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Carries kleines Wiesn-Tagebuch

WiesnKaum sagt einer “O`zapft is!” steht eine Stadt Kopf. Kaum einer kennt das Oktoberfest, hier in München natürlich ausschließlich die „Wiesn“ genannt, nicht. Es scheint auch fast so, als gäbe es in diesem und einigen Nachbarländern kaum Menschen, die dieses Spektakel nicht besuchen. Ich als bekennende „Zugroaste“ (Nicht-Bayerin) beginne ganz langsam aber sicher, die Festivitäten in Maßen zu genießen. Wenn ich sage in Maßen, meine ich tatsächlich in kleinen Dosen, und nicht in großen Krügen. Ihr wisst schon. Man, insbesondere ich, muss es ja nicht übertreiben. Nun, nach fast zwei Wochen, geht die Wiesn so langsam zu Ende. Ein guter Zeitpunkt, um mein diesjähriges Wiesn-Resümee zu ziehen.

Sonntag – Woche 1 – Das zieht vorbei!

Ein Tag nach Anstich. Nach einem ausgiebigen Weißwurstfrühstück im Casa de la Carrie fahren wir zu viert zur Wiesn. Die U-Bahn ist mäßig gefüllt, die Sonne scheint so gut sie kann. Zum Geburtstag hatte ich mir gewünscht, dass das Wetter hält, also äußere ich meine das-zieht-vorbei-Theorie bei jedem aufkommenden Wölkchen. Es hält auch – zunächst. Um kurz nach Mittag ist es erstaunlich leer für einen Sonntag. Auf dem Fahrgeschäft am Eck, das im Grunde nur eine Scheibe mit Gittern und einer Sitzbank rundherum ist, sitzen cool und lässig die üblichen Poser und prahlen damit, wie super sie da so sitzen und cool aussehen können – und das ohne angeschnallt zu sein! Manche Dinge ändern sich einfach niemals. Auf dem Weg durch die Attraktionen kommen uns die ersten ernsthaft angetrunkenen Menschen jeden Alters entgegen. Manche haben das Glück, getragen zu werden, andere machen alle paar Meter eine unfreiwillige Pause auf ihren Knien. Wir finden im Biergarten des Augustiners einen Platz. Natürlich sitzen wir draußen, denn das schlechte Wetter zieht schließlich vorbei. Eine halbe Maß lang tut es das auch tatsächlich. Währenddessen starten unsere französischen Tischnachbarn einen verzweifelten Anbaggerversuch à la „Du ast so wündervoll blauö Augöööön“, wobei ihrer Blickrichtung nach zu urteilen ziemlich schnell klar wird, dass sie nicht die echten Augen meinen, und da außer dem Jackenfussel am Ausschnittrand auch nichts Blaues dran ist. Dann beginnt es zu regnen, und drei angestrengte Augenpaare lassen mich subtil aber bestimmt wissen, dass meine Wetterprognosen in Zukunft nicht mehr so geschätzt sein werden. Wir versuchen noch, uns in eines der Zelte zu retten, vor denen sich allerdings bereits Menschentrauben stattlicher Größe angesammelt haben. Vor dem Zelt warten macht keinen Spaß, schon gar nicht im Regen, also trotten wir nach Hause.

