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Ein Liebesbrief

Ode an die normale Frau

IMG_20130226_151234Die Frau ist besonders. Die Frau strahlt, ist schön – jede auf ihre eigene Art und Weise. Die Frau ist kurvig. In Körper und Seele. Sie liebt, sie leidet. Sie weint, sie lacht. Sie liebt sich und zweifelt an sich. Sie ist Tiger und Katze. Sie ist nicht perfekt, macht Fehler. Sie gibt Geborgenheit und weist Grenzen auf. Sie ist offen, sie ist ehrlich, sie fühlt. All das und noch so viel mehr ist sie: die normale Frau.

Was damals war

Damals. Mit Schrecken erkenne ich, dass ich das, was ich damals an der älteren Generation verachtet habe, selber verinnerliche. Das Frühere verherrlichen. Ich erkenne, dass es Sinn macht. Damals. Damals ist noch nicht einmal so lange her. Doch war die Frau, dieses wunderbare Wesen, eine andere? Sie war sie selbst, mit Haut und Haar. Der Mann begehrte sie für genau das. Damals war die Zeit, in der Mann und Frau zueinander gefunden haben, weil sie zueinander passten. Weil sie es geschafft haben, ihre Ecken und Kanten so zu arrangieren, dass sie ineinander passten. Mann und Frau fanden zusammen, weil sie Zukunft gesehen haben. Viel Liebe, viel Streit. Und trotzdem, oder gerade deswegen haben sie gekämpft. Geschwollenes Gerede?

Was heute ist

Die normale Frau stirbt aus. Partnersuche verkompliziert sich. Das Durchhaltevermögen sinkt. Klingt frustriert, aber das ist der Gedanke, der sich bei mir im letzten Jahr gefestigt hat. Wenn wir ehrlich sind, ist es genauso. Realistisch gesehen, nicht frustriert. Anders als früher wird heute vorausgesetzt, dass wir den Großteil unserer Bemühungen in Oberflächlichkeiten stecken. Zumindest zu Beginn. Der Mann verabredet sich und beobachtet. Ist sie geheimnisvoll? Kann ich schon beim ersten Treffen erahnen, ob sie Interesse hat oder nicht? Weiß sie sich in Szene zu setzen? Viele Frauen verkörpern das, weil es in ihrer Natur liegt. Sie spielen gerne, verstellen sich, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Entziehen sich, sind abweisend; im nächsten Moment das zahme Kätzchen. Und was ist mit der normalen Frau? Die, die das nicht kann? Es schlichtweg nicht will? Sie wird aussortiert. Zu langweilig. Nicht interessant genug. Nicht reizvoll genug. Erinnert an Viehmarkt.

Schmollen statt lachen

Ein Millionenpublikum hat in den letzten Wochen verfolgt, wie der schöne Bachelor Jan in aller Öffentlichkeit seine Traumfrau sucht. Die Eine, die fürs Leben. TV Show hin oder her, es untermalt meinen Punkt. Jan hat ausgesiebt, und übrig bleiben sind am Schluss Mona und Alissa. Unterschiedlicher könnten zwei Frauen wohl nicht sein. Alissa, das Model. Schmollmund, atemberaubender Körper, geheimnisvolle Augen. Sie spielt. Sie nähert sich an, und entzieht sich. Spielt die Schüchterne, und geht dann aufs Ganze. Setzt ihre Reize gekonnt ein, um das Bachelor Bübchen um den Finger zu wickeln. Mona ist anders. Sie ist schön, nicht nur äußerlich. Sie strahlt, sie lacht, sie himmelt an. Sie ist verliebt, und das sieht man. Mona ist natürlich, trägt ihr Herz auf der Zunge. Sie ist echt. Und dann fällt die Entscheidung: für Alissa – für das Vergängliche. Mit Mona hat er sich wohl gefühlt, geborgen, verstanden. Alissa hat ihn gereizt. Und ich frage mich: Was ist wohl wichtiger für eine Partnerschaft?

Werte vs. Werten

Dass unser Durchhaltevermögen mit den Jahren immer mehr zu wünschen übrig lässt, ist nichts Neues. Wenn aus all der oberflächlichen Spielerei tatsächlich eine feste Bindung entsteht, hält sie leider oft nicht lange. Der Wille zu kämpfen fehlt. Wenn es kompliziert wird, wird sich getrennt statt dran zu arbeiten. Alles ist schnelllebig. Wir werten über andere, und vergessen die wahren Werte. Wir nehmen uns immer weniger Zeit, unser Gegenüber kennenzulernen. Ich spreche hier von Männern und Frauen. Wir lesen zwischen den Zeilen, wo es nichts zu lesen gibt. Ist ja auch kein Wunder. Wo gespielt wird, ist mehr Schein als Sein. Fast nicht auszudenken, dass Worte und Taten auch einfach genau das bedeuten können, was sie aussagen. Ein Kompliment zeigt Interesse. Ein Lächeln Sympathie. Sich zu entziehen Unsicherheit. Der Grat zwischen Hop oder Top ist zuweilen so schmal geworden, dass selbst ein erfahrener Seiltänzer ins Straucheln kommen würde.

