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Warum er sich nicht meldet – Klappe die Fünfte

Die Euphorie des Kennenlernens

Online_KennenlernenDas Online-Dating hat ja den großen Vorteil, dass das Kennenlernen an sich deutlich vereinfacht wird. Kein stundenlanges überlegen, ob ich den gutaussehenden Kerl da hinten an der Bar nun tatsächlich anspreche oder nicht. Denn wenn wir beim Online-Dating auf unsere Nachricht keine Antwort oder eine Absage bekommen, ist diese schnell wieder gelöscht – aus Gedanken und Inbox. In einer Bar hingegen gestaltet sich das „sich löschen“ eher schwierig, denn nach einer Abfuhr einfach schreiend aus der Lokalität zu rennen wäre wohl doch etwas unangebracht. Unkompliziert ist es also, das Online-Dating, und schnell ins Gespräch kommen wir hier auch.

Erzähl mir von deinem Leben

Schnuffiger Typ, Mitte 30. Wirklich nette erste Nachricht – verleitet zum Antworten. So beginnt man eine wirklich nette Konversation über  Hobbies, Lieblingsessen und Ausgehpräferenzen. Dass wir versuchen sollten, den Kennenlern-Prozess beim Online-Dating ein wenig dem echten Leben anzupassen und am besten zeitnah ein Treffen vereinbaren, hatte ich ja bereits erörtert. Doch dann schreibt man eben grad so nett und erzählt und erzählt und der reale Mensch auf der anderen Seite wird immer mehr zu einer Figur unserer Fantasie. Ein vollkommen natürlicher Prozess, denn jemanden, den wir nicht hören, sehen, riechen, erleben, basteln wir uns eben so zusammen, wie es für uns am stimmigsten erscheint. Irgendwann werden die Gespräche immer tiefer, wir teilen Dinge, die wir wohl sonst niemals zu einem so frühen Zeitpunkt geteilt hätten. Wir reden über Familie, Wünsche, Ängste, vielleicht sogar über Sex? Und ehe wir uns versehen unterhalten wir uns mit einem Menschen, den wir scheinbar in- und auswendig kennen, obwohl wir ihm noch nie zuvor begegnet sind.

Kennenlernen – Gemeinsamkeiten finden

Mit jeder Nachricht bestätigt sich unser gutes Gefühl. Gemeinsamkeiten werden gefunden. Er liest gerne, sie auch. Er macht Sport, sie hat die Yoga Aktuell abonniert. Sie kocht gerne, er isst gerne. Wandern ist für beide das Größte und der Traumurlaub, auf den seit Jahren gespart wird ist eine vierwöchige Rundreise durch die USA.  Sprechen wir es mal aus: Es ist perfekt. Aus so vielen Gemeinsamkeiten könnte sich ja tatsächlich eine, auch gerne langjährige, Beziehung entwickeln. Dass er immer mit den Kindern seiner Schwester in den Zoo geht, hat er ja auch erzählt, kinderlieb ist er also scheinbar – ergo auch ein potentiell guter Vater. Sie hat eine gute Beziehung zu ihren Eltern, und hat somit die gleiche familiäre Einstellung wie er. Hard-Rock mögen sie beide, Festivals mögen sie beide, Backpack-Urlaub mögen sie beide – quasi ein unschlagbares Duo. In der Theorie, denn ich möchte nochmal betonen: Bis dato haben sie sich weder gehört, noch gesehen. An dieser Stelle komme ich nicht umhin, Carrie Bradshaw zu zitieren: Er ist ein guter „auf-dem-Papier-Mann“. Und in echt?

Euphorische Zukunftsvision

Wenn wir dann irgendwann beginnen, unseren Freunden davon zu erzählen, dass wir dies und das machen „mal rein theoretisch angenommen das würde klappen mit ihm/ihr“ ist es im Grunde schon zu spät. „Mal rein theoretisch angenommen“ heißt nämlich im Grunde nichts anderes als „irgendwie kann ich es mir schon vorstellen, weiß aber auch dass es eigentlich bescheuert ist, sich darüber zu diesem Zeitpunkt schon Gedanken zu machen“. Aber die Gedanken sind da. Und das liegt ganz einfach daran, dass wir uns wohl fühlen. Wir unterhalten uns mit einem Menschen, der nicht nur unglaublich sympathisch ist und viele Interessen mit uns teilt, sondern auch mit dem Menschen, der rein theoretisch das Zeug hätte, unser zukünftiger Partner zu werden. Der Gedanke daran, gemocht oder sogar geliebt zu werden allein hält bereits die Macht inne, uns eine rosarote Brille aufzusetzen. Ein Hoch auf all unsere fleißigen Synapsen.  Und diese Schreiberei hat ja auch ihr Gutes: Wir greifen die schönen Worte, zuckersüßen Gute-Nacht-Wünsche und unterschwelligen Komplimente ab. Über herumliegende Socke und nicht heruntergebrachten Müll müssen wir uns nicht ärgern.

Und jetzt – Realität

Irgendwann, es sei denn, wir gehören zu den 2% der Bevölkerung, die eine innige Video-Chat-Beziehung mit einem Partner am anderen Ende der Welt haben, steht dann jedoch mal ein Treffen an. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es durchaus passieren kann, dass die Frage „Na? Wollen wir uns am Freitag mal treffen?“ durchaus im ersten Moment ein großes Fragezeichen darstellen kann. Wie jetzt, treffen? So in echt? Das plötzliche Erscheinen dieser unangenehmen Realität zwingt uns dann dazu, mal über den Rand der rosaroten Brille zu schauen. Je länger wir uns mit euphorischen Zukunftsvisionen aufgehalten haben, desto weiter ist natürlich der Weg zurück zur Erdoberfläche. Für die einen stellt das überhaupt kein Problem dar – sie freuen sich darauf, den anderen endlich mal live erleben zu können. Bei anderen setzt genau hier der Gedankenwirrwarr ein. Ist ja schon ein toller Mensch, den ich da kennenlernen kann, die Schreiberei ist hervorragend. Aber was wenn ich ihn treffe? Was wird der andere von mir erwarten? Am Ende vielleicht eine Beziehung? Will ich das überhaupt? Und so weiter und so weiter. Dann ist das Treffen ausgemacht, und auf einmal werden aus gefühlten tausend Nachrichten am Tag plötzlich null. Das Thema „sich-nicht-mehr-melden“ wurde hier bereits ausführlichst diskutiert. Es passiert, oft sogar, aber warum ausgerechnet jetzt wo man sich doch so gut verstanden hat?

Die Antwort ist simpel. Ziemlich wahrscheinlich meldet er sich nicht, weil er im Grunde von Anfang an nicht so genau wusste was er will. Genau so wie du hat er sich mitreißen lassen, war euphorisch, hat genossen. Doch dann kam wahrscheinlich der Moment, in dem sein Gedankenwirrwarr zu einem anderen Ergebnis geführt hat als deines. Warum er nicht wenigstens den Anstand hat, dir das mitzuteilen liegt wohl ausschließlich an der Feigheit. Sich einfach tot zu stellen und die Zeit verstreichen zu lassen ist ganz und gar unfein. Trotzdem passiert es eben immer wieder. Wissend, aus welchen Beweggründen es passieren könnte, können wir wohl ein bisschen entspannter damit umgehen – und für das nächste Mal vielleicht sogar aus unseren „Fehlern“ lernen.

xoxo_Carrie

 

© Sergey Nivens – Fotolia.com

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