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Tequila und Zehnfingersystem

Die Tricks der Uschis im Test

So klappt es mit den Männern: Die Uschi-Tricks im TestIch schreite voran mit meiner Lektüre. Zwischen Arbeits- und Umzugsstress schmökere ich neugierig in meinem Uschi Buch. Ich bin ja mehr der praktische Typ. Viele Ratschläge darüber, dass ich irgendwelchen Glitzerkram an mich ranhängen muss, wenn ich das Haus verlasse, lassen mich erst mal kalt. Na gut, ich gebe es zu, eine funkelnde Kette habe ich mir angeschafft, sogar mit Eulenmotiv – das soll ja jetzt bei den jungen Dingern total hip sein. Sonst bin ich eher der unglitzerige Typ. Dann, endlich, stoße ich auf ein paar Praxisbeispiele. Ich lese und intuitiv sträubt sich alles in mir gegen das was da geschrieben steht. Was macht eine Uschi eigentlich, wenn sie ausgeht? Wie geht sie vor, wenn ein passender Kandidat gefunden ist?

Soll ich? Soll ich nicht?

In mir sträubt sich alles dagegen, ein naives Dummchen zu spielen. Eins, das ständig kichert, und so tut, als bräuchte sie zu allem einen Mann, der ihr hilft. Ich versuche mir vorzustellen, wie eine Uschi zu agieren und finde es absolut lächerlich. Das mag daran liegen, dass ich noch nie so war, oder daran, dass ich mir immer noch nicht vorstellen kann, dass ich tatsächlich einen Mann toll finden könnte, der mich so kennenlernt und Gefallen an mir findet. Rennt er weg, wenn er merkt, dass ich doch schlau bin? Ich versuche mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass es darum nicht geht. Es geht darum, die Männer zu ködern, da sie leider viel zu oft vor selbstbewussten, intelligenten Frauen zurückschrecken – zumindest in der Kennenlernphase. Also habe ich Marlene eingeladen. Marlene ist ein bisschen uschimäßig, zumindest wenn wir ausgehen. Sie bezahlt nie für ihre Drinks, und ist immer umringt von einer Schar Männer, die sie mit ihrem Augengeblinker bezirzt. Das Uschi-Buch sagt „Glüht vor“ also machen wir das. Prosecco in Massen, Musik auf höchster Stufe, die große Schminkbox und Nagellack in allen Farben. Deutlich beschwipst, festlich angemalt, glitzernd und fröhlich brechen wir schließlich auf. Wir gehen in diesen Laden, den ich hasse – heute ist er gerade gut genug. Das Experiment kann beginnen

Was ich mache? Na ja.. also ich ähm…

Wenn ich einen Mann kennenlerne, und er fragt mich, was ich beruflich so mache, sage ich ihm für gewöhnlich, was ich beruflich so mache. Ich finde das wenig erschreckend, immerhin bin ich ja nicht promovierte Astrophysikerin. Trotzdem falsch. Das Uschi-Buch suggeriert: Wenn dich ein Mann fragt, was du beruflich machst, verschleiere es geschickt. Ich persönlich finde das zwar eher ungeschickt, aber was soll’s. Das Gespräch sollte also folgendermaßen ablaufen: Er fragt mich was ich so mache. Ich druckse ein wenig rum, sehe ihn von unten nach oben an und sage so was wie „Ich…ähm…also ich arbeite im Büro“. Weil das so wahnsinnig spannend ist, fragt er mich natürlich, was ich da denn genau mache, worauf ich erwidere „Ach… was mit Computern halt“. Optimaler Weise lädt er mich dann zu einem Drink ein. Vielleicht will er ja noch genauer herausfinden, was ich da am Computer so alles Spannendes mache. Auch wenn sich mir die Logik nicht erschließt, wage ich einen Versuch. Zum Glück ist auf Marlene Verlass. Um uns herum steht eine kleine Gruppe Männer. Ich proste einem von ihnen zu, und er gesellt sich zu mir. Wir quatschen ein bisschen über Dinge über die man auf der Raucher-Terrasse eines Clubs eben so quatscht. Irgendwann fragt er mich tatsächlich, was ich beruflich mache. Jetzt oder nie! „Ich arbeite im Büro“ sage ich und klimpere fleißig vor mich hin. Er sieht mich kurz erstaunt an und bricht dann in schallendes Gelächter aus. „Im Büro?“ fragt er „bist du noch in der Ausbildung im ‚Büro’ oder bist du schon beim Zehnfingersystem?“. Je mehr er lacht, desto mehr wünsche ich mir, vor ihm im Boden zu versinken. In dem Moment bin selbst ich nicht souverän. Ich packe Marlene, und ziehe sie weg. Peinlich peinlich peinlich.

Leck mich – ab!

