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Schatzi…darf ich?

Warum Paare uns manchmal auf die Palme bringen

PaareAls Single ist man nicht automatisch frustriert und missgünstig. Ich zum Beispiel zähle mich zwar nicht zu den Singles, die sich selbst als „überzeugt“ bezeichnen würden, aber ich gönne den Menschen ihre glückliche Zweisamkeit. Meistens. Manchmal aber – und ich bin mir sicher ich bin hiermit nicht alleine – hasse ich Pärchen. Manchmal habe ich für sie nichts als Augenrollen, Kopfschütteln und schnippische „pfffs“ übrig. Manchmal haben sie es aber auch nicht anders verdient. Was mich an ihnen so nervt?

1. Was man ableckt darf man behalten

Wir alle kennen diese Taktik aus Kindertagen. Man will die letzte Scheibe Brot, den letzten Schokoriegel, das letzte Blumenkohlröschen. Die anderen Menschen am Tisch ebenfalls. Also schnappt man sich fluchs das Teil der Begierde und leckt es genüsslich ab. Jetzt will es garantiert keiner mehr. Manchmal habe ich das Gefühle, als ob Paare nach einer ähnlichen Taktik vorgehen – mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ihnen ihr Herzblatt ja bereits „gehört“. Ich sitze also in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit; es ist 7:43. Mir gegenüber sitzt ein junges Paar, bestimmt nur aus fahrsicherheitstechnischen Gründen fest ineinander verknotet. Und dann geht’s los: Sie lecken sich ab. Anders kann ich diesen scheinbaren Liebesakt leider nicht betiteln. Weit geöffnete Münder verkeilen sich ineinander. Lange Zungen stechen abwechselnd in den Rachen und die Ohrmuschel des Partners. Hierbei wird natürlich großzügig ein großer Bereich um den Mund herum mit abgeleckt. Fasziniert und leicht angewidert sehe ich dem Schauspiel zu. Aha, schau mal einer an, der Kerl hat sogar noch einen Kaugummi im Mund, kann ich ganz genau sehen, sogar ohne Brille. Um einen morgendlichen Brechreiz zu verhindern, konzentriere ich mich auf ein stupides Handy-Spiel, doch meine Gegenüber haben auf mich diese Autounfallwirkung: Es sieht schlimm aus, aber man kann nicht wegsehen. Muss das denn sein? Natürlich zeigt man auch in der Öffentlichkeit seine Zuneigung zu seinem Partner, allerdings gewinne ich hier eher den Eindruck, als würde mir, wenn ich nur noch ein bisschen länger sitzen bleibe, eine 1A Peepshow geboten.

2. Sag mal Mausi… wie heißt du nochmal?

Ich stelle mir vor, wie ein heißer Typ spitzbübisch aus dem Badezimmer spickelt, mir zuzwinkert und sagt: „Hey Babe, kommst du?“. Kosenamen müssen einfach sein, einfach und allein, weil sie vieles so viel sexier machen. Man vergleiche mit „Hey Heidemarie, kommst du?“ – was nicht mal annähernd so verheißungsvoll klingt. Leider gibt es auch hier Menschen, die kein gesundes Maß finden können – weder mit der Häufigkeit der Verwendung, noch mit adäquaten Spitznamen. Die sogenannten „Massive-Users“ würden wohl nur halb so viel kommunizieren (wenn überhaupt), wenn man die Worte Schatzi, Mausi und Hasi aus ihrem Wortbestand streichen würde. Schatzi hier, Schatzi da, Schatzi überall. Man stelle sich mal vor, er würde jedes Mal statt Schatz ihren richtigen Namen sagen, das würde auch irgendwie unnatürlich klingen. Und hier sind wir beim Punkt: Manchmal habe ich den Eindruck, als wüssten viele den richtiges Namen ihres Partners oder ihrer Partnerin gar nicht mehr. Schatz ist schließlich neutral. Sie interessiert es nicht, ob er seine sieben Ex-Freundinnen alle Schatz genannt hat, nennt er sie allerdings einmal Christin statt Christine, ist Polen offen. Also bleiben sie beim Schatz, lässt sich leichter merken. Als meine Freundin mal zu mir sagte „Das muss ich mal mit Schatz besprechen“ bin  ich in schallendes Gelächter ausgebrochen. Noch mehr gelacht habe ich, als ich neulich beim Einkaufen war, und die Frau neben mir von den eingelegten Oliven bis rüber zur Wursttheke (und das ist ein gutes Stück) ihrem „Hasenpups“ zurief, er solle doch bitte an die Bärchenwurst denken. Ein Kichern kann ich nicht unterdrücken. Hasenpups? Samtpfötchen? Schnuffelbär? Leute, also ehrlich, das muss doch nicht sein! Es reicht doch wenn ihr die Eier eures Mannes stolz in eurer Handtasche mit euch herumtragt – aber das muss doch nicht gleich jeder wissen…

