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Der nächste bitte!

Speed-Dating: Liebe im Eiltempo

Speed_DatingWenn das Wort Speed-Dating fällt ist oft der erste Gedanke: Komisch! Einsame Singles eingepfercht in einem kleinen Raum. Unangenehme Stille, peinliches Schweigen. So war es zumindest bei mir. Aber frei nach dem Motto „man kann nicht beurteilen, was man nicht ausprobiert hat“ haben Marlene und ich uns aus einer Prosecco-Laune heraus angemeldet. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Noch ein Gläschen Sekt Ladies?

Ziemlich aufgeregt und mit einem großen Batzen Zweifel im Gepäck machen wir uns an einem Sonntagabend auf den Weg in ein Münchner In-Café. Was da wohl für Leute hingehen? Ob es auch andere Menschen gibt, die so was einfach mal zum Spaß ausprobieren? Was wenn wir mit keinem der anwesenden Männer ein gutes Gespräch führen können und nur da sitzen und uns anschweigen? Egal, jetzt sind wir schon da. Die übergroße Willkommenstafel gleich am Eingang dirigiert uns direkt an die Bar – Prosecco abholen. Das kann ich gut gebrauchen, vielleicht wird das Ganze dann etwas entspannter. Ich sehe schon ein paar Frauen dort stehen, wir sind also nicht alleine. Marlene und ich gesellen uns dazu und kommen sofort mit den Mädels ins Quatschen. Anne und Barbara sind auch nur zum Spaß hier und ihre Trinkgeschwindigkeit zeigt: So ganz geheuer ist ihnen die ganze Sache auch noch nicht. Wir suchen verzweifelt nach dem männlichen Publikum, doch ist außer einer einsamen Seele mit Hut und weißen Tennissocken keiner zu entdecken. Die ersten Pläne, den Abend im Biergarten in weiblicher Runde ausklingen zu lassen, sind bereits geschmiedet. Ein Mann im karierten Hemd sprengt unsere Runde. „Da bin ich ja fast eingeschüchtert bei so vielen Frauen!“ sagt er und grinst breit. Der traut sich wenigstens, denke ich mir, und proste ihm zu.  Als unser „Dating Engel“ erscheint, und uns auffordert uns im Nebenraum zu sammeln, kommen einer nach dem anderen auch die männlichen Teilnehmer aus ihren Verstecken hervorgekrochen. Ich gebe mir alle Mühe, vorschnelle Urteile zu vermeiden… aber die zwei Jungs da hinten sind schon nicht zu verachten. Jetzt wird es ernst. „Noch ein Gläschen aufs Haus die Damen? Sieht aus als könntet ihr  es brauchen“ höre ich den Barkeeper sagen. Er scheint trotzdem überrascht, als ihn auf einmal neun Frauen hilfesuchend ansehen. Er lacht und schenkt nach, und ich überlege mir alternativ einfach an der Bar sitzen zu bleiben. Schon beim Gedanken daran werde ich von Marlene mitgezogen – hinter den roten Vorhang, in die Höhle des Löwen.

Sieben Minuten bis zum Klingeln

Während die Veranstalterin den Ablauf erklärt begutachte ich die „Dating-Karte“ die vor mir auf dem Tisch liegt. Zu jedem Kandidaten gibt es ein „ja“ und „nein“ Kästchen. Daneben ein paar Fragen falls wir nicht wissen über was wir reden sollen. Ich lese „Wo siehst du dich in 10 Jahren?“ und frage mich, ob ich hier in einem Vorstellungsgespräch gelandet bin. Da frage ich doch lieber nach der Farbe seiner Socken. Die Stimmung im Raum erinnert ein bisschen an Ferienlager. In der einen Ecke sitzen die Jungs, in der anderen die Mädchen. Alle tuscheln wie wild und begutachten sich aus der Ferne. Die Glocke klingelt, es geht los! Ich setze mich an einen der freien Tische und studiere gespielt interessiert meine Dating-Karte. Mein Kopf hat gefühlt die Farbe einer gut gereiften Tomate und aufgeregt bin ich auch. Da kommt der Erste – und los geht’s!

*klingeling*

„Mann im karierten Hemd von der Bar“ setzt sich zu mir und grinst. Vor lauter Aufregung frage ich ihn nicht mal nach seinem Namen. Wahrscheinlich hat er ihn erwähnt, und ich habe wieder nicht zugehört. Sieht nett aus, ich schätze ihn vorsichtig auf Ende 30, frage aber nicht nach. Genauso wenig erinnere ich mich im Nachhinein an unser Gespräch. Irgendwas mit surfen glaube ich.

Kreuzchen: JEIN (nett ist er, das weiß ich)

*klingeling*

Peter gesellt sich zu mir. Er sei Pilot und klettere gerne. Gesprächsthema gefunden. Ich erzähle ihm von meinen noch stümperhaften Versuchen, den Bouldersport zu erlernen, und davon, dass ich gerne mal in die Berge auf einen richtigen Klettersteig gehen würde. Nette Unterhaltung, netter Kerl. Moment… hat er da gerade zur Dame am Nebentisch gelinst??

