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Kuck mal, mein neuer Freund!

Was Papi zur neuen Beziehung sagt

Was_sagt_Papi_BeziehungWie so oft, wenn Hanna und ich zusammensitzen und über unsere Leben und all diesen Gott-und-die-Welt-Kram diskutieren, landen wir am Ende immer bei einem Thema: Männer. Entweder sie machen gerade, dass es uns gut geht, oder sie verärgern uns. Egal sind sie uns eigentlich nie. Nun hat Hanna irgendwie einen neuen… Mann, keinen Freund, aber zumindest irgendwas das so ähnlich, oder auf dem Weg da hin ist. So eine mal-sehen-wo-es-hinführt-Sache.  Beziehung ja oder nein, sie fühlt sich wohl und genießt. Also erörtern wir fachmännisch, was daran es ist, das verursacht, dass Hanna sich so wohl fühlt. Irgendwann kommen wir zum essentiellen Kern der ganzen Sache: Rein theoretisch könnte Hanna sich vorstellen, ihn ihrem Papa vorzustellen. Mag lapidar klingen, doch die folgende Erläuterung wird zeigen, dass es das ganz und gar nicht ist.

Kommste mit zu Mutti und Vati?

Wenn wir neue Partner kennenlernen, egal ob Männlein oder Weiblein, kommt irgendwann der Punkt, an dem wir ihn oder sie mal mit nach Hause zu den Eltern schleppen sollten. Ich sage bewusst „sollten“, denn wollen tun wir das nicht unbedingt in jedem Fall. Zumindest nicht immer mit einem famosen Gefühl in der Magengrube. „Den Karl zum Beispiel“ sagt Hanna „hätte ich niemals meinem Vater vorstellen können!“. Klar frage ich sie warum. Karl sei viel zu arrogant für ihren Vater gewesen, und Papi mag arrogante Männer gar nicht. Ja Hanna geht sogar so weit, dass sie sagt, ein Mann, den ihr Vater nicht mag, ist nicht der richtige Mann für sie, denn dass er ihn mag ist ihr das Wichtigste. Ich bin erschüttert. Ja würde Hanna quasi den Mann ihres Lebens gehen lassen, nur weil Papi ihn nicht mag? Das ist doch wirklich vollkommen bescheuert! Es geht ja schließlich darum, dass er der Richtige für sie ist und nicht für ihren Vater. Da ich bin, wie ich bin, äußere ich meine Erschütterung über diese Aussage natürlich sofort und frage warum. Na, weil es ihr halt wichtig ist, antwortet sie und zuckt mit den Schultern. Das soll alles sein? Natürlich ist es nicht alles, wie sich eine halbe Flasche Wein später herausstellt.

Call me Sigmund

Ich spiele ja gerne mal Freud und versuche herauszufinden, woher die Dinge, die wir meist so lapidar vor uns hinsagen, eigentlich kommen. Also lasse ich nicht locker. „Weil halt“ kann ich als passable Antwort einfach nicht durchgehen lassen, denn das würde quasi bedeuten, dass ein Mensch auf sein Glück verzichtet, nur weil ein anderer Mensch etwas dagegen hat. Wir sind also in einer Situation, in der Hanna sagt, sie findet den Mann an sich schon ganz toll, nur die Arroganz, die würde bei ihrem Vater nicht ankommen. Wenige Fragen später entlocke ich ihr, dass sie sich selbst eigentlich nicht so wahnsinnig sicher war, ob das tatsächlich etwas Längerfristiges hätte werden können. Die Arroganz war schon ein bisschen nervig. Und auf einmal liegt die Wahrheit vor uns, nackig wie ein Baby im Kinderplanschpool: Wir machen es uns einfach, wir elenden Feiglinge. Wir sind Papi! Papi hat im Grunde kein Mitspracherecht, doch muss er unwissend als Entschuldigung herhalten. „Meinen Eltern kann ich den Typ nicht vorstellen“ ist somit die direkte Übersetzung von „Eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin, nervt mich das was ich vorgebe, das es meine Eltern stören könnte, selber ziemlich, und ich bin mir nicht so sicher, ob ich ewig darüber hinwegsehen kann.“ Wir sind schon ziemlich gewiefte Schweinehunde. Nie um eine Ausrede verlegen. Ich werde das entschuldigen, denn bewusst passiert hier wohl gar nichts.