Ich brauche einen Drink! Vorsichtshalber kaufe ich ihn mir auch einfach selber um weitere Blamagen zu vermeiden. Das war soeben ein Griff ins Klo aus dem Bilderbuch. Ich kann es dem jungen Mann nicht mal verkennen – ich hätte wahrscheinlich auch gelacht. Marlene findet das alles nicht so schlimm. Das gehört dazu, meint sie. Also bereite ich mich auf das nächste Experiment vor: Den Tequila-Trick. Wenn mich ein Mann auf einen Drink einlädt, bestelle ich für gewöhnlich einen Gin Tonic. Weil ich Gin Tonic mag. Wieder falsch. Gin Tonic ist laut Uschi-Buch in den Charts der sexy Getränke eher Mittelmaß. Der Anführer muss her: Tequila! Schon beim Gedanken daran stellen sich bei mir alle Haare auf. Laut Buch würde ich also Folgendes machen: Er fragt mich was ich trinken will und ich bekomme ganz große Augen, werde aufgeregt [klatsche vielleicht ein bisschen vor Begeisterung in die Hände] und sage ich will „das eine was man mit der Zitrone trinkt“ haben [Da fängt es schon an. JEDER weiß dass das Tequila ist!]. Tequila? Jaaaaaaa [begeistertes Klatschen]. Der Mann bestellt, und reicht mir mein Glas. Als er mir zuprostet, sehe ich ihn verwirrt an [mit großen Augen und so weiter] und sage sowas wie „Oh Mann, ich vergesse immer wie das geht… Erst muss ich irgendwas ablecken oder?“. Hier ist es besonders wichtig LECKEN zu sagen, nicht etwa befeuchten oder gar „nass machen“. Immer begleitet vom Hundebabyblick der bewundernd von unten nach oben zum Mann unserer Wahl aufschaut. Er würde dann geduldig erklären, wie die ganze Tequila-Sache funktioniert. Hand ablecken, Salz drauf, Salz ablecken, Tequila rein, Biss in Zitrone, fertig. Also lecke ich lasziv meinen Handrücken ab, um dann den Salzstreuer zu nehmen, und erst mal ein halbes Kilo Salz darauf zu schütten. Huch…! Das war wohl ein bisschen viel oder? Klimper klimper – kicher kicher [Weiß doch jedes Kind, dass so viel Salz ungesund ist…!]. Er nimmt meine Hand, schüttelt das überflüssige Salz ab, tiefer Blick in die Augen, prost, und die Sache ist geritzt. Oh Mann! Das ist an sich schon so peinlich, dass ich bereits beim Gedanken daran rot werde. Später am Abend findet sich ein Opfer. Ein wilder Tänzer, der mich ständig anrempelt, dabei aber zuckersüß lächelt. „Beim nächsten Mal ist aber ein Drink fällig!“ sage ich und siehe da – es funktioniert. Wir stehen an der Bar und ich schlage vor, einen Tequila zu bestellen [schon falsch]. Er sieht mich zwar verwundert an, doch als der Schnaps vor uns steht, wirft er die Zitrone hinter sich, kippt ihn mit Schwung in sich hinein, grinst mich an und sagt: „Na los! Weg mit dem Ding!“ Ich denke kurz darüber nach und entscheide mich für wegkippen. Er hat’s versaut! Glücklicherweise scheint ihn das trotzdem ein bisschen zu beeindrucken, und er zieht mich zurück auf die Tanzfläche. Ein bisschen bereue ich es, mich für den Tequila entschieden zu haben. Pfui!

 

Die erste Testphase ist beendet. Mein Fazit: Ich werde definitiv ein paar Mal üben müssen, bis ich beurteilen kann, ob das klappt oder nicht. Ich habe dieses natürliche Kicher-Gen einfach nicht in mir drin, das macht die ganze Sache nicht gerade leichter. Beim nächsten Mal werde ich wohl ein bisschen heftiger vorglühen müssen. Zumindest so viel, dass ich mich nicht mehr so offensichtlich für mein eigenes Verhalten schäme. Vielleicht noch mehr Glitzer. Vielleicht noch mehr Ausschnitt. Vielleicht noch weniger Rock. Dann klappt es bestimmt. Also Ciaoi ihr Süßen hihihihihi [ein einziger Kicherer – nur für euch].
xoxo_Carrie

 

 

photo credit: KittyKaht via photopin cc

Ein Kommentar

  • Ich bin dafür ….
    Ich bleibe Single!
    Um ne Frau zu kriegen lasse ich mir doch nicht nen schönen Abend versauen!

    Sicher wirst Du auf diese Weise irgendwann mal den „Richtigen“ zur Erhaltung deines Familienfortbestandes finden.
    Is dann nur zu hoffen, dass darin dann auch die entsprechenden Gene verbaut sind.
    *grins*

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