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Liebe und andere Kleinigkeiten

LiebeEs weihnachtet sehr – in unseren Wohnzimmern, an tristen Häuserfassaden, jeden Morgen auf meinem Lieblings-Radiosender in Form von Wham’s „Last Christmas“ und durch eine scheinbar niemals endende Kette von schnulzigen Weihnachtsfilmen. Vor allem weihnachtet es in unseren Köpfen. Und in unseren Herzen. Wohl zu keiner Zeit des Jahres (außer am Valentinstag, aber das ist von den Blumenhändlern forciert also zählt es nicht) denken wir so viel an die Liebe wie in diesen Tagen. Ein Jahr geht zu Ende, wir reflektieren das was ist und denken an das, was da im neuen Jahr noch kommen mag. Nun schreibe ich diese Kolumne seit zwei Jahren und habe mich jede Woche mit diversen Liebesdingen auseinandergesetzt. So konnte ich erstaunlich viel über die Liebe, Beziehungen, das Single-Dasein und vor allem über mich selbst lernen. Zeit auch für mich, mal zu reflektieren.

Beziehungen

Der Vorteil, den Singles im Vergleich zu ihren bereits vergebenen Freunden haben ist ja, dass sie sich perfekt auf ihre eigene Beziehung vorbereiten können. Wir können uns Tag für Tag bei ihnen abschauen, was wir machen und was wir nicht machen wollen. So als würde ich ein kleines Tagebuch führen, in dem Dinge stehen wie „25.12.2014 – Memo an mich: Niemals den Mann vor Mittag wecken, wenn er nach Hause kam als es schon hell war.“ oder „11.6.2014 – Unbedingt einen Mann finden, der mir Gute-Nacht-Lieder vorsingt, wenn ich krank bin und nicht schlafen kann.“. Natürlich führe ich nicht in echt ein solches Tagebuch… natürlich nicht! Befreundete Paare helfen uns (wenn weise gewählt) den Glauben an die Liebe nicht zu verlieren, bestätigen uns in der Hoffnung, dass es wunderschön sein wird, wenn auch wir einen Partner an unserer Seite haben, und zeigen uns ebenfalls die kleinen Hürden, die es so zu meistern gibt, um uns nicht vollkommen verblendet in diese Sache schreiten zu lassen.

Was ich über Beziehungen gelernt habe ist, dass sie schön sind – zumindest sollten sie das meiner Meinung nach sein, denn wenn du nicht findest, dass deine Beziehung schön ist, ist jetzt vielleicht der richtige Moment mal zu reflektieren, ob du sie überhaupt noch willst. Ein Paar sein um jeden Preis? Dafür sollten wir uns alle zu viel Wert sein.

Ich habe auch gelernt, dass es wohl das Allerwichtigste der allerwichtigsten Dinge in einer Beziehung ist, dass die Menschen miteinander reden – und da fällt „Wo ist meine zweite grüngestreifte Socke, Schatz?“ nicht darunter. Ich meine richtiges Reden, über Gedanken, Sorgen, Gefühle und all das. Das ist so unglaublich wichtig, weil die Natur leider gemacht hat, dass Männer und Frauen im Grunde kommunikationstechnisch so rein gar nicht zusammenpassen. Er ist die pragmatische Dampfwalze und sie die listige Rätsel-Queen. Er sagt, sie interpretiert, was zu einer Endlosschleife an Missverständnissen führt, die wirklich keiner haben will. Und da hilft dieses Reden, das ich vorhin erwähnt habe. Am besten bei jedem Pups, der euch quer sitzt. „Jede Kleinigkeit muss man jetzt ja auch nicht ansprechen und ein riesen Ding draus machen!“ höre ich euch murmeln. Nein, kein riesen Ding draus machen, aber ansprechen lohnt sich. Denn wenn ihr mal überlegt, wie oft diese Kleinigkeiten durch’s „für-euch-Behalten“ zu einer riesen Sache werden, aus der ihr euch dann nicht mehr so leicht wieder herauswinden könnt, lohnt es sich wahrscheinlich schon für dein Seelenheil, dieses „Reden“. Eine weitere Erkenntnis, bei der selbst ich lange im Dunkeln tappte: Wenn sich ein Streit um die auf der Spülmaschine stehengelassene Kaffeetasse dreht, geht es in den meisten Fällen eigentlich gar nicht um die Kaffeetasse. Zwar wird viel Zeit investiert, sich jeden Tag (mehrmals) über die Kaffeetasse aufzuregen, die Kaffeetasse mit einem tiefen Seufzer selber ein- und wieder auszuräumen, oder sie wütend in den Schrank zu schmettern, doch verschwenden wir hier meist nur unsere Zeit mit etwas, das eigentlich gar nicht das Thema ist. Meist geht es um Themen wie mangelnde Anerkennung oder fehlender Respekt, über die, wenn man das erst mal herausgefunden hat, es sich lohnt mal zu sprechen. Beziehungen sollten wunderschön sein, und uns jeden Tag auf eine andere Art und Weise glücklich machen – nur so können wir die Hürden meistern, die sie manchmal mit sich bringen.

