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Bist a Zuckerpupperl

Ein Date auf Bayrisch – die Liebe und der Dialekt

Date_auf_BayrischDer Dialekt ist eine Sache, die wohl vielseitiger nicht sein könnte. Er macht uns aus, zeigt woher wir kommen. Er macht uns stolz, und belustigt gleichzeitig unsere Mitmenschen.  Manche Dialekte lassen unser Blut in Wallung geraten, andere törnen uns schlichtweg ab. Ich persönlich finde ja Österreichisch und Badenerisch (ich weiß… darf man nicht sagen) absolut sexy. Besonders beim Online-Dating passiert es jedoch oft, dass wir den anderen, bevor wir ihn treffen, nicht ein einziges Mal hören. Natürlich können wir herausfinden, woher der Andere kommt, allerdings das gesamte Ausmaß der sprachlichen Beschaffenheit unseres Dates finden wir erst heraus, wenn wir ihm gegenüber stehen. So geschehen mir, auf meinem Date mit Clemens.

Himmeherrgodnoamoi-Kruzefixhalleluja-Sakrament!

Clemens sieht nett aus auf seinen Bildern. Irgendwie ein bisschen kuschelig, bärig, ihr wisst schon. Ich treffe Clemens im All-you-can-eat-Sushi-Restaurant. Ein erstes Date kann zwar sicherlich an einem romantischeren Ort stattfinden, aber Menschen, die mich kennen wissen, dass ich einen Mann, der mich zum ersten Date in einen Sushi-Laden ausführt, eigentlich vom Fleck weg heiraten würde. Eigentlich.  Als ich am Restaurant ankomme, steht Clemens bereits vor der Tür. Löblich. Tatsächlich sieht er aus wie auf den Fotos. Dann macht er den Mund auf und mein fröhliches Lächeln schlägt um in ein eher ängstliches Grinsen. Clemens sagt etwas und ich muss hoffen, dass es irgendetwas mit einer Begrüßungsformel zu tun hat, denn ich verstehe kein Wort dessen, was er in allertiefstem Bayrisch in seinen Bart murmelt. „Haaaaallo“ sage ich vorsichtig, und schiebe ein „du bist aber früh dran“ hinterher, um meine Unsicherheit zu überspielen. „Sogido!“ erwidert Clemens und ich grinse einfach weiter vor mich hin. Das kann ja ein heiterer Abend werden.  Während Clemens sich ein Sushi-Röllchen nach dem anderen in den Mund schiebt, erzählt er ununterbrochen. Ich verstehe Wortfetzen, und versuche so, die Geschichte zusammenzubauen. Irgendwas mit „im Leben stehen“, Taxi und LKW fahren und irgendwas mit Schule. Ich stelle zwei Fragen, auf die ich erneut ein „Sogido!“ zugeworfen bekomme und entschließe mich dann, einfach eine ganz ganz tolle Zuhörerin zu sein. Als die Rechnung kommt, schimpft Clemens. Himmeherrgodnoamoi-Kruzefixhalleluja-Sakrament. Ich nehme an, er wundert sich über die Höhe der Rechnung und schiebe ihm einen Zwanziger rüber.  Als wir gehen, höre ich ihn hinter mir sagen: „Suppa Oasch!“ DAS verstehe ich nun tatsächlich und bin nur mittelmäßig davon angetan. Eher so gar nicht eigentlich.

Sich verstehen, wenn man sich nicht versteht?

