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Wahrnehmungsproblemchen

Das Phänomen Zahnbürste: Liebes-Vorbote oder simples Utensil?

LiebeLasst uns eine kleine Zeitreise machen. Damals, als die kleine Carrie in die große Stadt zog, traf sie einen Mann, den sie super fand. Sie fand ihn so super, dass sie am liebsten sofort eine Beziehung mit ihm begonnen hätte. Der Mann war gebildet, sexy, hatte Humor, war erfolgreich, hatte die süßesten Grübchen der Welt und war zudem ein recht anständiger Liebhaber. Der einzige Haken an diesem Mann war, dass er die kleine Carrie zwar auch irgendwie super fand, dass für ihn eine Partnerschaft im Gegensatz zu ihr nicht in Frage kam. Keine Liebe. Trotzdem besuchte die kleine Carrie den tollen Mann ab und an, denn irgendwie konnte sie sich auch mit keiner Beziehung zufrieden geben. Für den Moment. Nun kam der Abend, an dem der tolle Mann die kleine Carrie zu sich nach Hause einlud, ihr viel Wein gab und lecker für sie kochte. Als sie morgens um drei Uhr, deutlich angeschickert auf seinem Bett lag, beschloss die kleine Carrie, bei dem tollen Mann zu übernachten. Auf alles vorbereitet, kramte sie vor dem Zubettgehen ihre Zahnbürste aus ihrer Handtasche und putzte sich aus rein hygienischen Gründen die Zähne. Plötzlich betrat der tolle Mann das Bad und blieb wie versteinert in der Tür stehen. Er fragte die kleine Carrie, ob sie vorhätte, bei ihm einzuziehen. Und die kleine Carrie sagte: „Nein, nur Zähne putzen!“

Das Zahnbürstenproblem schlägt um sich

Als selbsternannter Sherlock Carrie, bin ich losgezogen, und habe dieses Phänomen erörtert. Die Geschichten sind haarsträubend. Ich konsultiere Susa, die nun schon seit etlichen Jahren in festen Händen ist. Ich werfe das Stichwort Zahnbürste in den Raum, und was ich zurückbekomme ist ein Mix aus schallendem Lachen und wildem Augengerolle. Als Susa das erste Mal bei dem Mann übernachtete, den sie nun bald heiraten wird, führte sie – vorausschauend wie wir Frauen eben sind – ihre rosa Reisezahnbürste mit sich. Als ihr Zukünftiger entdeckte, wie sie eben dieses Utensil an den Waschbeckenrand legte, um es am nächsten Morgen griffbereit zu haben, verstrickte er sie in eine stundenlange Diskussion darüber, ob er schon bereit für „all das“ wäre. All das? Wie kann man denn nicht bereit für Zähneputzen sein?? Susa verstand die Welt nicht mehr, denn ihr teilte er natürlich nicht mit, dass die olle Bürste der Auslöser dieses Gedankenergusses war. Mir hingegen schon. Ich frage ihn, was zum Teufel das Problem gewesen sei. „Ich kenne diese Frauen, Carrie“ sagt er. „Wenn du dich als Mann nicht gleich festlegen willst, schleichen sie sich langsam aber sicher in dein Leben ein und irgendwann wirst du sie nicht mehr los.“ Susa rollt erneut mit den Augen. Ich befrage weitere Männer und Frauen, und nahezu alle schildern dieselben Probleme. Sie berichten von nervösen Anrufen an Tagen danach, bei denen der Mann ängstlich darauf hinwies, dass die Frau ihre Zahnbürste wohl AUS VERSEHEN bei ihm vergessen hätte, oder sie gar mit der Post nachschickten.

