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Verlieben – damals vs. heute

Verlieben_ist_einfachManchmal fühle ich mich ja schon so ein bisschen wie Carrie Bradshaw, wenn ich mit meinem Macbook und einer Zigarette auf dem Balkon sitze und über die großen Fragen des Lebens sinniere. Natürlich trage ich statt sündhaft teurer Jimmy Choos nur meine pinken Filzhausschlappen, aber das Sinnieren ist es ja schließlich, auf das es ankommt. Während der Feierabendverkehr der Großstadt an mir vorbeirauscht, denke ich über das Verlieben nach. Ein so schönes Gefühl, bei dem einem heiß und kalt wird, Schmetterlinge fliegen und Knie weich werden. Wir schreiben uns Briefe (in Schönschrift) verziert mit kleinen Herzchen und Vögelchen… Der Mann unseres Herzens bringt uns zum Date eine rote Rose mit und lächelt dabei so herrlich verschmitzt… Hach ist das schön! Vom grellen Gepfeife meines Handys werde ich aus meinen Gedanken gerissen. „Na? Bock?“ steht da einsam und allein auf meinem Display. Es ist Mike’s „ich-melde-mich-einmal-im-Schaltjahr-bei-meiner-ex-Bettgeschichte-Nachricht“. Und in diesen Kerl war ich mal verliebt. Mittlerweile muss ich mich fragen, ob ich das tatsächlich war, denn Briefe habe ich ihm keine geschrieben, und so richtig weich waren meine Knie auch nie. Verlieben wir uns nicht mehr so leicht, wenn wir älter werden? Und überhaupt: War nicht früher alles viel besser?

Verlieben – damals

Mit „damals“ meine ich alles, was mehr als ein halbes Leben zurückliegt. In meinem Fall so irgendwas zwischen 14 und 18. Was haben wir uns damals verliebt. Immer über beide Ohren, immer war es die Liebe des Lebens – die große versteht sich. Wir waren verliebt in den coolen Jungen aus der Zehnten, der uns zwar mit keinem Blick gewürdigt hat, aber geliebt haben wir ihn trotzdem. Wir waren verliebt in Paddy Kelly, Mark Owen, alle Jungs von New Kids on the Block. Wir haben unsere Tagebücher mit Liebesschwüren vollgekritzelt und standen jedes Mal, wenn unser Schwarm zufällig unseren Weg kreuzte mit der besten Freundin unaufhörlich kichernd auf dem Schulklo. Einer der Jungs, in die ich damals verliebt war, war André. André stand immer an der Bushaltestelle, an der ich aussteigen musste. Jeden Tag habe ich ihn dümmlich angegrinst, er hat dümmlich zurückgegrinst, und der Tag war gerettet. Irgendwann traute ich mich tatsächlich, ihm einen Brief zu schreiben (die „selbst-ist-die-Frau-Attitüde“ war bei mir schon früh zu erkennen), den ich ihm dann von meiner Freundin überbringen ließ. Wie aufregend!!! Schon am nächsten Tag kam Sabrina grinsend mit einem zusammengefalteten Zettel auf mich zu. Ich wäre voll süß, stand da, und ob wir mal ins Kino gehen wollen. Wir gingen also ins Kino, hielten Händchen, knutschten und waren dann zusammen. Ja, wir gingen miteinander. Ich schwebte über dem Boden und verbrachte meine Freizeit neben Klavierstunden und Hausaufgaben nur noch damit, an André zu denken, André Briefe zu schreiben, mit André Händchen zu halten, mit André zu knutschen. Irgendwann lud ich ihn dann zu mir nach Hause ein – zum Mittagessen. Mein lieber Vater (der alte Fuchs) entschied sich an diesem Tag rein zufällig dafür, eine köstliche Gyrospfanne mit Tzaziki zuzubereiten. André schlug zu, ich nicht. Später auf meinem Zimmer wollte er mich küssen und stank so ekelhaft nach Knoblauch, dass ich ihn bat nach Hause zu gehen. Am nächsten Tag machte ich Schluss. 3…2…1… entliebt, so einfach geht das. Ein paar Tage später war ich dann in Christian verliebt, aber das ist eine andere Geschichte.

