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Liebe auf Umwegen

Eine Geschichte über philophobe Männer und anuptaphobe Frauen

Liebe_auf_UmwegenHoffnungsvoll blickt sie in seine Augen, als er zärtlich seinen Arm um ihre Schultern legt. Endlich ist der Moment gekommen, denkt sie sich. „Du, ich glaube, ich habe mich in dich verliebt“ sagt sie vorsichtig. Und schon zieht sich sein Arm langsam aber bestimmt von ihren Schultern zurück. Wie? Liebe? Hat sie Liebe gesagt? Aber sie hatten sich doch auf eine unverbindliche Beischlafbeziehung geeinigt. Er stammelt etwas von „sehr überraschend“, „überrumpelt“ und „nachdenken müssen“, zieht seine Hose an und geht.
Ziemlich grausam eigentlich, wenn man feststellt, dass man in ein Alter kommt, in dem die Lebensvorstellungen von Männlein und Weiblein fast unvereinbar scheinen. Die Quintessenz ist, dass die eine Seite genau das will, was die andere Seite zu meiden versucht. Der Graben, über den keiner zuerst springen möchte. Das Boot, in dem beide in unterschiedliche Richtungen paddeln. Ihr wisst was ich meine. Nicht kompatibel eben. Heute also eine Geschichte über Männer und Frauen in den 30ern. Eine Geschichte über Philophobie und Anuptaphobie.

Der philophobe Mann

Großteile der männlichen Bevölkerung leiden in einem bestimmten Alter mehr oder weniger schwerwiegend unter akuter Philophobie. Als philophob im allgemeinen Sinne bezeichnet man Menschen, die Angst davor haben, sich zu verlieben, oder gar eine feste Bindung einzugehen.Feste Bindung nein, aber mehr als Sex darf es gerne sein. Der betroffene Mann möchte somit von einer „Partnerin“ umgeben sein, mit der er in sicheren zeitlichen Abständen das Bett teilen kann. Zudem sind langes Geschmuse, tiefgründige Gespräche und gemeinsame Unternehmungen erwünscht.

Jegliche Art von Routine vermeidet der philophobe Mann jedoch tunlichst. Hier kann bereits eine mitgebrachte Zahnbürste zum Eklat führen. Frauchen soll sich auf keinen Fall auch nur dem Anschein nach einnisten. Zähne putzen auch nicht, wenn möglich. Ebenso ist er gerne alleiniger Bestimmer der Besuchszeiten. Andererseits hat auch der philophobe Mann Bedürfnisse, die über eine lapidare Bettgeschichte hinausgehen. Er will umworben werden, das Köpfchen gekrault bekommen, händchenhaltend durch den Park schlendern und wild im Kino knutschen. Er will seine Familienprobleme besprechen, von seinem neuen, intriganten Kollegen berichten und über das Leben philosophieren.

Kurzum: Der Mann will eine Vereinbarung, die in vielerlei Hinsicht beziehungsidentisch ist, jedoch niemals als solche definiert wird. Dieser Zustand ermöglicht es ihm ein beziehungstechnisch verpflichtungsfreies Leben zu führen. Ohne sich erklären zu müssen, kann er somit auch jederzeit einfach die Hose anziehen und gehen.

Die anuptaphobe Frau

Das Szenario ist eindeutig. Eine Frau, Mitte 30, alleinstehend. Um sie herum wird geheiratet, gebaut und gebärt. Gefühlt ist nur sie übrig. Einsam und allein. Ein triftiger Grund, warum viele Frauen diesen Alters (beginnt auch gerne schon mit 30) unter der unberechenbaren Anuptaphobie leiden. Die anuptaphobe Frau leidet unter der Angst, alleinstehend zu bleiben – übrig zu bleiben auf dieser Welt. Genauer betrachtet ist die Anuptaphobie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Reaktionserkrankung, resultierend aus der männlichen Bindungsverweigerung. Die Frau als solche plagen existentielle Fragen. Werde ich noch einen Partner finden, mit dem ich mein Leben verbringen möchte? Wie lange wird es dauern? Wird er, so wie ich, Kinder wollen? Werde ich dann noch Kinder bekommen können? Oh Gott, was wenn ich alleine sterben muss? Diese an sich schon die Psyche deutlich belastenden Fragen werden zudem begleitet von einem unerbittlichen, kontinuierlich lauter werdenden „ticktackticktack“.

