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Tschuldigung… ich muss dann mal gehen

Dürfen wir ein Date einfach abbrechen?

Date_abbrechenDas Schöne an Mädchenrunden ist ja, dass man so wunderbar und ungeniert gackern kann. Dieses Mal erzählt Katja, dass sie „dieses Online-Dating“ nun auch mal ausprobiert, und sich ein paar Dates ergattert hat. Wenn Frauen über ihre Interaktionen mit Männern sprechen, ist es ein bisschen so wie wenn Männer über Autos oder Heimwerkersachen sprechen. Ich beobachte hier oft das „immer-einmal-mehr-als-du-Prinzip“. Einer erzählt eine Geschichte, und kaum ist das letzte Wort gesprochen, springt der nächste mit „…also als ICH letztes Mal beim Spanplatten kaufen war…“ ein, was dann natürlich noch viel spannender, viel lustiger, viel beeindruckender ist, als die Geschichte seines Vorgängers. Die Frauen-Variante in diesem Fall lautet also „Also ICH hatte ja mal mit einem ein Date… ich sag’s euch…“.  Wir erzählen also so unsere witzigen Geschichtchen, die teilweise schichtweg die Quintessenz „Geht gar nicht!“ haben. Bei all diesen schrecklichen, langweiligen, schnöden Dates, mit denen wir unsere Zeit verbringen, komme ich nicht umhin mich zu fragen: Dürfen wir ein Date einfach abbrechen?

Das schlechte Date

Das Date an sich kann aus vielen verschiedenen Gründen schlecht sein. Am Ende jedoch unterscheiden wir wohl zwischen „langweilig schlecht – das wird nie was“ und „grenzwertig schlecht – sag mal geht’s noch?“. Alle Formen des schlechten Dates haben zur Folge, dass wir unser Gegenüber wohl mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr wiedersehen wollen. Unsere Erwartungen wurden auf vielerlei Weise nicht erfüllt. Und doch sitzen wir im Regelfall brav da und warten, bis die Tragödie ein Ende nimmt. Wir könnten oft sicherlich besseres mit unserer Zeit anfangen – Wäsche waschen, einkaufen, zur Yogastunde gehen… und doch entscheiden wir uns dafür, unsere Zeit einem Menschen zu schenken, den wir im Grunde schon abgeschrieben haben. Zur Veranschaulichung zwei Beispiele, bei denen ich getrost einen Abgang hätte machen können.

Philipp der Sänger

Das Date wurde mir als „Cocktails im schweineteuren Hotel und dann schick essen“ angekündigt. Brauche ich nicht, aber hey… ich bin da flexibel. Lange Geschichte kurz: Wir treffen uns und er ist nicht mein Typ. Zu null Prozent. Ich denke mir na ja, vielleicht macht er es ja noch mit seiner tollen Art wett und wir gehen in das Hotel. In die Rooftop Bar. Auf die Terrasse. IM WINTER. Als ich da so stehe in meinen High Heels und jämmerlich bibbere (und auch äußere, dass ich mich nur so mittel-wohl fühle), hat er die Zeit seines Lebens. Aus den Lautsprechern dröhnt Weihnachtsmusik, die er fachmännisch mitsingt – weil er Weihnachtslieder einfach liiiiiiiiebt. An dieser Stelle hätte ich im Grunde auch gehen können, denn dass dieser Mann nicht der Vater meiner Kinder wird, ist nun kristallklar. Trotzdem latsche ich hinter ihm her, als wir versuchen im vollkommen überfüllten Selbstbedienungs-Italiener (dem schicken Restaurant) einen Platz zu ergattern. Als das nicht klappt, lässt er sich breitschlagen, in ein richtiges Restaurant zu gehen. Hier erzählt er von sich, und das den ganzen scheinbar niemals endenden Abend lang. Als die Rechnung kommt schaut er verlegen in die kleine lederne Mappe, lässt seinen Blick durch den Raum wandern und beginnt vor sich hin zu trällern. Mir ist es peinlich, ich biete an, einfach halbe halbe zu machen, er ist empört; meine Pasta war schließlich 3,50€ teurer als seine. Wahrscheinlich war das sein endgültiger Todesstoß.