Erst die Zahnbürste dann die Hochzeit

Die männliche Theorie besagt, dass die Zahnbürste der Ausgangspunkt allen Übels ist. Die Erklärung hierfür ist Folgende: Die Frau findet den Mann toll. Der Mann will sich noch nicht sofort festlegen, sondern erst einmal austesten. Er hat dieFfrau gerne bei sich, auch gerne bei wilder Bettakrobatik bis in die frühen Morgenstunden, aber sie bei sich übernachten zu lassen würde dann doch einen Schritt zu weit gehen. Bringt die Frau dann jemals ihre Zahnbürste mit, beginnt sie sich einzunisten. In Stufe eins nimmt sie sie wieder mit nach Hause. In Stufe zwei lässt sie sie ganz frech einfach für das nächste Mal bei ihm. Stufe drei (und ab hier frage ich mich, ob das tatsächlich passiert, oder ob die Männer sich das nur ausdenken) bleibt mal eine Pyjamahose dort, dann ein Outfit weil Frau braucht schließlich am nächsten Tag frische Klamotten. Dann folgt das Freiräumen einer Schublade, dann wird eine Schrankhälfte beansprucht, und ehe Mann sich versieht, dekoriert die Zahnbürstenfrau plötzlich die ganze Wohnung mit Wandtattoos und Teelichtern in Deko-Sand-Schalen.  Die einzig logische Schlussfolgerung hieraus ist quasi Hochzeit, Haus, Garten, Kind und Hund. Kling logisch, oder? Und das alles nur, weil die Frau ihre Zahnbürste mitgebracht hat. Es hat fast etwas Tragisches an sich, findet ihr nicht?

Wir fragen die Frau

Ich frage Susa. Warum brachte sie ihre Zahnbürste mit? Wie viele Frauen ist Susa praktisch veranlagt, und legt Wert auf ein Minimum an Körperhygiene. Sie denkt also, wenn sie schon bis mitten in der Nacht bei einem Mann ist, hat sie erstens keine Lust um eben diese Uhrzeit noch nach Hause zu fahren (mal ganz abgesehen davon, dass es wirklich sehr sehr unhöflich ist) und zweitens das Bedürfnis, zumindest bevor sie sich morgendlichen Sportaktivitäten hingibt (das ist dann wiederum gestattet), den Geruch der Nacht aus ihrem Mund zu entfernen. Ist das denn wirklich so verwerflich? Jetzt rollt Susa’s Angetrauter mit den Augen. „Ein bisschen Zahnpasta auf den Finger und rein in den Mund, das hätte gut gereicht!“ sagt er und grinst. Das Mitbringen der Zahnbürste war hier somit rein praktischer Natur und sollte keinesfalls auf den Beginn einer Partnerschaft fürs Leben hindeuten. Doch dann kommt Caro ins Spiel. Fairerweise erzähle ich diese Geschichte auch, denn so schlimm es auch ist, ein klitzekleines bisschen Recht muss ich den Männern leider geben. Es gibt sie tatsächlich, diese Frauen, die sich einnisten. Caro ist so eine. Hier ist das Mitbringen der Zahnbürste taktisch. Caro’s Freund hatte sie lange Zeit hingehalten, wollte sich nicht festlegen. Nachdem sie zum x-ten Mal nachts frustriert mit dem Taxi heimfuhr, beschloss sie, die Situation anders zu handhaben. Suxesive brachte sie immer mehr persönlichen Kram mit zu ihm, und ließ alles da. Er wehrte sich nicht. Irgendwann sagte sie: „Dass ich nicht mehr gehe hast du gemerkt, oder?“ und er zog los, und kaufte ihr einen eigenen Zahnputzbecher.

In Caro’s Fall hat die Methode des Einnistens zu einer wunderbaren Liebe geführt. Generell möchte ich jedoch zu dieser Vorgehensweise lieber Abstand halten. Jeder sollte in der Lage sein, klar zu artikulieren, was er, und was er nicht will. Gleichzeitig kann ich das männliche Geschlecht beruhigen: In den meisten Fällen haben wir Frauen mit unseren Zahnbürsten nur eines vor, und das ist  – so unfassbar es klingt – Zähne zu putzen. Das mit der Liebe regeln wir anders 🙂

xoxo_Carrie

© Sander – Fotolia.com

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