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Königlich, glitzernd und unbeschwert

Das Phänomen Uschi

UschiAuch wenn ich sonst lieber zu Krimis mit viel Blut und verzwickten Mordfällen greife, komme ich um dieses eine Buch nicht herum.  Es wurde mir mit den Worten „Lies das mal, meine Freundin und ich haben das beide gelesen und sind jetzt verlobt!“ in die Hand gedrückt. Was soll ich da noch sagen? Dann lese ich es halt. „Das Uschi-Prinzip“ von Meike Rensch-Bergner . Ein Ratgeber (der sich nur ungern Ratgeber schimpft, weil so was ja im Prinzip gar nicht geht), der Frau beibringen soll, wie sie bekommt,  was sie will. Generell ja mal gar nicht so schlecht, denn auch wenn ich von mir behaupte, eine gewisse Durchsetzungskraft und Willensstärke zu haben, würde ich dennoch nicht sagen, dass mir die Dinge mit Leichtigkeit zufliegen. Und das, so zumindest habe ich es aus den ersten Seiten des Buches verstanden, ist geheime Superkraft der Uschi.

Brauchen wir Ratgeber?

Gute Frage, brauchen wir sie? Wir machen die Dinge so, wie wir sie eben machen. Wenn wir ändern wollen, was wir machen, und wie wir es machen, ändern wir es einfach. Wenn wir es nicht so einfach ändern können, fragen wir unsere Freunde. Dafür sind sie schließlich da, um einem mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Und dann? Wenn auch die keinen schlauen Rat parat haben? Dann könnten wir eventuell mal zu einem Ratgeber greifen. Ein Buch, in dem ein schlauer Mensch darüber berichtet, wie er das Problem, mit dem du dich gerade rumplagst, beseitigt hat. Hierzu gibt es meist eine haargenaue Bediendungsanleitung. Schritt für Schritt wird das Problem definiert, auseinandergefieselt und dann nach und nach gelöst. Fertig gelesen, ist das Problem dann (im Optimalfall) gelöst. Der Raucher raucht nicht mehr, der Pessimist bejaht das Leben, die moppelige Mittdreißigerin präsentiert stolz ihre vier Größen zu große Hose.  Bei mir und dem Uschi-Prinzip ist das anders. Die Autorin wehrt sich dagegen, einen Ratgeber geschrieben zu haben und ich wehre mich dagegen, einen zu lesen. Ist ja nicht so als würde ich da sitzen, und mich darüber ärgern, dass ich nie bekomme was ich will. Also lese ich das Buch rein aus Interesse. Klare Fronten geschafft.

Die Uschi – eine Königin?

Reden wir mal darüber, um was es generell in diesem Buch geht. Es geht um Uschis, und noch viel wichtiger geht es darum, wie die Uschis ihr Leben bestreiten. Was eine Uschi ist wissen wir wohl alle. Sie sind die Frauen, die immer etwas zu viel sind. Zu viel Haare, zu viel Make Up, zu viel unpassende Kleidung, zu viel reden, zu viel kichern, zu viel Naivität, zu viel alles. Wir (zumindest wir Frauen) sehen eine Uschi und verachten sie. Wir finden sie schrecklich, schütteln unsere Köpfe, rollen mit den Augen und lästern über sie was das Zeug hält. Wir sind die Frauen, die unabhängig, stark und selbstständig sind. Wir sind stolz darauf, mit beiden Beinen im Leben zu stehen – stolz auf das, was wir aus eigener Kraft erreicht haben. Stolz, weil das ganz und gar nicht leicht ist. Und die Uschi? Ihr scheint alles zuzufliegen. Sie klimpert mit den Äuglein, zwirbelt ein bisschen in ihrem Haar, säuselt vor sich hin, und von irgendwo her kommt immer ein Kerl angehuscht, der ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. Die Uschi macht sich das Leben so einfach wie möglich. Hier müssen wir uns eingestehen, dass unser Hass auf die Uschis tief in unserem Inneren eine gewisse Form von Neid ist. Einfach mal nicht für etwas kämpfen müssen, sich nicht immer so anstrengen zu müssen. Das wäre schon auch mal nicht schlecht. Im Buch wird die Uschi zunächst als Königin bezeichnet. Aber ist sie das? Eine Königin ist stolz, erhaben, hat Macht. Haben das die Uschis auch?

Eine Uschi sein – innerlich oder äußerlich

Es gibt die Uschis, die äußerlich Uschis sind. Sie sind meist nicht besonders schlau, oft ziemlich naiv und unselbstständig. Sie sind wohl oft schlichtweg nicht in der Lage, gewisse Dinge selbst zu tun. Eine Glühbirne wechseln? Einen Drucker installieren? Bloß nicht! Da die äußerliche Uschi nicht den inneren Drang hat, selbst etwas zu erreichen, ist sie irgendwann dazu übergegangen, andere um Hilfe zu bitten. Da ein einfaches „Kannst du mal…“ irgendwann nicht mehr genügt, hat sie Vorgehensweisen entwickelt, die dem Gegenüber meist keine andere Wahl lassen als ihr zur Hilfe zu eilen. Weil es das Leben so schön einfach macht, hat die Uschi die Rolle der Hilfebedürftigen mit der Zeit ausgeweitet. Ihr werden Türen aufgehalten, Stühle zurechtgerückt, Tüten hinterhergetragen, Rechnungen bezahlt… WER ihr diese Gefallen erweist, ist im Grunde genommen egal – Hauptsache einer macht es.

