sie wohl zu viel wäre. Wie halten die das bloß aus, diese ständige Tatscherei? Anna bemerkt einen klitzekleinen Funken Neid in sich aufsteigen. Und so tritt sie irgendwann spät in einer Winternacht, mit ihren Männern unter dem Arm und zu viel Weihnachtslikör im Kopf, den Heimweg an.

Wenn Anna einen Freund hätte, denkt sie, dürfte er sie niemals Schnuffi nennen. Eher was cooles, so wie Babe oder Puppe. Die vier Spaßvögel waren heute vom Weihnachtsfieber befallen oder so was in der Art, anders konnte sich Anna dieses Verhalten nicht erklären. Das nächste Fünferdate steht nächstes Wochenende an, Weihnachtsmarkt und Schlittschuhlaufen. Bis dahin müssen die vier wieder normal im Kopf sein. Als Anna die Tür ihres Lofts öffnet, strömt ihr der gewohnte Duft von Lavendel entgegen. Anna seufzt. Es ist ein zufriedenes Seufzen, ein „endlich-daheim-Seufzen“. Als sie auf ihrer Stereoanlage auf Play drückt, ertönt die soulige Stimme von Aloe Blacc. Mit einem Buch und einem Glas Wein kuschelt Anna sich unter die dicke Fleece-Decke, die ihr Caro mal „für kalte einsame Tage“ geschenkt hatte und lächelt. Wie schön doch kalte, einsame Tage sein können…

 

to be continued…

 

photo credit: WetCraft via photopin cc

Ein Kommentar

  • Ich liebe Plätzchen das wäre schön wenn man Männer backen könnte aber das geht ja nicht man kann Männer nicht backen.aber es wäre eine schöne Idee mal.am liebsten mag ich Bunte Plätzchen mit bunten Streuseln oder Spekulatiusplätzchen sind auch lecker und Nougatplätzchen sind auch lecker.na dann wünsche ich euch einen schönen ersten Advent

Sag uns deine Meinung


Singles warten auf Sie Anmelden
Herzlich Willkommen

Hier werden Eure Herzen höher schlagen. Guckt durchs NEU.DE-Schlüsselloch: Erfahrt mehr über die Menschen hinter der Singlebörse, interessante Neuigkeiten rund um seriöse Partnersuche und Online-Dating. Findet  in den Erfolgsgeschichten heraus, wie sich NEU.DE-Paare gefunden haben. Außerdem bringen wir Euch zu exklusiven Events und bieten immer wieder viele spannende Aktionen!

Kennenlernen könnt Ihr Euch nach wie vor auf unserer Online-Dating-Plattform NEU.DE, daran ändert sich nichts.

Hier findet Ihr unsere Netiquette.

Die Köpfe hinter Herzklopfen

Was gibt es Schöneres als Erfolgsgeschichten?

Ihr habt euch mit NEU.DE verliebt?

Erzählt uns eure Geschichte
Aktuelle Videos
© 2018 Redaktion: NEU.DE GmbH