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Hola amor oder goodbye my love?

Eine kleine Urlaubsliebe

UrlaubsliebeWir fiebern wochenlang darauf hin. Der große Sommerurlaub steht endlich an. Nachdem wir uns monatelang jeden Tag in unser tristes Büro geschleppt haben, steht nun das große Nichtstun an. Zwei Wochen all inclusive, am besten irgendwo, wo es auf jeden Fall jeden Tag 30 Grad plus auf dem Thermometer anzeigt. Irgendwas wie Fuerte oder irgendeine türkische Bucht. Viel essen, viel trinken, viel schlafen… viel flirten? Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass wir uns oft im echten Leben unglaublich schwer tun, neue Leute und vor allem potentielle Vertreter des anderen Geschlechts kennenzulernen, und sobald wir im Urlaub sind, uns scheinbar alle aus der Hand fressen?

Mein Urlaubs-Ich

Kennt ihr dieses Gefühl, das aufkommt, wenn man mit dem Shuttle-Bus im Urlaubsresort ankommt? Mir geht es immer so, dass ich aussteige, und erst mal tief durchatme. Auf einmal fällt aller Stress von mir ab. Kein Gedanke mehr an den stressigen Büroalltag, keine Gedanken mehr daran, ob ich in den letzten zwei Wochen nun zwei oder drei Kilo zugelegt habe, kein nervöser Blick auf mein Handy alle fünf Minuten. Ich habe extra ein bisschen mehr für meine Reise auf den Tisch gelegt und das Hotel mit dem extra ruhigen Pool, extra wenig Kindern und extra gutem Essen gebucht. Ich gönne mir was – und das will ich mir schließlich nicht vermiesen lassen. Also wartet all die potentielle Belastung traurig am Abflug-Gate des Flughafens bis ich in zwei Wochen wieder die Grenze überschreite. Ich koste meine zwei Wochen aus bis aufs Letzte, und lasse mich nicht von lästigen Ängsten und Gedankenmachereien aufhalten. Deswegen zwinkere ich auch gleich mal dem verdammt gutaussehenden Tennislehrer, der – seinen Tennisschläger lässig über die Schulter geworfen – an der Rezeption steht und die Neulinge begutachtet. Ich glaube es ist das „What-happens-in-Vegas-stays-in-Vegas-Prinzip“, nur eben mit Urlaub. Ich kann einfach mal machen was ich will, in zwei Wochen bin ich wieder weg und muss, wenn ich nicht will, nie wieder an diesen Ort zurückkehren. Und natürlich gehört zu einem richtigen Urlaub als Single auch immer irgendwie die Urlaubsliebe. Wie sie ist, was sie bedeutet und vor allem was aus ihr wird ist immer ungewiss und spannend.

Urlaubsliebe 1 – cool und romantisch

Das ist meine Geschichte. Während ich mir so überlege, wie das damals mit 16 im Griechenland-Urlaub so war, stelle ich mit Schrecken fest, dass ich mittlerweile wirklich viel zu selten in den Urlaub fahre. Nun gut. Ich war also 16 und in Griechenland. Meine Freundin Sophie und ich hingen mit der coolen Jugendgruppe ab. So auch Christian. Christian mit der blondierten Topfhaarfrisur, dem leichten Flaum unter der Nase und den coolsten Baggy-Hosen, die die Welt je gesehen hat. Soooooo(ooooo) süß sage ich euch. Zudem malte Christian ultracoole Grafits in sein schwarzes Büchlein. Eines Tages überreichte er mir einen gefalteten Zettel und rannte davon. „Die eine, die eine oder keine, für keine andre Frau ging ich lieber in den Bau…“ las ich da. Ich las und war der festen Überzeugung, er hätte diesen zweiseitigen Text nur für mich geschrieben (irgendwann habe ich’s dann auch gemerkt, ja!). Also waren Christian und ich nun offiziell verliebt, haben im Pool geknutscht und lagen nachts am Strand, haben Wein getrunken und Sterne gezählt. Bei meiner Abreise heulte ich natürlich Rotz und Wasser, jedoch versprachen wir uns, in Kontakt zu bleiben. Das taten wir dann auch und tatsächlich besuchte ich ihn auch mal in seiner Heimatstadt. Und als ich ihn da so stehen sah, mit seiner blondierten Mähne und dem komischen Flaum, die Hose in den Kniekehlen hängend, wurde mir bewusst: Urlaubsliebe passiert im Urlaub. Nicht daheim. Ich ließ die Sache noch eine Weile laufen, weil ich noch nie mit einem Kerl Schluss gemacht hatte. Als er mir dann jedoch gestand, dass er aus Versehen auf einer Party eine andere geküsst hätte (vielleicht hat ihm der Pony die Sicht versperrt, oder er hatte einfach zu viel gekifft), und ich zudem herausgefunden hatte, dass der Text einfach nur ein abgeschriebenes (zugegeben sehr schönes, aber trotzdem abgeschriebenes) Hip-Hop Lied war, gab ich ihm den Laufpass. Verdient.