Ich denke, das Buch versucht mir zu vermitteln, dass es vollkommen in Ordnung ist, die stolze, selbstständige Frau zu sein, die ich bin. Königlich eben. Ich soll mich zur innerlichen Uschi machen. Die innerliche Uschi schafft es, ihre Persönlichkeit zu behalten, und sich dennoch von den Vollblut-Uschis etwas abzukucken, um ihr Leben hin und wieder etwas leichter und abenteuerlicher zu gestalten. Es geht nicht darum, sich von oben bis unten umzukrempeln. Warum sollte ich das auch wollen? Und vor allem: Die Sorte Mann, die Frau damit anziehen würde, will eine halbwegs intelligente und anspruchsvolle Frau doch nicht. Zumindest nicht als festen Partner. Oder könnt ihr euch vorstellen, euer Leben mit einem Mann zu verbringen, der wie ein Hundewelpe hinter euch herdackelt und immer brav ja und amen zu allem sagt?

Sich selbst überdenken

Bevor ich mich auf das Abenteuer „Uschi“ einlassen kann, wird es ein wenig unangenehm. Ich muss mich selbst überdenken. Eingefahrene Gewohnheiten analysieren, reflektieren, Denkweisen ablegen.  Zunächst ist es mein Perfektionismus, der mir oft im Weg steht. Ich mache alles am liebsten selber, weil ich denke, dass es dann am besten wird. Und wenn es in die Hose geht, bin ich wenigstens selbst Schuld. Darum fällt es mir wirklich schwer, mir etwas zutragen lassen. Warum eigentlich? Sind das vergangene Erfahrungen, die mir suggerieren, dass es meist einfacher ist die Dinge selbst zu machen? Vielleicht. Nichtsdestotrotz muss ich diesen übermäßigen Perfektionismus dringend ablegen. Er steht mir bei so vielem im Weg. Viele Dinge beginne ich nicht, weil ich nicht weiß ob das Ergebnis zufriedenstellend sein wird. Ziemlich schwachsinnig eigentlich, wenn ich so drüber nachdenke. Und dann sind da noch diese Schubladen. Ich würde über mich behaupten, dass ich in Echt kein wirklich krasser Schubladendenker bin. Über „Menschenschubladen“ äußere ich mich oft im Spaß. Das Problem daran ist, dass sich dieses Denken, auch wenn es nur so dahergesagt ist, in meinen Gedanken einnistet – mehr unbewusst als bewusst. Dann gibt es noch die „Ausreden-Schubladen“. Schubladen wie „Clubs mag ich generell nicht so“, „Das ist nicht so mein Ding“ oder „Dafür bin ich zu alt“. Im Endeffekt sind das alles nur Ausreden eine Sache nicht zu tun. Das witzige daran ist: Ich weiß gar nicht warum ich sie nicht tun sollte. Auf meinem Selbstfindungstrip bin ich mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich mich, immer wenn ich mal wieder ein potentielles Erlebnis in eine Ausreden-Schublade schieben will, selbst ermahne und es einfach mache. Natürlich werde ich nicht immer nur unglaublich tolle Dinge erleben, aber immerhin kann ich mir danach eine echte Meinung bilden. Denn leider stimmt die Aussage: Urteile nicht über das, was du nicht kennst.

Ich werde die Lektüre durcharbeiten, und verspreche feierlich, dass ich mein Bestes geben werde, der inneren Uschi eine Chance zu geben. Ich werde königlich sein, tun wozu ich Lust habe, Wünsche äußern, geheimnisvoll sein, mehr machen statt zu viel denken, andere für mich arbeiten lassen und dabei jederzeit strahlen. Ich bin sehr gespannt, ob entgegen meiner Überzeugung doch ein bisschen mehr Uschi in mir steckt als mir bisher bewusst war. Ich verabschiede mich mit einem hinreißenden Augenaufschlag und tausend süßen Küsschen 🙂

xoxo_Carrie

 

© olly – Fotolia.com

 

2 Kommentare

  • Wenn die Uschi das Bild der VOLL-Frau verkörpert, ist dann eine VOLL-Frau eine, die es nötig hat sich naiv, dumm und unselbstsändig zu geben um zu gefallen? Davon bin ich irgendwie nicht überzeugt, sorry!

  • Zu VIEL „Uschi“?
    Was heisst das- zu viel Frau?
    Das verurteilt doch nur, wer mit seiner Weiblichkeit nicht im Reinen ist. Wo das herkommt, ist egal („vom Geburtsfehler zur gesellschaftlichen Krankheit“ – die Emanzipation: )
    Das Problem- Frauen, die das Uschi- Prinzip leben, sind halt gerne und VOLL- Frau. Und sie bekommen einen richtig guten Mann, der sie, wenn sie „uschi-massig“ über die Stränge schlagen, auch ne klare Kante zeigt. Oder 50 Shades of Gray- je nachdem, was er so drauf hat.

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