Kreuzchen: JEIN (mal sehen was noch so kommt)

*klingeling*

Mark ist schon so wie er da vor mir sitzt mindestens doppelt so groß wie ich. Beim Gedanken daran, wie wir uns verliebt umarmen muss ich unwillkürlich kichern. Noch hat Mark nicht viel gesagt und sieht mich nur durch seine Miniatur-Harry-Potter-Brille an. Als er beginnt zu sprechen, hoffe ich auf die Klingel. Ich sag’s mal so: Seine Art zu sprechen deutet nicht darauf hin, dass er tatsächlich auf der Suche nach einer Frau ist. Ich bin so irritiert, dass ich ihm gar nicht mehr richtig zuhören kann.

Kreuzchen: NEIN

*klingeling*

Dann kommt Alex. Alex ist schnuffig, ich schätze ihn auf ungefähr mein Alter. Sofort höre ich, dass er aus meiner Heimat kommt. Alex und sein Kumpel Ralf sind auch nur zum Spaß hier. Wir quatschen über dies und das, ich erzähle, dass ich gerade umgezogen bin und fleißig Schränke zusammenbaue. Mist warum sage ich das eigentlich? Das ist so ganz und gar unuschimäßig. Wir werden mitten im Gespräch unterbrochen. Schade.

Kreuzchen: JA (vielleicht kann er mir ja mal einen Schrank aufbauen)

*klingeling*

Ralf folgt seinem Kumpel auf Schritt und Tritt. Jetzt sitzt er vor mir und erzählt, dass er bis vor 15 Minuten noch nicht einmal wusste, wie er den Abend verbringen würde. Alex der Hund hat ihn einfach angemeldet und mitgeschleift. Ralf gefällt mir besser, dunkle Haare, markantes Gesicht und doch ein bisschen spitzbübisch. Lecker! Je mehr Gespräche ich führe merke ich, dass das Thema immer mehr in die Richtung „UND? Wie findest du es bis jetzt?“ geht. Das ist in Ordnung. Ralf findet das auch.

Kreuzchen: JA (ob das schlau ist bei zwei besten Freunden…?)

*klingeling*

Da ist er: Der Mann mit Hut und weißen Tennissocken. Sein Name ist Anton und er kommt aus einem Dorf in Bayern. Hier komme ich nicht zu Wort (so schlimm finde ich das aber auch nicht). Anton erzählt begeistert von seinen Eroberungen und wie er nach Dorffesten nackt bei irgendwelchen Frauen aufwacht und nicht mehr weiß was passiert ist. Beim Speed-Dating macht er mit, weil die Frauen auf dem Dorf einfach zu anspruchsvoll sind. Aha.

Kreuzchen: NEIN (hat ja offensichtlich schon genug Weibsvolk am Start)

*klingeling*

Der Letzte. Ich schaue vom Tisch hoch und blicke in ein genervt und gelangweilt zugleich wirkendes Gesicht. Tom setzt sich hin, gibt mir nicht die Hand, stellt sich nicht mal vor, bis ich ihn frage, wer er denn sei. Auf arrogante Art und Weise versucht er mir zu vermitteln, dass er hier ja eigentlich nicht sein muss. Die Weiber wären auch alle unbrauchbar. Ich sitze da, höre ihm zu, sage nichts. Steht nirgends geschrieben, dass man sich unterhalten muss. Beim Klingeln steht er wortlos auf und geht.

Kreuzchen: NIEMALSNIE!

Will er auch, oder will er nicht?

Bei einem abschließenden Bierchen tauschen Marlene und ich uns aus. Auch wenn wir sonst wirklich keinen ähnlichen Männertyp haben waren wir uns hier sicher: Alex und Ralf müsste man nochmal wiedertreffen, wenn auch nur als Freunde. Also setzten wir online unsere Häkchen. Nummer eins und Nummer zwei gebe ich auch ein „Ja“, man weiß ja nie. Wenn nun auch die Männer bei uns ein „Ja“ ankreuzen, bekommen wir ihre Kontaktdaten. Die Ernüchterung kommt am Dienstagmorgen. Eine Übereinstimmung. Nicht Alex, nicht Ralf. Es ist Nummer zwei, der wie ich erst jetzt feststelle, bereits Ende 40 ist. Das ist mir dann doch ein bisschen zu alt wenn ich ehrlich bin. Schade.

Ich hake die Veranstaltung unter „Lustig war’s!“ ab. Und das war es tatsächlich. Es war lange nicht so peinlich und unangenehm wie ich befürchtet hatte. Den Mann fürs leben habe ich hier (wider Erwarten) nicht gefunden 🙂 The search goes on…

xoxo_Carrie

 

 

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