Dienstag – Woche 1 – Schampus satt

Im Gegensatz zu anderen „Abendreservierungen“, die eine Anwesenheit um bereits 16 Uhr fordern, ist ein Abend in Käfers Wiesnschänke vollkommen relaxed. Pünktlich um 19:30 stehe ich am Reservierungseingang. Ein paar Fotografen sind auch da (nicht wegen mir). Während viele Menschen versuchen, sich in den unteren Teil des Zeltes zu pressen, marschiere ich fröhlich an Ihnen vorbei. Der Chef hat geladen. Ich liebe das Käferzelt aus so vielen Gründen. Es ist gemütlich, das Essen ist unglaublich gut, und dank der einigermaßen hohen Dichte an C-Z Prominenz gibt es auch immer was zu glotzen. Viele sagen ja, sie mögen das Käferzelt nicht wegen den vielen Snobs. Ich finde eben genau diese perfekt für meine abendliche Unterhaltung. Am Tisch neben uns sitzt die Effenberg im goldenen Glitzerfummel, und lässt ihr faltenfreies Gesicht von jedem, der gerade mal so vorbei läuft, ablichten. Ganz schöner Trubel um sie jetzt wo sie ja fast die Promi Big Brother Staffel gewonnen hätte (habe ich gehört). Dieses Jahr weiß ich auch, dass nach dem sehr üppigen Vesperbrettl noch zwei Gänge folgen. Letztes Jahr habe ich mich an Obazda & Co so verausgabt, dass weder Ente, noch Knödel, noch Kaiserschmarrn mehr Platz in meinem Magen fanden. Die Stimmung ist ausgelassen, alle tanzen bereits nach der Hauptspeise ihre gerade angefutterten Entenspeckröllchen wieder ab und trinken Schampus, der in übergroßen Flaschen zum Tisch geliefert wird aus Steinkrügen. Ich proste irgendwelchen Menschen zu, die ich nicht kenne, werfe dem jungen Mann am Nebentisch einen Blick zu, der flirtender ist, als ich es sonst wagen würde. Er grinst mich an, später tanzen wir zusammen zu „Atemlos durch die Nacht“ auf der wackeligen Holzbank. Um kurz vor ein Uhr torkle ich leicht beschwips aus dem Zelt. Mein Tanzkumpane begleitet mich sehr gentlemanlike zur U-Bahn-Station, drückt mir ein Busserl auf und verschwindet in die Nacht. Flirtpotential ist gegeben.

Donnerstag – Woche 1 – Massenveranstaltung

Vor dem offiziellen Firmenwiesnabend würde ich mich immer am liebsten drücken. Alles daran ist irgendwie anstrengend. Morgens fahre ich in meinem doch sehr eng sitzenden Dirndl in Büro. Schließlich müssen wir schon um vier im Zelt sein. Bereits mittags habe ich so schlechte Laune, dass ich am liebsten nach Hause gehen würde. Pünktlich um 16 Uhr sitze ich dennoch auf meinem sehr eng bemessenen Platz – mit 11 Kollegen am Zehnertisch. In den Gängen drängen sich die Menschen, wobei quetschen hier wohl die passendere Wortwahl wäre. Während die im hinteren Teil des Zeltes noch essen, fallen die, die vorne bei der Band stehen bereits reihenweise von den Bänken. Immerhin habe ich die Möglichkeit, mal mit Kollegen zu ratschen, mit denen ich sonst nie spreche. 18 Uhr, meine Laune sinkt. Es ist voll, heiß, ich mag die Musik nicht und der nette Kollege, der mich so fröhlich umarmt hat, hat mir vor lauter Freude gleich mal seine halbe Maß in den Rücken geleert. Um kurz nach sieben mache ich den polnischen Abgang (und irgendwann wird mir mal jemand erklären ob das in echt so heißt) – ich entschuldige mich höflich auf die Toilette und mache einen Abgang. Zudem hämmert mein Kopf und ich versuche alles, um so schnell wie möglich daheim in meinem Bett zu liegen.

