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Waddehaddeduddeda

Babyboom im Freundeskreis

„Mutti muss putzi putzi machen, Paule hat feini Kacka gemacht!“ erklärt mir Sandra als sie ihren drei Monate alten Sprössling mit dem Po an ihr Gesicht drückt und die Nase rümpft. Ja, ich rieche es auch. Er muss gewickelt werden, und zwar dringend. Vielleicht hat Sandra durch die Schwangerschaftsdemenz Worte wie „wickeln“ einfach vergessen. Kann ja sein, ich kenn mich nicht aus. Papa Rolf reißt freudig die Augen auf, als ihm ein „Uiiiii feines Kacki hat der Paule gemacht“ entweicht. Schöne Kacka, wo bin ich denn hier gelandet?

Wir sind schwanger

Vom Kinderkriegen bin ich wohl im Moment so weit entfernt wie Dieter Bohlen von geschmackvoller Kleidung. Wie Berlin von Hong Kong. Wie … ach ihr wisst schon. Weit entfernt eben. Das ist in Ordnung, denn ich gehöre nicht zur Sparte Weibchen, die diesen unglaublich dringlichen Kinderwunsch haben. Irgendwann, ja, aber nicht sofort. Mein aus Pärchen bestehender Freundeskreis pflanzt sich derweilen fleißig fort – ist schließlich naheliegend. Fast tagtäglich bewundere ich Bilder von stetig wachsenden Babybäuchen in meiner Facebook Timeline. Ist ja schon ziemlich schön, live dabei zu sein. „Wir sind schwanger“ ist hier das neue „ich bekomme ein Baby“. Mittlerweile sind nämlich immer beide Partner schwanger. Den Bildern vom letzten Urlaub zu zweieinhalbst an der türkischen Rivera nach zu urteilen, werden die Männer mittlerweile auch immer mehr in das schwanger sein mit einbezogen. Rolf präsentiert stolz seinen mühsam angefutterten Bauch neben dem seiner Liebsten. Ich muss lachen, und beschließe, ihm zum Geburtstag eine dieser Schwangerschaftshosen mit extra breitem Bund zu schenken. Ich denke, dann ist das Glück perfekt.

Namensfindung – schwer gemacht

Zur Namensgebung habe ich eine ganz eigene Meinung. Ich persönlich finde es nur fair, seinem Sprössling einen Namen zu geben, für den er sich in seinem späteren Leben nicht schämen muss. Des Weiteren finde ich Namen, die eindeutig auf ein späteres und vor allem recht fragwürdiges Berufsbild schließen lassen, unangebracht. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Der Chantalismus- und Kevinismuswahn überrollt Deutschland in den letzten Jahren. Wenn ich also mal im Altersheim liege, werden mir Edith Lumen Melosine und Merlin Miguel die Windeln wechseln. Wie beruhigend. Wie Menschen, die ich nicht kenne, ihre Kinder nennen, tangiert mich nur minimal. Aber wenn dann auch der Freundeskreis beginnt, mit willkürlich aneinandergereihten Vor- und Phantasienamen um sich zu werfen, stockt mir der Atem. Einmischen darf ich mich natürlich nicht, ist ja nicht mein Kind, aber ich bin schon ziemlich oft abends ins Bett gegangen und habe das Universum darum gebeten, ihnen einen Geistesblitz zu schicken. Einen Geistesblitz, der sie davon überzeugt, ihr Kind nicht Enis oder Siri zu nennen. Stellt euch alleine mal vor die die besten Freund beim ersten Besuch stolz verkünden „ES IST EIN JUNGE! Er heißt Menowin Dirk!“. Was soll man da machen? Lachen? Weinen? Sich übergeben? Wahrscheinlich würde mir ein spontanes „Sicher??“ hausrutschen, und meine Freunde wären die längste Zeit meine Freunde gewesen. Dann fallen ja meist noch weitere siebenundneunzig Namen aus, weil man jemand kennt, oder jemand kennt, der mal was mit einer hatte, deren Schwester so hieß… und die war doof. Am Ende wird dann alles gut. Der kleine Fratz hat einen Namen, mit dem auch er selbst ohne Depressionen leben kann, und den Tante Carrie aussprechen kann, ohne in einen Kicheranfall auszubrechen.

