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Du bist was du isst

Flirt-Location: Supermarkt

Flirt_Location_Supermarkt„Carrie ist hier: Aldi Süd“ Ich checke mal wieder wild an allen möglichen Orten über meinen Foursquare Account ein. Dass ich gerade bei Aldi Sekt und Müllbeutel kaufe, soll ja schließlich jeder wissen. Meinen 300sten Besuch im Fitnessstudio hat niemand kommentiert. Als ich auf dem Gipfel eines Schweizer Berges stand, hat das keinen interessiert. Und da checke ich einmal im Supermarkt ein und sehe die Kommentare nur so in meine Twitter Timeline flutschen. Ich hätte endlich das Single-Paradies entdeckt, sagen die Leute da. Ob ich mir an der Kasse einen knackigen Junggesellen geangelt hätte? Flirt-Potential hoch zehn quasi. Ich…also ähm… habe…eigentlich nur…eingekauft?! Der Supermarkt als Single-Paradies? Ich weiß ja nicht… da müsste ich ja zunächst einmal von meinem Samstag-Morgen-Schlabberlook abweichen. In Jogginghose und „Fresh-out-of-bed-Look“ werde ich meinen Traummann wohl nicht kennenlernen (ja ja, ich weiß, wenn er sich in mich verliebt, dann auch in Jogginghose…). Ich wäre ja nicht ich, wenn ich das Phänomen „Flirten im Supermarkt“ nicht wenigstens einmal testen würde.

Rumlungern und kucken

Für einen Samstagmorgen habe ich mich herausgeputzt. Immerhin habe ich ein wenig Make-Up aufgelegt und die Haare gekämmt. Zudem trage ich eine richtige Hose, ich denke das ist förderlich. Es ist zehn Uhr, die Zeit ist bewusst gewählt. Ich bilde mir ein, dass jetzt all die sich liebenden Pärchen gemütlich mit den Kindern am Frühstückstisch sitzen und sich gegenseitig Nutellabrote in den Mund schieben. Die Singles jedoch sind, nachdem sie sich ein bisschen mehr Schlaf als sonst gegönnt haben, auf dem Weg zum Supermarkt. Zunächst bestätigt sich meine These nicht. Ein freundlich lächelnder Opa drängelt sich am Brotautomaten vor mich. Ein kurzer Blick durch den Raum zeigt: Zehn Uhr ist eher die Rentnerzeit, obwohl diese doch aufgrund von akuter Schlaflosigkeit längst wieder zu Hause sein sollten. Was soll’s, ich hab ja Zeit, und zudem lungere ich tatsächlich gerne in Supermärkten rum. Ich finde das irgendwie inspirierend. Ich habe mir schon einen genauen Plan gemacht, was ich einkaufen werde: Gesundes, aber nicht zu Öko, gespickt mit Dingen, die das Leben schöner machen. Ja! Schokolade und Sekt! Und alles in eindeutigen Single Portionen (außer dem Sekt). Dazu ein bisschen Kosmetik-Kram, eine Gala… oh sieh mal einer an wer da vor dem Gemüsestand steht!

Selbstgemacht schmeckt es am besten

Ich pirsche mich vorsichtig an mein Opfer heran. Groß ist er, mit einer leichten Fönwelle. Deutlich schicker angezogen als ich muss ich neidlos gestehen. Ich parke meinen Einkaufswagen und nähere mich ihm. Auf dem Weg nehme ich hier und da was mit. Ein paar Äpfel, Bananen, oh eine Ananas ist auch immer gut. Der Herr steht ratlos vor der Salatabteilung, ich beobachte das genau. So genau, dass ich beinahe gegen den leicht zu übersehenden Pfeiler laufe, der sich mir unauffällig in den Weg schiebt. Puh, das war knapp. Da ich anscheinend sehr fachkundig vor mich hin glotze, steht auf einmal eine ältere Dame vor mir und versperrt mir mit ihrem Rollator den Weg. „Entschuldigen Sie? Der Rhabarber ist aus und ich brauche welchen für meine Marmelade. Wissen sie das….“ Ich höre sie reden, schenke ihr aber keine Aufmerksamkeit. Der schöne Mann ist weg, Mist. „…und Rhabarbermarmelade ist einfach die Beste. Ich mache sie immer für meinen Sohn, die Selbstgemachte liebt er am meisten.“ Na ja jetzt ist es auch schon egal. Ich erkläre der Dame dass ich leider, wer hätte es vermutet, nicht zu den Mitarbeitern des Supermarkts gehöre und bemühe mich um jemanden, der ihr den lebenswichtigen Rhabarber besorgen kann. Natürlich hat sie mich sofort ins Herz geschlossen, so zuckersüß kann ich sein. Ich drehe mich um und höre nur „Das junge Frollein da war so freundlich zu mir Florian. Geh hilf ihr die Sachen zu tragen, sonst fällt noch alles runter!“ Als ich mich umdrehe und Florian sehe…fällt alles runter. Nur die Ananas halte ich weiterhin tapfer fest. Oh Mist wie peinlich! Der Mann vom Gemüsestand. Ich sag’s euch, wie im Film hilft er mir meine Sachen aufzuheben, leider bleibt die magische Berührung zweier Fingerspitzen aus. Stattdessen grinst er frech und sagt: „Wenn‘s um den Rhabarber geht, spannt sie gerne alle ein. Aber selbstgemacht schmeckt es nun mal am besten!“ Na klar, ich werde rot. Ein keckes Zwinkern bekomme ich trotzdem hin. Schnuffiger Kerl!