Urlaubsliebe 2 – besser spät als nie

Sarah und ich befinden uns in der Türkei. Sonne satt, blaues Meer, Erholung pur. Wir verbringen die vollen zwei Wochen damit, uns am Strand in der Sonne zu aalen, Handtaschen zu Billigstpreisen zu kaufen und jeden Abend zu schlemmen wie Königinnen. Unsere einzige sportliche Betätigung ist Bogenschießen für Anfänger, nur um ein kleines bisschen gegen das schlechte Gewissen zu tun. Tatsächlich freuen wir uns, ein bisschen für uns zu sein, verbringen den ein oder anderen Abend mit viel Raki auf Eis und einer Gruppe netter Österreicher. Avancen macht hier niemand. Dann, einen Abend vor Abreise, sitzen wir mit unseren österreichischen Freunden an der Bar, lassen ab und an die Hüften zu den neusten Charts schwingen und bereiten uns schon seelisch und moralisch auf den Abflug am nächsten Morgen vor. Gegen elf Uhr gehe ich ins Bett, Sarah bleibt auf einen Absacker. Am nächsten Morgen, kurz vor dem Klingeln meines viel zu früh gestellten Weckers, höre ich einen Schlüssel im Schloss. Leicht peinlich berührt, aber dennoch übers ganze Gesicht strahlend schleicht sich Sarah ins Zimmer.  Sie hat die Nacht mit Peter verbracht, sich unterhaltend am Strand. Mein Blick sagt „wer’s glaubt“, doch sie beschwört, dass sie lediglich viel Wein getrunken und geredet hätten. Auf dem Weg zum Flughafen, im Flugzeug und auf dem Weg nach Hause grinst Sarah immer noch. „Ich glaube wir werden uns wiedersehen“ sagt sie noch. Seit dieser Aussage, haben sich Sarah und Peter viele viele Male wiedergesehen, und tun das mittlerweile sogar jeden Tag beim Frühstück. Nur wenige Monate nach unserem Urlaub zog sie zu ihm, und um das Klischee komplett zu machen, haben sie mittlerweile auch noch geheiratet und ein Kind bekommen. Irgendwie haben die beiden es geschafft, den Zauber des Urlaubs beizubehalten. Hach…

Eine Urlaubsliebe ist ja immer so eine Sache. Oft verlieben wir uns quasi unsterblich in den ägyptischen Tennislehrer, den türkischen Koch, der morgens immer die Eier so schön brät oder den muskulösen Surf-Pro, einfach nur weil seine blonde Mähne im Wind so schön flattert. Wahrscheinlich liegt das daran, weil wir endlich mal nicht sofort darüber nachdenken, ob dieser Mann potenziell der Vater unserer Kinder werden könnte, denn es ist schließlich Urlaub und wahrscheinlich sehen wir wen auch immer wir dort treffen niemals wieder. Der Druck ist weg und endlich schaffen wir es, uns mal ein bisschen fallen zu lassen. Ziemlich sicher macht uns diese innere Einstellung auch attraktiver. Anstatt also zu Hause sofort wieder in unseren alten Trott zu verfallen, sollten wir uns an unser Urlaubs-ich zurückerinnern und uns fragen: Können wir nicht auch im echten Leben so sein?

xoxo_Carrie

© deviantART – Fotolia.com

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