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Ausgelassen feiern und Singles kennenlernen?

Flirt-Location: After-Work-Party

Singles_kennenlernen„Lass uns da einfach im Schlabberlook hingehen!“ sagt Kathrin, als sie mich zur After-Work-Party im Münchner Filmcasino einlädt.  Na gut, denke ich mir, ich gehe ja nicht hin, um jemanden kennenzulernen, sondern um mich über das kostenfreie Buffet herzumachen und mir ein paar Gin Tonics hinter die Binde zu kippen. Kathrin fährt im Moment die Theorie, dass man, wenn man so aussieht als wolle man niemanden kennenlernen, garantiert jemanden kennenlernt. Deswegen ist sie der Schlabberlook-Single. Zugegeben sieht ihr „Schlabberlook“ kombiniert mit der überdimensionalen Körpergröße und den langen blonden Haaren immer noch irgendwie schick aus – ich dagegen, in Schneeboots, Leggins und Hängerchen, sehe ein bisschen so aus als ginge ich an einem Samstagmorgen zum Bäcker. Sei’s drum – wir gehen afterworken.

Ein Schnäpschen in Ehren…

Ich bin underdressed, und das nicht nur ein bisschen. Vor mir schieben sich hochbestöckelte Damen in ihren besten Jahren und kürzesten Lederminis in die kleine Empfangshalle. Kurz bekomme ich Angst, dass ich nicht reingelassen werde. Für meine sieben Euro Eintritt bekomme ich einen Drink an „der Bar gleich links“. Über der Bar gleich links strahlt mir in neonorange ein Hirschkopf entgegen, und darunterstehende Männer prosten sich mit Sprüchen wie „hau wech die Scheiße“ zu. Um 2cl des braunen Kräuterlikörs zu erhaschen, muss ich ein Adresskärtchen ausfüllen. Wie heiße ich? Martina Schneider, Adresse…irgendwo Nummer 27, München. Neben mir lehnt sich ein gutaussehender Kerl lässig an die Theke. „Wenn du deine Email Adresse reinschreibst, bekommst du den nächsten Eintritt frei“ klärt er mich auf. Mist, und nun? Ich lächle verschmitzt und sage irgendwas wie dass ich das dann beim nächsten Mal machen würde. Ich hätte so was sagen können wie „Auf die Karte will ich sie nicht schreiben, aber für den netten Tipp würde ich sie dir sogar geben“… oder ein Dutzend weiterer Sprüche, die mich mit dem jungen Mann ins Gespräch gebracht hätten. Hätte hätte Fahrradkette, ihr kennt das. Habe ich aber nicht. Also kippe ich schnell mein Schnäpschen runter, schnappe mir Kathrin und stürze mich ins Getümmel.

Die graue Gans am Snackbuffet

Ich werde überglitzert. Die Damen in diesem Etablissement fahren scharfe Geschütze auf. Behängt mit Fellpuscheln, Glitzerkettchen und Burberry Schals  stöckeln sie in Richtung diverser Bars. Ich bleibe kurz auf der Empore stehen und sehe mich um. Ich sehe Frauengruppierungen, die entweder ein feucht fröhlicher Mädelsabend, oder ein tatsächlicher After-Work-Ausflug mit den Kolleginnen sein könnte. Ich sehe Männer mit grauen Haaren, alleine oder zu zweit, die  schweigend ihre Blicke durch die Runde schweifen lassen. Vereinzelt sehe ich Pärchen, die sich  vorsichtig wippend der Musik hingeben. In der Mitte der Tanzfläche strahlt mir ein bis auf die letzte Pommes leergefuttertes Buffet entgegen.  Die letzten sieben Schöpfer Pilz Risotto stapelt sich soeben ein wohlhabend aussehender, älterer Mann auf seinen Teller. Da feste Nahrung nicht mehr zu haben ist, steuern wir an die Bar und finden ein Plätzchen neben zwei älteren Herren. Dieses „älter“ zieht sich durch. Gönnerhaft dreht sich einer der beiden um und bietet Kathrin an, an der sauteuren Grey Goose Flasche mitzutrinken. Ich nehme es nicht persönlich, dass ich gänzlich ausgeblendet werde. Blöde Lackaffen. Generell wäre dieses Zwei-Frauen-zwei-Männer-Gespann an der Bar ja optimal für einen riskanten Flirtversuch. Hier stechen blonde 1,85 Meter allerdings das Mädchen, das kaum über die Theke schauen kann (mich). Macht nix, Lackaffen passen sowieso nicht so in mein Beuteschema.