Und dann… dann freue ich mich, eine normale Frau zu sein. Eine Frau, die weiß was sie will. Einen Partner, der das auch weiß. Ich will eine Partnerschaft. Nicht irgendeine – eine mit Substanz. Ich will verliebt sein dürfen, ohne uninteressant zu sein. Ich will ein Dickkopf sein, will schreien und keifen (von Zeit zu Zeit), ohne dafür sofort abgeschoben zu werden. Ich will mich auseinandersetzen. Mit uns. Ich dich will überraschen, jeden Tag aufs Neue. Ich will mich verwandeln, und dir all meine Facetten zeigen. Ich will gemeinsam sein, und doch ich selbst. Ich will eine ganz normale Frau sein. Langweilig ist anders…!

xoxo_Carrie

 

© Amir Kaljikovic

 

8 Kommentare

  • Chemie kann man nicht steuern. Aber ich finde, es gibt immer mehr Menschen, die nicht mehr feinfühlig sind. Vielleicht gibt es bei zwei mMnschen zu Beginn so etwas wie Chemie, und dann ist einer oberflächlich. Und beendet aus fadenscheinigen Gründen etwas, das etwas Großes hätte werden können.

  • Das sind jetzt alles theoretische Beschreibungen des Partners, den man sich wünscht. Kann ich bedenkenlos so unterschreiben.

    Aber: Da gibt es noch einen Aspekt, den man nicht in Worte fassen kann, und der ebenso wichtig ist. Die „Chemie“. Oder ist es Magie? Eben das Unsagbare, dass die Schmetterlinge im Bauch verursacht. Und wenn dann dieses „Unsagbare“ bei einem Menschen vorkommt, der spießig wirkt, dann ist das eben so. Genauso, wie es eben einfach so ist, wenn das „Unsagbar“ bei einer abenteuerlichen person auftritt.

    Ich glaube, ich gebe es langsam auf, eine Liste aus Eigenschaften zusammenzustellen, die ich mir für meinen Partner wünsche. Wenn ich dann die Schmetterlinge im Bauch habe, muss ich sie sowieso wieder überarbeiten.

  • Ich gebe dir absolut recht. Ich denke genau deswegen sollte sich die, die sich nicht davor scheuen, sie selbst zu sein, eben genau so bleiben. Sich nicht beeinflussen lassen.

  • Danke Carrie für deinen super Beitrag. Es sollte mehr Menschen geben, die sich darauf besinnen, einfach sie selbst zu sein. Ohne all diese vorgeschobene Spielerei und auch vor allem ohne diese Oberflächlichkeit, die heute überall wuchert.
    Classyman38 hat es gut getroffen mit dem Bild der Wegwerfgesellschaft, die ich deshalb Spaßgesellschaft nenne.

    Ich bin froh, dass ich ab und an noch Menschen treffe, die sie selbst sein können, ohne sich deshalb in Frage zu stellen.

  • Es war vor 17 Jahren, nicht vor 14 Jahren.

  • Wow, ich bin platt! Ein wundervoller Kommentar Lieber Classyman. Ich habe erst selten solche Worte so ernst gemeint aus dem Mund eines Mannes gehört. Das Wort Wegwerfgesellschaft trifft die Situation wohl sehr gut. Man erlaubt sich zu Beginn so oberflächlich zu sein, weil die Allgemeintheit nicht mehr den „So lang wie möglich“ sondern den „So lang wie nötig“ Gedanken hat. Es ist schön zu wissen, dass es noch Menschen gibt die die Mühe nicht scheuen.

  • Zunächst einmal hätte ich ebenfalls die Mona erwählt, die das Frauenbild ausdrückt, welches ich an meine Seite wünsche.

    Geborgenheit, Vertrautheit, Verliebtheit, Verständnis, innere und äußere Wärme, Herzlichkeit all das sind Attribute, die mein Männerherz schneller schlagen lassen. In den weiblichen Augen das Funkeln und Klitzern der Liebe zu sehen, ist doch mit das Wunderbarste in der Welt der Zweisamkeit.

    Vor 14 Jahren traf ich meine erste große Liebe, ich sprach Sie an, wir küssten uns, wir schrieben uns, wir trafen uns erneut, und wir waren zusammen, ohne Spielereien. Jeder gestand dem Anderen seine Gefühle füreinander zu.

    Ich spreche jetzt nicht von Liebe.

    Und jemand, der diese Gefühle zeigen kann, finde ich absolut nicht langweilig, ganz im Gegenteil, das macht einen Menschen doch interessant.

    Heute muss man(n) Google befragen, welche Bedeutung, welche Zeichen haben. Ist es gut, oder schlecht, wenn sie sich nicht mehr meldet, mag sie mich jetzt, oder nicht. Auf diese Spielereien habe ich keine Lust.

    Lieber Old-School lieben, als New-School leiden.

    Und noch ein letzter Satz: In Streitigkeiten und dunklen Zeiten zeigt sich erst, wieviel diese Liebe wert ist. Leider leben wir in einer Wegwerfgesellschaft. Was nicht mehr funktioniert wird weggeworfen. Ja, die Liebe wird heutzutage viel zu schnell weggeworfen.

    Tiefdenkende Menschen kommen sich im Verkehr mit anderen als Komödianten vor, weil sie sich da, um verstanden zu werden, immer erst eine Oberfläche anheucheln müssen.
    (Friedrich Nietzsche)

    Ich bin froh darüber, noch Leute kennenlernen zu dürfen, die Gefühle zeigen können und keinesfalls langweilig sind.

    Schöner Artikel.

  • Abgedroschener Spruch, aber … :
    Du willst Du sein und mindestens einen Menschen, der dich auch so akzeptiert und damit leben kann, mit dir leben kann.

    Das wäre ne geile Sache! 🙂

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