Butzischnutzikakabär

Babys brauchen Babysprache. Erwachsene brauchen Erwachsenensprache. Der Übergang bei frischgebackenen Eltern ist schwammig. Als Sandra mir die Tür öffnet, lächelt sie erschöpft. „Hallo Schnubbelchen“ sagt sie und schleppt sich selbst und klein Paule ins Wohnzimmer. Schnubbelchen? Ich? Wir sitzen da, trinken Tee und ich erfahre viele spannende Details über die Konsistenz von Paules Stuhlgang. Ebenfalls weiß ich nun genau, wie oft und wie viel sich der kleine Mann in die Hose macht. Manchmal, das glaubt ihr nicht, geht das Zeug sogar über den Windelrand hinaus und ist dann üüüüber…. Ich erspare euch das. All die ekeligen Details werden also knallhart auf den Tisch gepackt. Und auf die süßen Fakten wird noch ein bisschen Zucker gestreut. Könnt ihr euch vorstellen, wie klein Paule die kleine Butzihand in sein Mundimündchen schiebt, weil er denkt es ist sein Nuckinuk? Papa Rolf betritt den Raum und erkundigt sich, ob der Wutziwutz schon einen Stinkibolli gemacht hat. Ich sehe Sandra fragend an und antworte auf Babysprache. Sie merkt es selbst. Es sei ihr verziehen, ich denke, wenn man den ganzen Tag ein Kleinkind bei Laune halten muss, brennt sich das Babygeseier ins Gehirn. Irgendwann wird Sandra wieder im Stande sein, eine anständige Unterhaltung zu führen. Ich bin mir ganz sicher!

Neid oder Nervenleiden

Bei einem prickelnden Prosecco lassen Di und ich uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Sie erzählt von Gregi (Gregor und Gisela – der Einfachheit halber haben sie mittlerweile einfach einen gemeinsamen Namen) und ihrem kleinen Baby Jeremy. Gleiche Geschichte. Gesprächsthemen, die sich fast ausschließlich um Stuhlgang, Verdauung und nächtliche Bepinkelung drehen. Wahrscheinlich ist es einfach das Normalste auf der Welt. Würde ich  mich plötzlich in einer völlig neuen Lebenssituation befinden (zum Beispiel in der einer erfüllten Partnerschaft), würde ich wahrscheinlich auch über nichts anderes mehr sprechen. Sind wir eventuell ein bisschen neidisch auf das traute Familienleben? Würden wir eventuell ab und an gerne das Glas Prosecco gegen ein Fläschchen eintauschen? Bestimmt. Wir nehmen also die ab und an etwas fragwürdige Wandlung unserer Freunde hin, im festen Glauben daran, dass wir irgendwann wieder mit ihnen über Klatsch und Tratsch statt Pipi und Kaka sprechen können – und noch viel wichtiger im Bewusstsein, dass die Möglichkeit besteht, dass uns genau das Gleiche passiert.

Am Nachbartisch macht es sich ein junges Paar mit Kinderwagen bequem. Der kleine Mann von zwei Jahren rüttelt wie wild an seinem Shaun das Schaf Sonnenschirmchen und freut sich seines Lebens. Der Vater ist genervt. „Konstantin! Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du nicht so an deinem Schirm rütteln sollst? Der automatische Schließmechanismus geht noch kaputt, Herrgott nochmal!“. Klein Konstantin sieht seinen Papa mit großen Augen an und hat auf einmal Pipi in den Augen. Da will ich klein Konsti seinen Nucki geben und eia eia machen…

xoxo_Carrie

 

Foto via FCTRY

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