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Wie die Wohnung eines Mannes…

Herzlich Willkommen in der Höhle des Löwen

Ein_Date_in_der_Hoehle_des_LoewenGerade frisch umgezogen, merke ich, wie wichtig mir eine schöne Wohnung ist. Hübsch und authentisch eingerichtet, ein Ort zu Wohlfühlen. Abends nach Hause kommen, sich mit einem Glas Wein bei Kerzenschein aufs kuschlige Sofa setzen und entspannen… Wenn ich mir die Wohnungen meiner Freundinnen so ansehe, liegt das Wohnungseinrichtungstalent wohl deutlich auf der weiblichen Seite. Nicht immer wohl bemerkt. Aber wie ist das bei Männern? Ihr kennt diesen Moment nach den ersten Dates. Du findest ihn sympathisch, vielleicht ist da auch schon ein bisschen Herzklopfen vorhanden, und dann fragt er dich: „Magst du morgen Abend nicht zu mir kommen? Wir könnten was kochen und einen Film schauen.“  Und dann steht sie da, mitten im Raum, die große Frage: Wie sieht es aus in der Höhle des Löwen?

Oberflächlichkeiten

Es mag etwas oberflächlich klingen, aber mir persönlich ist es sehr wichtig, wie ein Mann wohnt. Es ist mir wichtig, weil ich denke, dies ist in gewisser Weise auch ein Rückschluss auf sein Leben. Es könnte ja schließlich die Wohnung sein, in der ich mich in Zukunft sehr oft aufhalten werde. Und an Orten, an denen ich mich oft aufhalte, will ich mich wohl fühlen. Sogar im Büro stelle ich immer wieder frische Blümchen auf den Tisch. Was wenn der Kerl an sich toll ist, und dann aber in einer verdreckten Bude wohnt? Ist es egoistisch zu sagen: Ich will das nicht? Ich versuche mir vorzustellen, wie ich da stehe und sage: „Du Schatz, bist ja echt ein toller Kerl, aber über die Wohnungssache müssten wir nochmal reden. Würde es dir sehr viel ausmachen, die vertrockneten Pizzareste wegzuräumen?“ Das geht nicht. Gerade wenn man jemanden kennenlernt, versucht man doch, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Und wenn die beste Seite Kleider- und Müllberge sind, entsteht schnell der Eindruck, als wäre ihm die Sache nicht so wichtig. In der Vergangenheit, war ich ab und an mal in männlichen Wohnräumen. Viel Kurioses, viele Überraschungen… lest selbst:

Tom – der Soft-Rocker

Tom und ich hatten mehrere Dates, in denen wir uns so gut kennenlernten, dass er mich zu sich nach Hause einlud. Tom würde ich als Rocker-Typen beschreiben. Tattoos, schwarze Haare, markantes Gesicht. Trägt Lederjacke, fährt Motorrad. Vom Besuch des Konzerts einer Metal Band, die ich nicht kenne, funkeln jetzt noch seine Augen. Als ich klingle, erwarte ich Dunkles. Irgendwas mit Postern an der Wand, wild gemixte Möbel, irgendwo eine Gitarre. Als sich die Tür öffnet, bin ich geblendet. Weiß! Alles! Ich trete ein in einen Hauch von Weiß, creme und beige, der sich durch den gesamten Flur zieht. Bilder von blühenden Magnolienbäumen zieren die Wände. Mein erster Gedanke: Hier hat bis vor kurzem eine Frau gewohnt! Tom führt mich herum. Ich trotte ihm hinterher, meinen Mund bekomme ich nicht mehr zu. Das hier ist wie im „Schöner Wohnen“ Katalog. Überall kleine, aber dezente Dekoartikel, hübsch drapierte Kissen auf dem riesigen Vintage-Sofa. Der Dielenboden knarzt unter meinen Füßen. Ich sollte sofort bei ihm einziehen, denke ich mir und grinse. Ich kann kaum verarbeiten, wie groß der Unterschied zwischen ihm als Person und seinen schmucken vier Wänden ist. Sprachlos folge ich ihm in die Küche. „Der Einfachheit halber könnten wir Fertigpizza machen!“ sagt er. Ich atme auf. Er ist doch einfach nur ein ganz normaler Mann, mit einer äußerst schmucken Bleibe eben.

