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Feuriger Blick oder kalte Schulter?

Wie Ausstrahlung unser Singleleben beeinflusst

Singleleben_beenden_mit_richtiger_AusstrahlungMit den Worten „komm doch noch rum, wir kochen was und trinken ein Gläschen“ lädt mich Marlene eines Abends zu sich nach Hause ein. Hervorragend, denke ich mir, genau das Richtige. In der Küche rumlungern, essen, rauchen, Wein trinken, ratschen, das brauche ich heute. Also schlüpfe ich in meine schlabberigste Jeans, meinen schlabberigsten Pulli, binde meine Haare zu einem unschönen Knoten zusammen und ziehe los. „Habe Sebastian und Tanja auch eigeladen“ erscheint auf meinem Handy Display – super, ein Mann kann niemals schaden, wenn Frauendinge diskutiert werden.

Spontanität? Na klar doch!

Der Abend endet nur minimal anders als geplant. Nach einigen Flaschen Wein finde ich  mich vor den Türen eines Salsa-Schuppens wieder. Wohl gemerkt: In meinem Schlabberoutfit, das lediglich von einem freundlicherweise von Marlene zu Verfügung gestellten T-Shirt aufgewertet wird. Wenige Minuten später beobachten Marlene und Sebastian fassungslos, wie ich auf der Tanzfläche von einem überaus ansehnlichen Spanier übers Parkett gewirbelt werde. Der Männer/Frauen-Anteil ist zugegebener Maßen leicht unausgeglichen, und so kann ich mir immer wieder einen neuen Schönling aussuchen, der mit wild kreisenden Hüften um mich herumtippelt. Ich bin mir sicher, noch nie so glücklich darüber gewesen zu sein, als Single durch die Welt zu laufen, wie an diesem Abend. Ein Hoch auf das Singleleben! Auf dem Heimweg sitze ich grinsend im Taxi. Was war da los? Sind die Latino-Männer anders gepolt, oder habe ich das verursacht? Also ich, in meinem absolut nicht ausgehenswürdigen Look?

Warum spricht mich keiner an?

Ich bin eine Frau, ich bin Single und auf der Suche. Ich gehe in Bars, in Cafés, ich gehe mit besonders offenen Augen durch den Supermarkt und versuche immer möglichst nicht grimmig zu schauen. Und trotzdem: Niemand spricht mich an! In meinen Gedanken habe ich bereits jedes Szenario durchgespielt. Bin ich zu klein? Zu moppelig? Nicht hübsch genug? Ich habe mich gegen meine Veranlagung stundenlang in Warteschlangen vor Clubs angestellt, aufmerksame Blicke durch völlig überfüllte Räume gleiten lassen. Ich habe mich hübsch geschminkt, die Haare stundenlang frisiert, neue Klamotten gekauft, die von meinem standartmäßigen Erdton-Kleidungsstil abweichen. High Heels, ein bisschen Glitzer, mal Rock, mal Hose… und trotzdem kein Flirtversuch von der männlichen Seite. Und dabei will ich das alles doch unbedingt. Ich will Liebe finden, ich will eine Beziehung. Schluss machen mit dem Singleleben und traute Zweisamkeit genießen. Warum sieht das denn keiner?

Jeder kann es sehen

Kommunikation sind gesprochene Worte. Kling logisch, ist aber nur zu Teilen wahr. Denn die nonverbale Kommunikation, alles, was wir unserem Gegenüber durch Mimik, Gestik, Körperhaltung und Stimmlage mitteilen, nimmt mit 80% tatsächlich den Größten Teil unserer Kommunikation ein. Ich sage also etwas, ohne überhaupt etwas zu sagen. Die Art und Weise wie ich an der Bar stehe, wie ich mich umsehe, wie ich mich im Raum positioniere, wie ich mit meinen Freunden spreche, all das strahlt etwas aus. Leider passiert diese nonverbale Kommunikation in den meisten Fällen unbewusst, ergo ist es eine große Herausforderung, sie zu steuern. Betrete ich eine Bar mit meinen viele dünneren und hübscheren Freundinnen, schleicht sich schnell der Gedanke „Bestimmt werden die wieder angesprochen, und ich nicht“ in mein Unterbewusstsein. Automatisch lasse ich die Schultern hängen, der Blick geht zu Boden, ich mache mich kein. Ein Häufchen Elend wird wohl nur seltenst angesprochen. Brezle ich mich entgegen meines Naturells mal richtig auf, nur um den Männern zu gefallen besteht die Gefahr, dieses „Schaut mich an, ich hab es nötig“ auszustrahlen. Und dann gehe ich in eine Bar, so wie ich bin, bin Menschen, zwischen denen ich mich wohlfühle, in Klamotten, in denen ich ich selbst sein kann und hoffe auf einen Mann, der mit einem lockeren Spruch um die Ecke kommt. Die ernüchternde Bilanz: Nichts.