Dance the Night away

Wir stehen da und quatschen, es ist unfassbar heiß und voll. Und laut. Ich nippe an meinem Gin Tonic und lasse meinen Blick über die Tanzfläche schweifen.  Die einzigen, die hier das Tanzbein schwingen, sind die Damen (und ein eifriger älterer Herr, der sich sichtbar wohl inmitten so viel Weiblichkeit fühlt). Direkt vor mir eine Gruppe Frauen, die die After-Work-Party tatsächlich als Betriebsausflug nutzen. Hier schüttelt die eigentlich spießige Frau Typ Buchhalterin neben der Empfangsdame mit unauffällig aufgespritzter Oberlippe ihr knackiges Popöchen. Alle haben Spaß, so soll es sein. Die Damen scheinen sich nicht davon beirren zu lassen, dass die Tanzfläche eine Art Arena darstellt. Draußen die Männer und ihre hungrigen Blicke, darin die saftigen Steaks. Gut, das ist vielleicht ein kleines bisschen überzogen. Aber so in etwa. Doch beobachte ich weiterhin nichts. Die Frauen tanzen, die Männer glotzen. Das war’s. Ich warte vergeblich darauf zu beobachten, dass einer der Herren sich über den Flirt hinaus traut, eine der Tanzmäuse anzusprechen. Fehlanzeige.  Dies schein tatsächlich kein Ort zu sein, an dem sich Singles kennenlernen. Es ist ein Ort, an dem Singles sind. Punkt.

Apfelringe sind Trumpf

Da ich niemals Kleingeld habe, wenn ich welches brauche (und im Gegenzug immer zu viel wenn ich keines brauche), habe ich der Klofrau NICHT 50 Cent hingelegt und habe mich somit auch NICHT getraut einen Griff in die Süßigkeitenkiste zu machen. Kathrin hatte Kleingeld und kommt mit Apfelringen, sauren Zungen und Co. von der Toilette zurück. Es dauert keine Mikrosekunde, und schon erwacht der Mann, der bisher einfach nur alleine da stand und vor sich hin gestarrt hat und führt mit Kathrin ein Gespräch über Apfelringe. Banal irgendwie, doch kann man auch ein solches Thema noch irgendwie rumreißen. Der Apfelring-Mann schafft es nicht. Immerhin haben die Apfelringe den ersten offensiven Flirtversuch des Abends hervorgerufen – wenn auch mäßig erfolgreich. Beim nächsten Toilettengang nehme ich Kleingeld mit – und Apfelringe. Erfolgreich bin ich damit nicht.

Als Flirt-Location, oder gar um Singles kennenzulernen war diese After-Work-Party nur so mittel geeignet. Hier scheinen die Menschen hinzugehen, um einfach nur zu sein. Sie wollen von der Arbeit abschalten, tanzen, trinken, vielleicht auch ein bisschen flirten. Auf Gespräche und Annäherungsversuche scheint hier allerdings niemand ernsthaft aus zu sein. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass After-Work-Parties an sich eine hervorragende Möglichkeit sind um neue Menschen und auch andere Singles kennenzulernen. Musik, Drinks und ausgelassene Stimmung verleiten eben zum flirten.

xoxo_Carrie

 

photo credit: cosmonautirussi via photopin cc

Ein Kommentar

  • Gut zu wissen. Bei meiner ersten AwP war es ähnlich. Viel zu voll und viel zu laute Musik. Man kam als Raucher draußen vor der Tür in ganz nette Gespräche. 🙂 Mehr aber auch nicht.

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