3. Darf ich? Bitte bitte darf ich?

Vielleicht habe ich persönlich eine verquere Vorstellung von einer Beziehung und wundere mich deswegen so über dieses Phänomen. Mal angenommen, ich hätte einen Freund. Meine Mädels planen ein Wochenende im Wellnesshotel und ich will mit. Ich gehe zu „Schatz“ und sage ihm genau das. Am überübernächsten Wochenende fahre ich mit den Mädels ins Wellnesshotel. Er sagt, dass ich mir das wirklich mal gönnen sollte, er wird sich im Gegenzug den langersehnten Play-Station-Zockerabend genehmigen. Die Sache ist geritzt. Bei vielen Paaren beobachte ich, dass sie immer erst besonders betonen, dass sie den anderen ja erst einmal „um Erlaubnis bitten müssen“. Ja warum sollte man den nicht dürfen? Wir sind doch freie Menschen, und ich habe ja nicht vor eine durchzechte Nacht im Swingerclub zu verbringen. Woher kommt dieser Drang, sich nach außen hin unterzuordnen? Besonders Männer scheinen sich dieser Phrasen gerne zu bedienen, obwohl die Frau am anderen Ende, wenn sie einen Männerabend ankündigen, wahrscheinlich einfach sagt „na klar“. In der Männerrunde wird zuvor erst einmal groß angekündigt, dass man ja noch nicht wisse, ob die Frau das überhaupt erlauben würde. Wahrscheinlich zickt sie wieder rum, und macht einen riesen Aufstand. Dann nämlich kann Mann mit stolz geschwellter Brust in der Kneipe auftauchen, sich gorillamäßig mit den Fäusten auf den Brustkorb trommeln und somit zeigen, dass er in der Lage ist, sein Weib zu zähmen. Ich sage es mal so: Wäre die Situation tatsächlich so, dass man daheim die Erlaubnis für eine Sache erbetteln müsste, würde es wohl eher tot geschwiegen werden.

4. Wir können morgen nicht

Ein Paar ist eine Einheit. Das verstehe ich. Je mehr man sich einander annähert, wird aus zwei Ichs ein Wir. Verstehe ich auch. Dennoch gibt es diese berühmten „Wir-Pärchen“. Kein ich mehr, nur noch wir. Wir können morgen nicht, wir haben Hunger, wir überlegen uns das. Warum können wir denn morgen nicht? Haben wir vielleicht unsere Periode? Oder ist es wieder die schlimme Migräne, die uns so plagt? Ich frage Anna wie es ihr geht. Uns geht es gut. Ich frage Anna ob sie Lust hat einen Kaffee trinken zu gehen. Wir bleiben heute zu Hause. Vieles geht als Wir, aber längst nicht alles. Ihr seid (hoffentlich) immer noch zwei eigenständige Personen, die eigene Ansichten und Meinungen und bis zu einem gewissen Grad auch ein eigenes Leben haben.

Auch wir Singles haben Macken, nicht viele, aber wir haben sie. Aber wie das nun mal so ist, hacken wir lieber auf den Macken der anderen herum. Liebe Paare, die ihr so seid wie oben beschrieben: Von allem ein bisschen weniger ist meistens immer noch mehr als genug. Und nun meine Puschelhasen, gönne ich mir ein Gläschen Prosecco. Darf ich?

xoxo_Carrie

 

photo credit: francisco_osorio via photopin cc

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