Verlieben – heute

Nun sind wir alle ein paar Jährchen älter geworden, und sind auf der Suche nach jemand, in den wir uns verlieben. Wir chatten auf Online-Dating Plattformen, sprechen Menschen in Bars an, treffen interessante Leute im Fitnessstudio, gehen auf Dates und stellen immer wieder fest: Gar nicht mehr so einfach, dieses Verlieben. Damals hat ein „der ist süß“ vollkommen ausgereicht, um unsere Hormone in Wallung zu bringen. Heute sind wir weiser (zumindest behaupten wir das), denn wir haben ja schon so viel vom Leben gelernt. Wir haben jede Menge dieser „Erfahrungen“ gemacht, von denen immer alle sprechen. Und so kommt es, dass uns all diese Weisheit und Erfahrung immer mehr im Weg steht. Heute sagen wir oft nicht mehr „Oh, der ist süß“ sondern vielmehr „Joa, der ist schon süß, ABER…“. Auch wenn wir im Grunde wissen, dass jeder Mensch einzigartig und anders ist, projizieren wir gerne unsere Erfahrung aus der Vergangenheit auf einen neuen Menschen. Und so wird der Mann, den wir im Grunde schon irgendwie schnuffig finden, zu einem Mann der wahrscheinlich sowieso irgendwann fremdgehen wird, den Müll nicht runterträgt, immer nur Fußball schaut und wenn es zum Schlimmsten kommen sollte nicht mal in der Lage ist, die Zahnpasta-Tube richtig zuzumachen. Kann er mal ein guter Vater sein? Hat er genug Kohle um mich und mein Kind zu ernähren? Wie soll man sich denn mit all diesen Gedanken im Kopf verlieben können? Im Grunde vermiesen wir uns das Verlieben selbst, weil wir es viel zu oft nicht schaffen, loszulassen. Verlieben heute – oft eine schwere Geburt.

Mach dich mal locker

Es kann niemand verdacht sein, Erlebtes als positiven oder negativen Erfahrungswert abzuspeichern. Vor allem in Betracht der negativen Erfahrungen ist das wohl ein Schutzmechanismus unserer Psyche. Kommt ein Mann des Typs X vorbei, schellen bei uns sämtliche Alarmglocken, fast als ob über dem armen Kerl ein überdimensional großes, rot blinkendes „DANGER“ Schild hängt. Mit dieser Verhaltensweise, tun wir uns sicherlich hin und wieder einen Gefallen, denn sie schützt uns von den paar, die tatsächlich in unser Ablehnungsmuster fallen. Was ich allerdings häufig beobachte ist, wie dieses Muster zur Gewohnheit wird. Wie wir nicht mehr darüber nachdenken, sondern es einfach anwenden. Der vermeintliche Selbstschutz wird zur kompletten Abschirmung. „Ich will einfach nicht schon wieder verletzt werden!“. Verstehe ich, keine Frage, wer will schon gern verletzt werden? Aber nun mal Tacheles: Die Entscheidung, die wir wohl irgendwann treffen müssen ist die, ob wir mit ganzem Herzen lieben wollen, oder uns lieber mit halbem Herzen schützen. Wenn du dich verliebst (so richtig doll) ist dein Herz auf und frei zugänglich für jede Art von Verletzung. Verschließt du dich, wirst du wahrscheinlich nie dieses Gefühl erleben. Es gehört zum Leben dazu, auch mal verletzt zu werden, und auch wenn es oft unendlich schmerzt, kommen wir dadurch nicht um. Es wird immer weiter gehen – wenn wir es wollen. Aber statt dieses Risiko einzugehen, tun wir oft so als würden wir uns verschließen und die Gefühle aus Angst nicht zulassen, wo wir doch genau wissen, dass es trotzdem weh tun wird, wenn der Andere uns verletzt. Sich zu öffnen fällt vielen schwer. Ein gewisses Maß an Selbstschutz ist sicherlich gesund und angebracht. Verständlich ist auch, dass wir uns hin und wieder verschließen, aus Angst verletzt zu werden. Gleichzeitig denke ich auch, dass es wichtig ist, sich hier immer wieder kritisch zu beobachten. Zu hinterfragen, ob das Verschließen mir überhaupt noch etwas Gutes tut. Ob es überhaupt noch eine Berechtigung hat, oder ob wir dadurch eventuell viele wunderschöne Momente verpassen.

Natürlich verlieben wir uns heute nicht mehr so leicht wie damals. Wir sind älter, wir haben andere Ansprüche, Ängste, Vorstellungen. Der Plan ist jetzt ein anderer. Trotzdem würde es uns gut tun, würden wir wieder ein bisschen mehr leben als gäbe es kein Morgen, Entscheidungen wieder aus dem Herzen und nicht aus Vernunft zu treffen. Vielleicht nicht immer, aber immer mal wieder…

xoxo_Carrie

photo credit: fabulousphotosbybrittany via photopin cc

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