Steaks und Damenbinden

Ich mache mich auf den Weg zur Fleischtheke, mal sehen, was unter den Hartgesottenen so abgeht. Ich gebe zu, meine Affinität zu Fleisch ist für eine Frau wahrscheinlich überdurchschnittlich hoch. Die einen finden es sexy, die anderen eben nicht. Ich stelle mich einfach mal an und warte ab, was passiert. All die Menschen vor mir stehen mit ihren Partnern an, und kaufen kiloweise Grillfleisch in allen Farben und Formen. Die Dame vor mir fragt bei jeder Bestellung nochmal extra nach, wie viel Fett denn jetzt genau in der Putenbrust enthalten ist. Ich will ja nichts sagen, aber so ein klitzekleines bisschen fett würde der Liebsten gar nicht schaden. Egal. Ich bin dran – und bestelle Rinderhüfte. Schamlos. „Es geht nichts über ein gutes Stück Fleisch!“ sagt der Verkäufer, und zwinkert mir zu. Recht hat er. Fast nichts. Wir fachsimplen ein bisschen hin und her, welches Fleisch man am besten für was nimmt, und schon klinkt sich der Herr hinter mir ins Gespräch mit ein. Ich hatte ihn gar nicht bemerkt. Als ob es nichts anderes auf der Welt gäbe stehen wir da und sprechen über Rinderteile. Herrlich romantisch finde ich das. Ich sehe die Begeisterung in seinen Augen als er von seinen Erfahrungen erzählt und bin ein bisschen verliebt. DU darfst für mich gerne mal ein Stück Fleisch auf den Grill werfen Schatz. „Schaaaaaaaaaaahaaaaaaaaaatz?! Hast du die Damenbinden schon eingepackt?“ quäkt es aus dem Off. Damenbinden? Schatz? Och nö. Superfreundlich grinse ich der klapprigen Damenbinden-Tussi ins Gesicht, die sich mittlerweile neben ihrem Herzblatt, dem Steak-Mann, aufgebaut hat. Pffff, mit der kann er sein Steak bestimmt nicht so gut genießen wie mit mir. Aber bitte… wer nicht will, der hat schon. Mit dem Gedanken an ein in Damenbinden eingewickeltes Steak ziehe ich davon. Zeit zu zahlen.

Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Horst!

Das war ja eher weniger ergiebig. Es scheint sie schon zu geben, diese Singles in Supermärkten, allerdings sind sie wirklich nicht so leicht zu finden. Eins nach dem anderen lege ich meine Hamsterkäufe auf das Kassenband. Handy klingelt. Susanne ist dran. Ich gehöre nicht zu den coolen Menschen mit Headset. Also klemme ich mein Handy zwischen Schulter und Ohr und lade weiter meine Sachen auf. „Grillen? Ah Mist ich stehe gerade an der Kasse und bezahle gleich. Sonst hätte ich noch mehr Fleisch geholt. Wo? Flaucher? Ja das passt, ich komme dann so um drei? Na klar habe ich Sekt Baby, freu mich, bis …“ Aaaaah! Wer einen Beweis sucht, dass Frauen in echt gar nicht multitaskingfähig sind, schaut sich einfach mich an. Ich bin die Multitasking-Unfähigkeit in Person. Also fällt mir beim Versuch zu telefonieren, und dabei den Wasserkasten auf das Kassenband zu hieven, natürlich mein Telefon runter und zerspringt in alle Einzelteile. Die Tatsache, dass das kleine Kind vor mir seit fünf Minuten toujours Mamamamamamama schreit, unterstützt meine nun doch leicht gereizte Stimmung. Zudem ist es warm. Und eng. Ich fluche leise vor mich hin, während ich die Einzelteile meines Handys vom Boden aufsammle. „Nicht so dein Tag heute?“ Florian, der Gemüsemann, steht grinsend hinter mir und hält mir meine SIM Karte entgegen.  Ich lächle gequält. „Hey hör mal“ sagt er „ meine Kumpels und ich sind später auch am Flaucher beim Grillen. Wenn du mir deine Nummer gibst, halte ich ein Anti-Stress-Bier für dich bereit, wie wärs?“  Ich muss unwillkürlich lachen. Zweimal habe ich mich nun also vor diesem Mann zum Horst gemacht, und das Ergebnis ist, dass er mich auf ein Bier einlädt. Wie könnte ich da nein sagen?

 

Der Supermarkt als Singlebörse hat sicherlich Potential. Man kann hier und da mal flüchtig nach einem Rat fragen. Vor allem wenn Männer Frauen ihr Wissen vermitteln können, funktioniert das hervorragend. Wie man sieht, kann man sich auch einfach komplett blamieren, und es springt unter Umständen trotzdem eine Handynummer dabei raus. Also zieht los, kauft ein und lernt kennen 🙂 Nichts kaputt machen.

xoxo_Carrie

Ein Kommentar

  • Total witzig geschrieben! Mir ist sowas ähnliches auch schon passiert :)! coole Geschichten!2 weiter so!..

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