Dialekte sind Geschmackssache, der eine mag sie, der andere nicht. Und vor allem: Wir können nicht alle verstehen. Aber wie kann ich mein Date kennenlernen, wenn ich nicht einmal verstehe was er sagt? Dröseln wir das doch mal von vorne auf. Ich bin ja Schwabe, also zumindest so halb. Zum Glück habe ich von Mutti noch ein bisschen norddeutschen Sprachgebrauch gelernt. Wenn ich also möchte, kann ich die Menschen glauben lassen, ich wäre im allertiefsten Schwaben auf einem Bauernhof aufgewachsen, und würde dort seitdem die Kühe füttern. Da ich aber selbst mein schwäbisches Ich nicht so besonders sexy finde, minimiere ich in meinem Alltag die schwäbische Sprache auf ein Minimum. Das ist ein Trick, denn wenn mir dann doch mal was rausrutscht, finden es alle süß und nicht „baurig“. Nun gibt es ja den ein oder anderen, dem  das Ausschalten seines Dialektes nicht so leicht fällt, oder der es vielleicht gar nicht will. Aber was tun nun ein Schwabe und ein Bayer beim gemeinsamen Date, wenn keiner von seiner Position weichen will? Akzeptieren, dass es nicht sein soll? Ich schätze fast, dass es das ist, denn auch Clemens hätte, wenn er auch nur ein klitzekleines bisschen Feingefühl besitzen würde, feststellen können, dass ich von dem, was er mir da erzählt, kaum ein Wort verstehe. Vor allem dann, als ich sagte, dass ich Bayrisch ja nicht so gut verstehe. Absolut gravierende Kommunikationsprobleme. Sollten diese beim ersten Date nicht überwindbar sein, war’s das wohl, denn mal ganz ehrlich: Auch der aus dem tiefsten Bayern, kann sich (wenn er will) so ausdrücken, dass ihn andere verstehen.

What’s hot – what’s not?

Mein Blut kommt bei österreichischen Worten in Wallung, andere empfinden ein leichtes Kribbeln wenn ihnen auf feinstem Plattdeutsch ein Kompliment gemacht wird. So sind Geschmäcker eben verschieden. Der eine findet Schwäbisch süß, dem anderen rollen sich die Zehennägel auf beim Gedanken an ein junges Frollein, das sich saumäigschd freit, dass dr jonge Kerle ihr dr Hof machet. Ihr wisst schon. Da fällt mir eine lustige Geschichte ein. Sie hat mit Sex zu tun, aber ich erzähle sie trotzdem (weil sie so schön verdeutlicht, warum ein Dialekt Menschen daran hindern kann, sich zu finden). Der Freund eines Freundes (eigentlich war es der Freund selbst) war mal auf einer Party. Dort lernte er ein Mädchen kennen. Sie tanzten, tranken, knutschten und fanden schließlich den Weg in seine Gemächer. Beide deutlich angeheitert sprachen kaum, zogen sich aus und kamen zur Sache. Als das Mädchen quasi an der Spitze ihrer Lust angekommen war, und dem Freund des Freundes signalisieren wollte, er dürfe jetzt auch, sagte sie inbrünstig und aus vollster Entspannung: „Kohsch neilaufa lau!“ (zu Deutsch: Du kannst es reinlaufen lassen). Der Freund des Freundes war keiner von denen, die Schwäbisch süß finden und somit ließ er auch nichts nirgendwo reinlaufen. So ein Ärger. Not hot, definitiv. Ganz im Gegenteil dazu sitze ich bei einem Date mit Max (der übrigens aus Wien kommt) einfach nur am Tisch,  sabbere in mein Weinglas und lausche gespannt jedem seiner Worte. In Gedanken stelle ich mir vor, wie es wohl werden würde, wenn er mir in eben genau diesem Wiener Schmäh einen romantischen Heiratsantrag macht… Es würde soooooo unglaublich toll klingen, und wir würden Kinder bekommen, denen wir auch österreichisch beibringen könnten. Hach…

Ich kann es nicht oft genug sagen: Geschmäcker sind verschieden. Auch beim Thema Dialekte. Den einen törnt es ab, den anderen an. Vor allem bei einem Date, sollten Mann und Frau wohl versuchen, ihre sprachlichen Verrenkungen zumindest so unter Kontrolle zu bekommen, dass eine Verständigung gewährleistet werden kann. Es sei denn, ihr handhabt es wie der kleine Junge bei Marijke Amado, der schon mit acht Jahren ganz genau weiß was er will. Er wird ja nicht blöd sein, und eine aus Schwaben heiraten, die kann ja koa boarisch und  somit könnte er sie niemals verstehen.

xoxo_Carrie

 

© ra2 studio – Fotolia.com

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