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Von Höhen, Homevideos und Haudegen

Love is in the Air

In_Love_with_LenkiEinen Gutschein zum Fallschirmspringen (vor allem wenn man ihn sich so dolle gewünscht hat) drei Jahre lang an der Pinnwand klemmen zu haben, nenne ich Schwanzeinziehen. Also hätte ich einen, würde ich. Ihr wisst schon. Beim Umzug und somit auch beim Aussortieren längst unbrauchbarer Dinge, fällt mir der Gutschein in die Hand. Meiner überirdischen Spontanität sei Dank, bin ich dreieinviertel Stunden später stolze und vor Angst bibbernde Inhaberin eines Absprungslots am Flugplatz Bad Wörishofen. Einfach mal machen – ich kann es. Vorsichtshalber schiebe ich den Gedanken an dieses einschneidende Erlebnis erst mal ganz weit nach hinten, irgendwo zu den Gedanken über den Weltfrieden oder die Schadstoffkonzentration in Mettwurst. Da liegt er gut und macht mir keine Angst.

Roadtrip mit Gaffern

Es ist Sonntag. Ich stehe auf und mache mir keine Gedanken. Echt nicht. Nach einer ausgiebigen Dusche werfe ich mich in meine beste Leggins-Schlabbershirt-Kombi und fahre zu Susi. Susi gehört zum Gafferteam. Sensationsgeile Menschen, die (unter dem Vorwand der seelisch-moralischen Unterstützung) kucken wollen, wie ich mich in die Tiefe stürze. Trotzdem habe ich sie lieb. Nach einem ausgiebigen und kalorienschweren Frühstück mache ich mich mit der Crew auf den Weg. Marlene und Michael sind auch dabei. Alle wollen glotzen, ich bekomme so langsam Schiss, sage aber nichts. Unser kleiner Roadtrip führt uns direkt in eine Gewitterfront. Toll, denke ich mir, da bin ich einmal im Leben spontan und schon wird mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Ich lasse das in Zukunft wieder. In Gedanken sehe ich mich schon als knuspriges Grillhähnchen an einem Fallschirm zu Boden taumeln. Wir kommen an, es stürmt und regnet. Tolle Wurst.

Abwarten und Käffchen trinken

Vorsichtig tippe ich dem schönen Jüngling, der hektisch die Fallschirme vom letzten Sprung zusammenräumt auf die Schulter. „Tschuldigen sie… ich wäre nachher um 14:45 dran, meinen sie das zieht vorbei?“ Währenddessen fallen dicke Regentropfen auf mein Gesicht. Er lacht, laut und lang, und geht weg. Hat er mich gerade ausgelacht?? Der weiser wirkende Kollege vom Jüngling sagt, ich solle mal noch einen Kaffee trinken gehen, und dann würden wir weitersehen. Geht doch. Jetzt hab ich Angst. Ich will mich nicht an einen zwar schönen, aber rüpelhaften Jüngling schnallen lassen, um mit ihm aus einem Flugzeug zu hüpfen. Was wenn da sonst keiner mehr ist und ich mit ihm springen muss? Dann fahre ich wieder heim. Ich rauche. Dann noch eine. Dann noch eine. Die Sonne kommt raus.

Lenki’s Homevideo

Und? Und? Und? Springen wir jetzt oder wie oder was? Als ich zurück zum Ort des Geschehens komme, falten viele fleißige Fallschirmspringer bereits feinsäuberlich ihre Schirme zusammen. Sehr gut, dann kann ich mir gleich mal den aussuchen, der es am schönsten macht. Dem schönen Jüngling schenke ich einen Todesblick. Man lacht mich nicht aus, das kann er ruhig wissen. Ich frage den Mann mit dem Strohhut, ob ich ein Video drehen kann. Er grinst und sagt „klar!“. Kostet 40 Euro, bei „Homevideos“ gäbe es Rabatt. Seine Fallschirmspringerkumpels trommeln sich wie die Gorillas auf die Brust. Ist klar, dass ich das als einzige mitspringende Frau ertragen muss. „Der Schwabe spart gerne!“ erwidere ich und ziehe provokant eine Augenbraue hoch (und bin gottfroh, dass es geklappt hat, sonst hätte ich lächerlich ausgesehen). „Die Carrie will mit dem Lenki springen“ schreit er in die Runde. Wer ist Lenki? Ich sehe mich hektisch in der Runde um. Hoffentlich nicht der Jüngling! Als ich ihn fragend ansehe, tippt er mit einem breiten Grinsen auf die Aufschrift seines T-Shirts. L-E-N-K-I lese ich in großen gelben Aufbügelbuchstaben. „Nackt ist umsonst!“ sagt er und ich sehe: Wir verstehen uns. Ich lege die 40 Euro auf den Tisch und grinse.