Suchen oder nicht suchen – das ist hier die Frage

„Wenn du nicht mehr suchst, wirst du jemanden finden!“ Oh Gott wie ich diesen Spruch hasse! Jeder Single, auf der Suche nach der wahren Liebe kennt ihn, und hat ihn schon unzählige Male gehört. Gedanklich stecke ich mir jedes Mal den Finger in den Hals, wenn meine Freunde, die alle natürlich unglaublich gut Bescheid wissen, weil sie seit Jahren in glücklichen Beziehungen leben, ihre geballte Weisheit an den Kopf werfen. Das Schlimmste ist – es ist auch noch wahr. Wir Singles auf der Suche nach Liebe sind viel zu oft nicht vollständig. Wir warten auf einen Partner, der uns „ausfüllt“. Das Alleinsein ist meist mehr eine Qual, als eine Bereicherung, wir sind unzufrieden, verbissen, ungeduldig und manchmal auch ein bisschen verzweifelt. Aber warum können wir nicht auch als Single vollständig sein? Das können wir durchaus, doch der Weg dahin ist oftmals lang und vor allem nicht aktiv beeinflussbar. Erst wenn ich im Kopf so weit bin zu sagen, dass ich auch als Single ein vollständiger Mensch bin, der sich selbst genügt, und für den Moment genau so zufrieden ist, werde ich in der Lage sein, genau das auszustrahlen. Zufriedenheit ist der Schlüssel. Nicht umsonst werden immer genau die Menschen angesprochen, die in einer Beziehung leben, oder glücklicher Single sind, der nicht auf der Suche nach einem Partner ist. Sie sind zufrieden mit ihrem Leben, und strahlen etwas Positives aus. An dem Abend im Salsa Club war ich nicht auf der Suche. Ich hatte kein Ziel, keinen konkreten Plan. Ich war lediglich da, habe getanzt, und mich frei gefühlt. Endlich hat meine Ausstrahlung nicht mehr „Hier! Ich! Ich suche dringend einen Freund!“ geschrien. Ich war entspannt, und Entspanntheit ist attraktiv. Welcher Mann wird eine Frau ansprechen, die ihm mit dem ersten Blick vermittelt, dass er bereits am nächsten Tag mit dem Bau des weißen Zaunes ums Haus beginnen muss, wenn er jetzt gedenkt, sie anzusprechen. Richtig – kaum einer.

Der Weg zur Zufriedenheit ist für jeden ein anderer. Wichtig ist, sich bewusst auf sich selbst zu konzentrieren, Dinge zu tun, die uns erfüllen, uns Spaß machen. Single zu sein hat viele gute Seiten, doch wenn wir niemals zufrieden sind mit einer Situation genauso wie sie ist, werden wir das Schöne an ihr auch niemals erkennen.

xoxo_Carrie

 

© lassedesignen – Fotolia.com

2 Kommentare

  • Du hast zu 100 Prozent Recht mit deiner Einstellung.

  • Hallo Carrie!

    Sehr interessant! Ich recherchiere gerade für mein neues Buch und lese gerne die Artikel hier.

    Eine große Erkenntnis war mich mich damals, dass Frauen überhaupt angesprochen werden wollen. Ich dachte, die sind sowieso halt alle so „Männer sind Schweine“-mäßig drauf, wollen ihre Ruhe und geben sich doch mit so etwas wie Männern nicht ab. Vielleicht kommen viele Frauen arrogant und unnahbar rüber, ohne es zu wollen! Manche lesen dann aber doch lieber in einem Buch (vielleicht eins von mir oder von meim‘ Autorenkumpel Sergio)

    „Kling logisch“ und „ich mache mich kein.“ steht hier übrigens im Text. Könnte man vielleicht mal besser korrigieren. Macht aber nix, passiert mir auch oft! Quapla‘

    Ich freu mich jedenfalls schon auf mein neues Buch, bei dem ich sogar Martina Gercke Konkurrenz machen will!

    Bis demnächst,
    Bräddie

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