Sonntag – Woche 2 – Flirt im Teufelsrad

Heute ist wirklich schönes Wetter und ich habe Lust, ein bisschen über die Wiesn zu schlendern, kalorienreiche Snacks zu essen, und mein Geld bei Freefall und Co zu verballern. Erfahrungsgemäß lernt man hier die nettesten Menschen kennen. Meistens sind sie noch so nüchtern, dass sie sich zutrauen, ein Fahrgeschäft zu fahren ohne sich übergeben zu müssen. Ich will mir endlich mal das Teufelsrad Spektakel ansehen. Irgendwie eine witzige Idee, Zuschauerplätze dafür einzurichten, dass jemand verzweifelt versucht, sich auf einer drehenden Scheibe zu halten. Lustig ist es trotzdem. Die junge Dame, die ihr Glück versucht, hatte zuvor leider nicht mit einberechnet, dass das Tragen eines Rockes hier nicht immer von Vorteil ist. So entstehen immer wieder Situationen, die das Publikum erheitern, der armen Frau aber wirklich nicht zu wünschen sind. Ich flüstere das Kati zu und sehe im Augenwinkel diesen dunkelhaarigen Kerl, der genau im selben Moment seinem Kumpel etwas ins Ohr raunt. Unsere Blicke treffen sich kurz und ich muss schmunzeln. Bestimmt hat er ihm genau dasselbe gesagt. Als er sich dann noch auf den Weg nach unten zum Rad macht, um sein Glück zu versuchen, muss ich wirklich breit grinsen. Nach einer grandiosen und halsbrecherischen Show steigt er schließlich mit stolz geschwellter Brust vom Teufelsrad, sieht zu uns rüber und salutiert. Pflicht ist getan, die Frauen sind unterhalten. Nach rundenweise Breakdance, Freefall, und all den anderen halsbrecherischen Attraktionen landen wir schließlich vor dem Toboggan. Der Toboggan ist meiner Meinung nach die älteste Wiesn-Attraktion und ist im Grunde dafür gemacht, das angetrunkene Menschen drin ihr Glück versuchen, während ihre angetrunkenen Freunde und nüchterne Menschen davor stehen und sich kaputtlachen. So auch an diesem Tag. Und dann entdecke ich an der Kasse den Teufelsradkerl. Ich muss schon sagen, diese Lederhose kombiniert mit ein paar feschen Wadenwärmern und einem schicken Hemd, macht einfach fast jeden Mann noch ein bisschen sexier. Auch wenn der scharfe Lederhosenmann und sein Freund nicht sehr betrunken schienen, könnte man, wenn man von unten zusieht wie sie durch den Parcours des Toboggans torkeln fast meinen, sie hätten schon einen langen Tag hinter sich. Als beide schließlich aus dem Ausgang fallen, erheitert mich dieses Bild so sehr, dass ich aus Versehen ziemlich laut lachen muss – und wenn ich ziemlich laut lache, hören das andere Menschen auch. Auch der Lederhosenmann hat es gehört und steuert schnurstracks auf uns zu. „Ich finde ja, nachdem ich nun im Teufelsrad und hier auf dem Toboggan für eure Unterhaltung gesorgt habe, solltet ihr mir als Dank wenigstens ein Bier spendieren“ sagt er und grinst frech. Da ich vor lauter Lachen keine Luft mehr bekomme, und mir schon die Tränen über die Wangen laufen, regelt Kati das professionell. „Klar! Wenn ihr mit uns noch *hierdennamendeshalsbrecherischenfahrgeschäftseinfügendasansoei nemarmhängtundsichdreht* und Boxauto fahrt und weiterhin Mut beweist, machen wir das natürlich gerne. Wir geben schließlich nicht jedem Weichei ein Bier aus!“ Wir verbringen einen lustigen Abend mit dem Lederhosenmann und seinem Kumpel, flirten, lachen, singen tanzen, und gehen beide mit einer Telefonnummer mehr in der Tasche und einem guten Gefühl im Bauch nach Hause.

Ich denke die Wiesn wird schon zu Recht von den einen geliebt, und von den anderen gehasst. Auf der einen Seite sind da all die Besoffenen, die Krawall machen und sich schlichtweg nur grob daneben bewegen. Gleichzeitig ist die Wiesn aber auch jedes Jahr wieder eine Chance, neue und spannende Menschen kennenzulernen. Nirgends sonst kommt man so schnell mit Menschen ins Gespräch wie hier. Irgendein Gesprächsthema findet sich immer, und mit ein bisschen Bier intus, der richtigen Schunkelmusik und dem richtigen Banknachbarn, kommt man schnell in diese Bussi-Stimmung. Und wer weiß: Die ein oder andere Liebesgeschichte ist hier bestimmt schon entstanden…

xoxo_Carrie

 

 

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