Dem Valentinstag auf der Spur

Ein Meer aus roten Rosen, Pralinenschachteln in Herzform, und Liebesbekundungen, wohin man auch sieht – jeder kennt DIESEN rosa-roten Tag im Jahr, immer am 14. Februar. Doch was war eigentlich der Grundgedanke des Valentinstags, und feiert man diesen Tag der Liebenden überall gleich?

Seit ein paar Wochen kann man der Liebe in der Stadt nicht mehr entkommen – in fast jedem Ladenfenster hängen rosafarbene und rote Herzchen, an den Scheiben kleben Sprüche wie „Mach deinem Schatz eine Freude“; die Supermärkte und Blumenläden stocken ihr Schokoladen- und Blumensortiment auf. Der Valentinstag kommt bald, und viele sind sich der Herkunft gar nicht bewusst…

Der heilige Valentin – ein Rebell im Auftrag der Liebe

Es ranken sich viele Mythen um den Namensgeber des Valentinstages – wirklich bewiesen sind keine. Der Tag soll auf einen Priester in Rom bzw. Terni zurückführen, der heimlich verliebte Pärchen traute. Die Turteltäubchen hatten meist einen unterschiedlichen sozialen Stand, oder ihre Familien waren verfeindet, weswegen sie per Gesetz nicht heiraten durften – verbotene Liebe à la Romeo und Julia. Bei jedem Ja-Wort pflückte der Priester ein paar Blumen und schenkte sie den Frischvermählten – meist, wen wundert es, waren es Rosen.

Allerdings blieb das verbotene Spiel mit dem Gesetz nicht ewig unentdeckt: Valentin starb einen Märtyrer-Tod durch die Hand des Kaisers – am 14. Februar 269. Der Mythos meint den Grund zu kennen – seine illegalen Trauungen, und damit sein gebrochenes Wort gegenüber der Kirche und dem Gesetz, flogen auf und führten zu seinem Tod. Sein Denkmal, allerdings, machte ihn zum Schutzpatron der Liebe.

Wenn Schokolade zur Pflicht wird

Andere Länder, andere Sitten – der 14. Februar wird nicht überall gleich gefeiert. Hier die spannendsten Abweichungen von unserer Tradition:

1. Irland

… wird zum Pilgerort am Valentinstag. Christen von überall wollen in der Whitefriar Street in Dublin die Reliquien des heiligen Valentins aus Rom um eine neue Romanze bitten.

2. Japan

…sticht am meisten heraus. Hier heißt es „Selbst ist die Frau!“ – Am 14. Februar schenken nämlich die Frauen den Männern Schokolade. Dabei unterscheidet man zwei Arten – „honmei“ und „giri“.

„Honmei“-Schokolade ist für den Angebeteten bestimmt, und muss von Herzen kommen – deswegen wird diese auch oft selbst zubereitet; nach Omas Rezept oder in Kochkursen, die extra dafür konzipiert sind.

„Giri-choco“ bedeutet „Pflichtschokolade“, die dem Chef oder einem Freund geschenkt werden kann. Eingeführt hat das ein Schokoladenhersteller in Japan nach dem zweiten Weltkrieg – wegen seiner schlechten Englischkenntnisse, so munkelt man, entstand der nun etwas kritisierte Brauch, dass Frauen allen Männern in ihrem beruflichen Umfeld etwas schenken müssen. Das geht nicht nur ins Geld, sondern kann auch zu Missverständnissen führen.

White Day – der „Antworttag“ der Männer

Wer denkt, dass in Japan nur Frauen die Chance haben, ihre Liebe zu zeigen, liegt falsch – einen Monat nach dem Valentinstag, am 14. März, bekommen die japanischen Männer dann die Chance, ihre Angebeteten mit Schokolade zu beschenken. Auch hier herrscht Gleichberechtigung: es gibt Liebes- (honmei) und Pflichtschokolade (giri).

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