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Schüchternheit ade

Der Fasching und die Flirt-Weltmeister

Flirt_an_FaschingNa ihr Jecken? Fleißig gefeiert? Nun ist die wilde Karnevalszeit ja (endlich) vorbei, und in den Straßen kehrt wieder Ruhe ein. Ich persönlich bin ja ein nur so mittelbegeisterter Faschingsfan, dennoch gehe ich immer einmal im Jahr auf eine Veranstaltung, zu dem man sich verkleiden muss (sollte) – um Freunden einen Gefallen zu tun. Na gut, zugegeben, so schlimm ist es dann meistens doch nicht. Allerdings werde ich wohl niemals zu den Menschen zählen, die sich über dich Faschingshochzeit eine Woche Urlaub nimmt, um jedes Jahr ein neues Kostüm zu präsentieren. Egal, genug von mir. Die Faschingszeit ist ja bekannt dafür, dass sich im Handumdrehen jeder öffentlich zugängliche Platz zur gigantisch großen Singlebörse verwandelt. Es wird geflirtet was das Zeug hält, und sich dank reichlich Bier und Schnaps auch mal was getraut, was sich sonst nicht getraut werden würde.

Sei mal jemand anders

Verkleiden ist klasse – finde ich wirklich. Wenn du dich verkleidest, kannst du einfach mal jemand anders sein, und es ist vollkommen in Ordnung. Du spielst eine Rolle, und keiner wird dich dafür verurteilen. Die Frau als solche hat im echten Leben oft (nicht immer) Befürchtungen, andere könnten sie als zu gewagt oder gar billig abstempeln. Dennoch steckt wohl in jeder Frau ein bisschen gewagtes Biest. Aus diesem Grund sehen wir zur Faschingszeit so viele Frauen, die „normale“ Kostüme leicht uminterpretieren, und das nur mit Hilfe von weniger Stoff. So werden sie zur sexy Krankenschwester, sexy Hexe, sexy Cowgirl, sexy Erdbeere, sexy Helene Fischer,… solche Sachen.  Männer dagegen sind ein bisschen kreativer. Sie verkleiden sich als jemand, als der sie sich ungeniert aufführen können wie Sau (Bauarbeiter, Manta-Fahrer, Fußballtrainer), jemand der den Frauen eine starke Schulter bieten kann (Feuerwehrmann, Arzt, Superman) oder jemand, bei dem die Frauen niemals eine böse Absicht erahnen würden (Mönchen, Kuschelbär). Dann gibt es noch die Kreativen, die schlichtweg Spaß am Verkleiden haben. Alle haben sie jedoch eines gemeinsam: An ein paar Tagen im Jahr sind sie nicht sie selbst.

Eisige Stimmung

München Marienplatz. Faschingsdienstag. Zugegebenermaßen – letztes Jahr. Mareike und ich stehen in Eiseskälte an einem Glühweinstand und trinken Sekt. Mareike ist verkleidet als irgendwas mit 20er Jahre, sie hat eine Zigarettespitze und eine Feder im Haar. Ich bin verkleidet als „Bad Taste“, das Übrigbleibsel eine (ja, ihr ratet richtig) Bad Taste Party. Pinke Jogginghose, ein „My Little Pony“ T-Shirt, glitzernde Schuhe, schreckliches Makeup. Ich hasse es. Um uns herum Menschen, die wie wild zu den Versen vom knallroten Gummiboot über den Platz hüpfen. Meine Füße sine kalt, alle sind betrunken… ich nicht. Ich hasse es. Noch ein Sekt. Wir werden von einer lallenden Männergruppe umringt. Es ist 13:20 und ich denke, mindestens einer von ihnen hat sich schon mal übergeben. Ich hasse es. Noch ein Sekt. Endlich spricht Mareike die erlösenden Worte: „Hier ist es Kacke, lass uns in den Pub gehen.“ Noch ein Sekt – to go.