Warum ich das Date nicht abgebrochen habe: Hatte Hunger und habe mich nicht getraut.

Max der Fresser

Mit Max treffe ich mich im all-you-ca-eat Sushi Laden. Für alle von euch, die das jemals in Erwägung ziehen sollten: Macht es nicht! Noch bevor der Kellner die Möglichkeit hat uns zu fragen, was wir gerne trinken möchten, hat Max bereits 8-10 Sushi Teller inhaliert. Schmatzend schiebt er sich ein Röllchen nach dem anderen in den Mund und erzählt mir mit vollem Mund, aus dem immer wieder kleine Reisbröckchen fallen, von seiner Karriere als Taxi- und LKW-Fahrer – auf tiefstem Bayrisch. Für jedes weitere Japanische Bier, das er in sich reinschüttet, schnipst er ungeduldig den Kellner herbei und wird leicht ungeduldig, wenn der seinen Mix aus vollem Mund und unverständlicher Sprache nicht gleich verstehen kann. Bei „B-I-E-R! Comprende?“ möchte ich vor Scham im Erdboden versinken. Er fragt mich irgendwas über meine Vorlieben bei Sexpraktiken und darüber, wie sehr es ihn stört, dass so viele Frauen einfach nicht vier bis fünf Mal am Tag wollen. Frigide Kühe. Ich sitze da und kann es nicht fassen. Als wir gehen, macht er mir noch ein Kompliment zu meinem Po („Goala Oasch hey!“), ich nicke ihm zum Abschied zu und mache mich schnell aus dem Staub.

Warum ich das Date nicht abgebrochen habe: Es ist Sushi! Kommt schon!

Darf man nun, oder darf man nicht?

Ich denke wir alle hatten schon schlechte Dates. Ich habe auch schon von Menschen gehört, die sich tatsächlich mittendrin einfach entweder höflich entschuldigt haben oder weggerannt sind. Klar, einige Dates hätte ich mir absolut sparen können und meine Zeit sinnvoller nutzen. Dann aber denke ich mir, wie es wohl wäre, wenn mein Gegenüber einfach gehen würde. Vor allem wenn einer das Date super und der Andere das Date grausam findet, wohl eine schwierige Situation. Wenn mir also ein Mann gegenüber sitzt, der bei mir alle fünf Minuten einen Gähnanfall auslöst, ist das für mich kein Grund zu gehen. Ich für meinen Teil denke, das ist schlichtweg respektlos und unhöflich. Langweiligkeit ist Ansichtssache und mein gegenüber damit vor den Kopf zu stoßen wirklich nicht besonders nett. Ich würde wohl versuchen, das Treffen nicht künstlich in die Länge zu ziehen. Wenn mir allerdings ein Mensch der Gattung „Geht gar nicht!“ gegenüber sitzt, sehe ich das ein bisschen anders. Irgendwann ist wohl eine gewisse Grenze erreicht, bei der ich mit gutem Gewissen entscheiden kann, dass ich mir das nicht länger antun muss. Macht ja aber im Grunde keinen Unterschied ob nun jemand langweilig oder respektlos und ungehobelt ist, oder? Beides wissen die betroffenen Personen wohl nicht über sich selbst.