Und was war mit…

Nun sitzen Hanna und ich da, und rufen uns sämtliche einigermaßen ernstzunehmende Partner zurück ins Gedächtnis. Hätten wir sie unseren Eltern vorgestellt? Oder wie wohl haben wir uns gefühlt, als wir sie ihnen vorgestellt haben? Wenn ich spontan zurückdenke, waren da bei mir in den letzten Jahren genau zwei Männer, die ich guten Gewissens mit nach Hause gebracht hätte. Tim und Mike. Mike nur so generell, denn die Chance bestand nie, jedoch hätte ich Tim ohne Zucken und Murren auch schon nach dem ersten Date zu meinen Eltern an den Sonntagstisch zum Schmorbraten essen gesetzt. Dann denke ich an die anderen. Der eine war ein Schwätzer, das mag mein Papa nicht. Der andere war einfach generell komisch, das mag niemand. Noch einer war unglaublich vulgär, Mutti wäre wohl vor Scham im Boden versunken. Waren das Männer, mit denen ich mir ernsthaft eine Beziehung hätte vorstellen können? So für’s Leben? Nein. Hanna kommt durch ihre Analyse zum selben Schluss. Wenn du mit deinem neuen Freund bei Mama und Papa am Mittagstisch sitzt, und sich die Worte „hoffentlichistesbaldvorbeihoffentlichistesbaldvorbeihoffentlichistesbaldvorbei“ als Endlosschleife in deinem Kopf abspielen, kannst du dir ziemlich sicher sein: Da stimmt was ganz gewaltig nicht. Meistens bleiben wir trotzdem bei diesem Partner, denn es sind ja nur die Eltern, die ihn oder sie nicht mögen, nicht man selbst. Doch wohl in den meisten Fällen merken wir irgendwann selbst, dass das nichts wird.

Macken, die wir lieben

Ob oder ob nicht wir annehmen, unsere Eltern könnten die Macken unseres Partners nicht mögen, liegt wohl dann einzig und allein daran, wie sehr sie uns selbst stören. Unsere Eltern sind uns als Familie emotional meist sehr verbunden, sogar so sehr, dass wir sie in diesen Fällen als unser Sprachrohr benutzen. Hätte Hanna Karls arrogante Art als charmantes „Add-on“ seines Charakters gesehen, wäre sie wohl von vorne herein niemals auf die Idee gekommen, ihren Vater könnte das auch nur im Geringsten stören. Und selbst wenn es ihn stören könnte, hätte sie sich mit einem strahlenden Lächeln vor ihn gestellt und Karl vorgestellt, mit dem sie eine glückliche Beziehung führt. Und auch wenn Papi ihn ein bisschen gewöhnungsbedürftig fände, hätte er es wohl nie geäußert, weil er gesehen hätte, dass Töchterchen glücklich ist. Hätte. Hat aber nicht, denn Karl hat den Weg ins Haus von Hanna’s Papi nie geschafft.

Und die Moral von der Geschichte? Wenn dir jemals jemand sagt, er könnte sich vorstellen, dich den werten Eltern vorzustellen, heißt das ziemlich sicher schon mal, dass dieser jemand dich ziemlich gern hat. Herzlichen Glückwunsch, du führst eine ernstzunehmende Beziehung, oder zumindest etwas, das eine ernstzunehmende Beziehung werden könnte. So, und um diese wunderbare weinbehaftete These zu beweisen, könnt ihr jetzt alle mal eine Runde über eure Verflossenen nachdenken, die eure Verflossenen sind, weil ihr sie nicht mehr wolltet. Stimmt’s?

xoxo_Carrie

 

© gpointstudio – Fotolia.com

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