Hallo Schneggsche

Ich quetsche mich neben der sexy Erdbeere und dem weniger sexy Manta-Fahrer durch, hin zur Bar. Zwei Guinness – Sekt gibt’s hier nicht. Neben mir ein Herr im schicken Anzug. Vielleicht geht er als Oscarverleihungsmoderator. „Geiler Lippenstift“ ruft er zu mir rüber und versucht zu zwinkern. Mein Lippenstift ist neonpink – geil ist er nicht. Und auf einmal sprudeln folgende Worte einfach so aus meinem Mund: „Willste mal? Darfst mir auch ein Bier dafür ausgeben!“. Huch? Ich Luder! Der Mann im Anzug drückt mir einen fetten Schmatzer auf den Mund, ich nehme mein Bier und gehe. War ich das gerade? Der Alkohol war nicht schuld, denn drei Sekt habe ich auch zuvor in meinem Leben schon mal getrunken und trotzdem nicht auf diese Art und Weise einen Mann angesprochen – geschweige denn überhaupt einen Mann angesprochen. Und jetzt? Ich bin da, und lasse mich auf jeden Flirt ein, der mir über den Weg läuft. Ich spreche Männer einfach so an. Ich werde ja fast schon ein bisschen euphorisch, bei dieser ganzen Flirterei. Den Supermario-Verschnitt neben mir, knuffe ich in die Seite und sage so was wie „Hey Schneggsche“. Vogelwild. Aber warum bekomme ich das nur an Fasching hin?

Mein Name ist Hase

Am Aschermittwoch wache ich auf, und habe Kopfschmerzen. War wohl doch das ein oder andere Guinness mit Himbeersirup zu viel gestern. Ich liege da und denke an den gestrigen Abend, heimlich werde ich ein bisschen rot. Ich habe wirklich alles gegeben, und das nicht mal mit Vorsatz. Es kam einfach alles so, wie es eben kam. Ich habe mich vollkommen unvoreingenommen mit Männern unterhalten, habe geflirtet wie eine Weltmeisterin, und auch mal den ein oder anderen Spruch unter der Gürtellinie rausgeschossen. Schäme ich mich heute dafür? Ganz und gar nicht. War ja quasi nicht ich, das da gestern, das war eine Frau im Bad Taste Kostüm, die darf auch mal unter der Gürtellinie sein. Fiel es mir deswegen gestern so leicht? Weil ich wusste, am nächsten Tag kann ich alles damit entschuldigen, dass ja schließlich Fasching gewesen sei? An einem Tag ist alles erlaubt, am nächsten darf alles vergessen werden. Alles, was an Fasching passiert, ist irgendwie unecht. Unechte Haare, unechte Nasen, und auch der Mensch darf endlich einmal „unecht“ sein. Weg mit all den Befürchtungen und Ängsten, man könnte abgewiesen werden. Weg mit der Schüchternheit, weg mit dem Drang, alles müsse perfekt sein. Wir ziehen uns ein Kostüm an, und sind jemand anders, der wir am nächsten Tag, sofern wir das nicht wollen, auch einfach nicht mehr sein müssen.

Im echten Leben, außerhalb von Alaaf und Helau fällt, es uns oft so schwer alleine nur einen simplen Flirt zu beginnen. Oft ist unser Gedankenkino schuld. Was wenn er/sie gar nicht zurückschaut? Oder gar mit den Augen rollt. Im echten Leben sind wir wir selbst. Zeigt hier jemand kein Interesse an uns, liegt es gefühlt an uns selber. Wenn mich am Fasching jemand abblitzen lässt, finde ich eine Million Ausreden warum das so sein könnte. Derjenige kennt ja schließlich die wunderbare Frau unter dem Kostüm nicht. Sollten wir also ein kleines bisschen Faschings-Mentalität in unseren Alltag einbauen? Ein wenig der Unbeschwertheit und Lockerheit verinnerlichen? Eines ist sicher: Die Partnersuche würde das deutlich vereinfachen.

xoxo_Carrie

© Andrey Kiselev – Fotolia.com

 

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