Der Grund der Flucht

Wie so oft im Leben, sind die Dinge so viel besser zu nehmen, wenn wir sie begründen können. Es ist ein großer Unterschied, zwischen „Ich bin weg“ und „Ich werde jetzt gehen, denn dein Verhalten stört mich“. Kling blöd, ist aber so. Indem wir einfach abhauen, sind wir genau so respektlos wie unser Gegenüber, das wir wegen Respektlosigkeit sitzen lassen. Auch wenn ich kein Fan von „das macht man nicht“ bin, muss ich hier doch sagen: Das macht man nicht. Wenn ich artikuliere, warum ich das Treffen gerne abbrechen möchte, gebe ich dem anderen zumindest die Möglichkeit, sich hierzu zu äußern, oder eventuell darüber nachzudenken und es beim nächsten Mal anders zu machen. Wenn ich nun ein Date abbreche, weil der Mann nicht mein Typ ist, wird es schon ein bisschen schwieriger. Zu sagen „Du, ich gehe, weil du nicht mein Typ bist.“ finde ich grenzwertig. Dafür kann mein Gegenüber schließlich nichts. Er hat sich Zeit genommen für mich, also denke ich, es ist schlichtweg eine Frage der Höflichkeit und Wertschätzung. Und mal ehrlich: Ein Stündchen Langeweile hat noch keinen von uns umgebracht.

Waghalsig stelle ich hier folgende These in den Raum: Grundsätzlich darf ein Date abgebrochen werden. Wenn sich das Treffen so gestaltet, dass wir in unseren Werten verletzt werden, können wir sagen „STOP“. Wir begründen, warum wir abrechen wollen und gehen. Ist es allerdings nichts was der Andere aktiv macht, sondern nur eine subjektive Empfindung seiner Persönlichkeit, die uns stört, sollten wir nach dem „tust-du-mir-nichts-tu-ich-dir-nichts-Prinzip“ vorgehen. Was denkt ihr? Hit and run oder brav aussitzen und hoffen, dass es bald vorbei ist?

xoxo_Carrie

 

© Igor Mojzes – Fotolia.com

2 Kommentare

  • Das ist ja fast ein gutes Beispiel zum Thema Geschlechterkomunikation. (Frau sagt nicht direkt, was sie meint, Mann sagt an, wie es gehen soll)

    Erste Dates mache ich schon mit der Ansage aus, „entweder brauchen wir (k)einen Kaffee (oder Kölsch etc) lang, um festzustellen, dass wir nicht miteinander können, oder wir quatschen uns fest, und es wird ein langer Abend.“

    Damit ist dann für beide Seiten klar, dass – wenn es nicht funkt – ein früher Abbruch ohne Peinlichlkeit für beide Seiten möglich ist.

    Das funktionert in der Praxis wunderbar.

    jogi

  • Wer sich ernsthaft diese Frage stellen muss, hat das Prinzip „First Date“ nicht verstanden!!
    Ein erstes Treffen dient nicht dazu, sofort eeendlooos viiieeeel Zeit mit der / dem anderen zu verbringen, weil man sich soooooo gut versteht … auf den ersten Blick … usw. usw.

    Merksatz (für die Anfänger): Das erste Treffen entscheidet, ob es ein zweites geben wird.

    Also, mal etwas konkreter: Die beste Zeit für ein erstes Kennenlernen ist die Mittagszeit, z.B. zum „Lunch“ oder vielleicht auch der späte Nachmittag. Man vereinbart von vornherein ein kurzes Treffen (z.B. 30-40 min) an einem neutralen Ort.
    Wenn die / der andere zu mir zu passen scheint, macht man ein zweites – und dann gerne längeres – Treffen aus. Das kann dann ein Kinobesuch, eine Party, ein Ausflug oder was auch immer sein.
    Falls aber die Schmetterlinge einfach nicht fliegen wollen, war es ein kurzes Treffen … das lässt sich leicht „verschmerzen“

    Klingt das jetzt eiskalt? 300 % rational?
    Nicht unbedingt … denkt doch mal nach … wenn das erste Treffen ein Erfolg war … wie viel schöner ist es dann, sich auf das zweite zu freuen? Und dieses Kribbeln ist dann real …

    Deshalb: Das erste Treffen entscheidet, ob es ein (tolles …) zweites geben wird. Und vielleicht auch ein drittes … 😉

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