Singles

Ich glaube der Untertitel meines Blogs beschreibt die heutige Single-Situation ganz gut: Eine Geschichte von philophoben Männern und anuptaphoben Frauen. Anupta… was? Frei übersetzt würde das wohl heißen, dass der Pool an Singles auf diesem Planeten weitestgehend gefüllt ist mit Männern, die Angst haben, sich zu binden, und Frauen, die Angst haben übrig zu bleiben. Dass sich das nicht so leicht miteinander vereinen lässt, sieht man wohl auf den ersten Blick. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir alle den einen Menschen finden, auf den wir gewartet haben.

Ich habe in den letzten Jahren viele verschiedene Männer getroffen, viele schöne und auch einige kuriose und auch traurige Momente erlebt, und sehr viel über mich selbst gelernt. Ich habe gelernt mich mehr darauf zu konzentrieren, was ich will anstatt darauf, was ich nicht will, und dass sich das, was ich will im Grunde auf eine Tatsache reduzieren lässt: Ich will einen Mann, bei dem es sich einfach so, ohne viel Tamtam, richtig anfühlt. Lange Listen an Eigenschaften, Charakterzügen und äußerlichen Merkmalen, die wir uns von unserem zukünftigen Partner wünschen, versperren uns oft die Sicht. Die Chance, dass einer einfach an uns vorbei zieht, der es hätte sein können, ist ziemlich hoch. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, mit sich selbst im Reinen zu sein. Ein Partner, den wir an unserer Seite haben wollen, sollte immer das Sahnehäubchen auf einem bereits kompletten Menschen sein und nicht derjenige, der auffüllt was uns fehlt, da wir uns so emotional abhängig machen. Wir sollten immer in der Lage sein, uns selbst glücklich machen zu können, bevor wir diese Verantwortung an jemand anderen übergeben.

Das Singleleben, wenn man so davon liest und darüber redet ist voll von Regeln, die irgendwann mal irgendjemand der behauptet, sich mit so etwas auszukennen, aufgestellt hat. Der Mann muss auf die Frau zugehen, kein Kuss beim ersten Date, die Frau muss den Mann schmoren lassen und so tun als sei sie nicht interessiert, du darfst dich frühestens nach drei Tagen melden, sonst bist du uninteressant, und so weiter und so fort. Das Problem dabei ist nur leider, dass die meistens von uns diese Verhaltensweisen nicht natürlicher Weise in uns tragen. Wir verbiegen uns und auch wenn wir zu Hause auf dem Sofa sitzen und den anderen am liebsten eine nette Nachricht zukommen lassen würden, tun wir es nicht, weil „man das nicht macht“! Ich für meinen Teil habe beschlossen, mich dagegen aufzulehnen aus einem einfachen Grund: Wenn ich mich verbiege, obwohl ich das eigentlich gar nicht will, und es dann nicht klappt, werde ich niemals erfahren, ob es anders gelaufen wäre, wenn ich einfach ich selbst geblieben wäre. Also ignoriere ich die Regeln weitestgehend und mache nur noch das, hinter dem ich auch stehe – ich bin ich. Wenn ein Mann das nicht will, soll es eben nicht sein, und damit kann ich erstaunlich gut leben, denn wenn ich ihm schon zu langweilig bin, weil ich ihn nach zwei statt drei Tagen anrufe, fällt es mir schwer zu glauben, dass es nicht noch viele weitere Situationen geben wird, in denen ich nicht spannend genug bin. Wir dürfen in diesem hart umkämpften Markt weiter felsenfest an die Liebe glauben, einzig und allein aus dem Grund, weil es uns zu einem fröhlicheren Menschen macht. Denn die, die griesgrämig die Hoffnung aufgeben, jemals geliebt zu werden, gehen unter. Wir wollen ja nicht irgendjemanden an unserer Seite haben. Wir wollen den oder die Eine(n), bei dem wir angekommen sind. Und auch wenn wir heute gerne mal ungeduldig sind und alles am besten sofort haben wollen, lohnt es sich doch, hier ein wenig Geduld an den Tag zu legen – ich bin mir sicher, am Ende wird es sich lohnen.

Nach zwei Jahren ist das hier nun der letzte Artikel der Kolumne, und ich möchte mich bei euch für’s fleißige Lesen und Kommentieren bedanken. Ich durfte in dieser Zeit viel über mich selbst lernen, und hoffe, meine Artikel haben euch stets unterhalten, euch immer mal wieder das Pipi in die Augen getrieben (vor Lachen und Rührung gleichermaßen), und konnten den ein oder anderen kritischen Gedanken auslösen. Neben fragwürdigen Vorsätzen, die meist mit unseren etlichen Lastern zu tun haben, nehmen wir uns für das neue Jahr auch gerne in Liebesdingen etwas vor. Ich nehme mir vor, ich selbst zu sein und es zu lieben… vielleicht ist das ja auch was für euch!

Danke für die schöne Zeit!

Viele Küsse

Eure Carrie

xoxo_Carrie-300x201

 

© by Shutterstock / Melpomene

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