Romantische Trockenübungen

Lenki ist ein Typ. Nicht so einer von der glatten Sorte, das mag ich. Ein bisschen wilde Haare, markantes Gesicht, perfekter Humor. Ab jetzt habe ich Spaß. Nach einer genauen Einführung darüber, wie wir dort oben was zu machen haben, was wir uns alles brechen und zerren könnten und wie genau die Nachlassregelung aussieht, schlüpfe ich in meinen extrem sexy Fallschirmspringeroverall. Lenki buchsiert mich liebevoll in mein Ganzkörper-Geschirr und ehe ich mich versehe, liege ich auf der Matte. „Absprungposition üben“ nennt Lenki das bevor er sich mit seinem vollen Gewicht auf mich wirft. Ich sollte ernst bleiben, es ist schließlich lebenswichtig zu wissen, wo genau meine Beine beim Absprung hin müssen (denke ich zumindest). Stattdessen lache ich, bis mir die Tränen kommen. Lenki liegt auf mir und lacht mit. Also liegen wir da, lachen uns kaputt und die Gaffercrew fotografiert. Das werden die ersten Bilder für unser Familienalbum. „Wisst ihr Kinder, damals als sich euer Papi auf dem Flugplatz auf mich legte, war es um mich geschehen!“ Darunter steht ein mit roten Glitzestift geschriebenes „I love you“. Ich bekomme leicht romantische Gefühle. Nur leicht. Mir wird warm. Lenki erlöst mich.

Ich schnall dich an mich, Baby!

Ehe ich mich versehe, sitze ich dicht an Lenki gepresst im viel zu kleinen Propellermaschinchen. Ziemlich bequem eigentlich. 1000 Meter. Lenki zeigt mir die Umgebung und streichelt mir immer wieder beruhigend über die Schulter. Muss er gar nicht, denn Angst habe ich komischer Weise keine, aber das muss er ja nicht wissen. 2000 Meter. Für unser „Homevideo“ (ich nenne es auch gerne Video-das-wir-unseren-Freunden-bei-der-bald-anstehenden-Hochzeit-zeigen) hält er die Kamera direkt vor mein Gesicht. Ich mache komische Peace und Victory Zeichen mit den Fingern und weiß selbst nicht so genau warum. Ich bin kein Peace-Zeichen-Macher. 3000 Meter. Die Jungs weiter hinten im Flugzeug tragen ihren Teil zum Video mit männlich-obszönen Gesten bei. Die Tür geht auf, jetzt wird’s ernst. Lenki zieht die Gurte fest, und kaum ist das „wird schon“ aus seinem Mund entwichen, spüre ich auch schon die kalte Luft an mir vorbeisausen. Ich falle. Mit ausgebreiteten Armen rase ich in Richtung Boden. Ich bin mir bewusst, dass sich meine fliegenden und wabbelnden Backen super auf dem Video machen werden. Ich genieße die letzten Sekunden, bevor sich mit einem Ruck der Fallschirm öffnet. Hach ist das romantisch. Lenki und ich gleiten langsam über die Felder des Allgäus… Es könnte immer so sein…

Wieder heil am Boden angekommen, grinse ich wie ein Honigkuchenpferd. Lenki drückt mir einen fetten Schmatzer auf die Wange. „Saustark Kleine!“ sagt er und grinst mich an. Als wir gemeinsam den Rückweg antreten, schweifen meine Gedanken ab. Wenn unser gemeinsames Kind ein Junge werden würde, dürfte er nicht Fallschirmspringen. Auch wenn er in einer lauen Nacht unter dem Sternenzelt auf genau einem solchen gezeu….. „Caaaarriiiiiiie!“ höre ich Susi und Marlene aus der Ferne schreien und werde aus meinen Gedanken gerissen. „DU LEBST NOCH!!“ Ja das tue ich. Und ich schwärme. Für den Mann mit Strohhut. Wie unglaublich herrlich das ist. Vielleicht sollte ich diesen Sprung wiederholen 🙂

xoxo_Carrie

 

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