Dan – der Vergessliche

Dan lädt mich bereits beim zweiten Date zu sich nach Hause ein. Es wird gegrillt – mit den Nachbarn.  Das Haus, in dem er zur Miete bis vor wenigen Monaten noch mit seiner Ex gewohnt hat, liegt idyllisch in einem Dorf weit außerhalb der Stadt. Ich klingle, was mich erwartet weiß ich nicht. Nur in Boxershorts und Schürze mit dem Aufdruck „Ich hab den größten Hummer“ bekleidet öffnet er mir die Tür. Spartanisch ist sein Ding wie ich bald feststellen werde. Die Tür zum Gästeklo ist auf, der Klodeckel auch. Wäre er mal lieber zu gewesen… Pfui. Er führt mich ins Wohnzimmer. Ich stelle schnell fest, dass seine Ex sich wohl möbeltechnisch einiges angeeignet haben muss, denn in diesem Raum befinden sich genau zwei Dinge: Ein Sofa, ein Fernseher. Ach doch, da auf dem Sofa, ein Buch! Mal spicken, welche Lektüren sich der Herr so zu Gemüte führt. Ich lese den Titel und werde rot. „Bondage leicht gemacht“ –  Dan bemerkt wohl, dass mein Gesicht die Farbe einer Tomate annimmt, sagt aber nur beiläufig, er hätte vergessen es wegzuräumen. Auch die Führung durch alle weiteren Zimmer ergibt kein neues Bild. Es ist drin, was drin sein muss, nicht mehr. Keine Pflanze, kein Bild, kein Bettgestell, keine Deckenlampe (eine Glühbirne reicht völlig). Ich fühle mich unwohl und würde am liebsten gleich wieder gehen. Wahrscheinlich verwandelt sich die Wohnung per Knopfdruck in ein Bondage Studio… Dan war genauso nüchtern wie seine Wohnung. Kein Mann für mich.

Mike – der Schöne

Bei Mike war ich mir sehr sicher, was mich erwarten würde. Schon nach unserem ersten Treffen in eine Bar torkeln wir zu ihm nach Hause (so ein Mädchen bin ich ja eigentlich nicht). Mike ist schön, Mike ist schlau, Mike ist witzig. Toller Kerl, durch und durch. Wir betreten seine Wohnung und es wird mir ein bisschen warm ums Herz. Der Wein trägt seinen Teil dazu bei. Alles in dieser Wohnung ist genau richtig. Ein toller Mix aus neu und alt, modern und Vintage. Die Vitrine vom Flohmarkt neben der Designerlampe. Mike schenkt mir ein Glas Wein ein und führt mich auf die Dachterrasse. DACHTERRASSE!! Ich bin hin und weg von Mann und Wohnung. Das hat Stil. Auf dem leinwandartigen Fernseher schauen wir Zeichentrickfilme und knutschen. So könnte es immer sein J

Ralf – der Horter

Ralf und ich waren nur Kaffee trinken. Da er etwas außerhalb der Stadt wohnt, komme ich mit dem Auto. Ralf ist nett, aber irgendwie gefällt mir etwas an ihm nicht. Ich fahre ihn nach Hause und merke den Kaffee in meiner Blase. „Kann ich bei dir noch schnell aufs Klo?“ frage ich ihn. Ohne zu zögern öffnet er mir die Tür. Ich sehe mich kurz um und wünsche mir bereits jetzt, einfach bis zur nächsten Tankstelle gefahren zu sein. Jahrhundertealter Teppich, modriger Geruch, bis unter die Decke gestapelte Bierkästen. Die dunklen Regale sind  zum Bersten vollgestopft mit Kram. Schnell pinkeln und weg hier, denke ich mir. Vor der Schüssel stehend danke ich Gott, dass meine Freundin Di mich zwingt immer Sagrotantüchlein mit mir zu tragen. Es ist ekelhaft. Das Bad wurde gefühlt noch niemals geputzt und es stinkt erbärmlich nach Katzenpipi. In der Badewanne und auf dem Boden neben der Badewanne stapelt sich die Dreckwäsche. Auch Unterhosen – mehr sage ich dazu nicht. Als ich das Bad verlasse, steht er direkt vor der Tür. Hilfe! „Also ich muss dann…“ sage ich hektisch und schiebe mich Richtung Tür. Ich will nicht mehr sehen. Er hätte mir gerne noch die Wohnung gezeigt, sagt er. Ich lächle tapfer. „Muss jetzt wirklich los“ sage ich und flüchte. Noch auf der Heimfahrt schüttelt es mich vor Ekel. Zum Glück fand ich ihn nicht toll, das wäre ärgerlich.

Ich finde die Art und Weise, wie ein Mensch mit seinen eigenen vier Wänden umgeht, sagt viel über ihn als Person aus. Jeder hat einen anderen Einrichtungsgeschmack. Der eine mag es zusammengewürfelt, der nächste bevorzugt klare Linien. In erster Linie muss man sich ja selbst darin wohlfühlen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, wie man sich in einer verdreckten, stinkenden Wohnung wohlfühlen kann. Für mich vermittelt das „ist mir egal“, und diese Einstellung zieht sich sicherlich auch noch in andere Lebensbereiche. Gibt man sich Mühe, sich seine Bleibe schön einzurichten, gibt man sich wahrscheinlich generell gerne für Dinge Mühe. Solche Menschen schätze ich irgendwie mehr.

xoxo_Carrie

 

photo credit: diepuppenstubensammlerin via photopin cc

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