Die anuptaphobe Frau lässt sich also hin und wieder – vor allem aus Mangel an Alternativen – auf den philophoben Mann ein. Angestachelt wird dieses Handeln von dem festen Glauben daran, die „Krankheit“ des Gegenübers heilen zu können. Gedankengänge à la „Wenn er mich erst einmal besser kennenlernt, wird er seine Meinung bestimmt ändern“ sind hier nicht selten vorzufinden. So imitiert sie oft über lange Zeit das coole, abgeklärte Betthäschen mit dem stetigen Versuch, den Mann unterschwellig von den Vorteilen einer festen Bindung zu überzeugen. Sie will es. Sie will Essen kochen wenn er abends nach Hause kommt, sie will Weihnachtskarten mit gemeinsamen Fotos im Friesenpulli an alle Verwandten verschicken, sie will sich über seine dreckigen Socken unterm Sofa aufregen und mit ihren Freundinnen über seine Macken lästern. Und das am besten mit Hund und Garten, umrundet von einem schicken weißen akazienhölzernen Gartenzaun.

Liebe auf Umwegen?

Während Mann also krampfhaft versucht, Bindungen jeglicher Art (ausgenommen denjenigen, die er mit seinen Fußballkumpels pflegt) zu vermeiden, ist es genau das, wonach sich Frau sehnt. Dass das nicht wirklich vereinbar ist wird wohl ziemlich schnell klar. Die Frage aller Fragen ist doch die: Wie können wir das Problem gekonnt umgehen? Müssen wir die Suche nach einem passenden Partner nun neben charakterlichen und optischen Eigenschaften ebenfalls auf die Bereitwilligkeit, Beziehungen einzugehen, ausweiten? Sollte Mann sich eingestehen, dass nicht jede Art von weiblicher Annäherung, die über einen One-Night-Stand hinausgeht, ihn seiner Freiheiten berauben wird? Muss Frau sich geduldiger auf die Suche machen? Es ist wohl ein Mix aus allem. Darum mein Aufruf an euch: Sucht euch, findet euch, liebt euch. Denn es ist immer noch die schönste Sache der Welt!

xoxo_Carrie

 

7 Kommentare

  • Ein Mann sagt immmer er hätte die Frau im Griff… In Wahrheit bestimmt Sie wer, wann, was im Griff hat…
    Wenn eine Frau meint sie hätte einen Mann im Griff… Dann ist der Mann oft schon Spielball ihrer Gefühle…
    Das richtige Verhaltensmaß ist nur abhängig vom Grad ihrer Liebe zueinander…
    Alles andere ist primitives Besitzdenken!!!

  • Ich für meinen Teil kann sagen: Er zu mir – niemals! My home is my castle und vorerst kommt mir da absolut niemand rein 🙂 Das dauert

  • Das eigentliche Problem beginnt doch schon damit gehen wir: „Zu mir oder zu dir“
    Die Frau will immer, dass der Mann zu ihr kommt. Sie ist es auch, die „Ihn“ für Leben auswählt. Sex ist für sie Mittel zum Zweck.
    Wenn der Mann „Sie“ auswählt, so ist es in erster Linie um seiner Befriedigung Willen.
    Die Maschen der Mädchen kennt der Mann genau, denn ewig lockt der Sexepil einer aufreizende Frau.

  • Klingt ganz so, als hättest Du auch mal einen Daniel in Deinem Bett gehabt 😉

  • Nein, ich habe Angst nachzuschauen. 😀 *prust*

  • Und? Hast es schon herausgefunden?

  • *denk* Bin ich doch eine Frau? *enddenk*

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