Realität oder Web – wer macht das Rennen bei der Suche nach Mr(s) Right?

Da ist sie wieder. Meine absolute Lieblingsmeldung in der Morgenpresse: „Partnersuche im Internet funktioniert nicht!“ Gut, dass ich das nicht wusste! Ich habe es da gehalten, wie die Hummel, die aus Gründen der Aerodynamik eigentlich nicht fliegen kann, das aber nicht weiß und es deshalb trotzdem tut. Heute bin ich der lebende Beweise dafür, dass ‚frau‘ es durchaus schaffen kann, virtuell in eine glückliche reale Beziehung zu starten.

Zugegeben, ich habe einige Umwege eingelegt, die ganze Kapitel meines Buches füllen: Ich habe mich zielstrebig in den Falschen verliebt – weil ich ihn für den Richtigen hielt. Umgekehrt habe ich einen Mr. Right, als er mir „INS NETZ GEGANGEN “ war, durch selbiges schlüpfen lassen, weil ich ihn für falsch hielt. Ich habe mich mit dem Erst-Date-Fieber erwachsener Männer herumgeschlagen, das jedes reale Treffen im (Krankheits-)Keim erstickte und mir mehrfach gewünscht, dass einige der Web-Prinzen, die sich beim Schritt in die Realität in Frösche verwandelten, doch auch rechtzeitig daran erkrankt wären. Trotz aller WWWirrungen habe ich meinen Mr. Right im Internet gefunden und ihn auch nicht mehr los gelassen. Bis heute.

Entweder – oder? Ist doch egal, wo man Mr(s) Right findet

Bis zum Happy End habe ich allerdings drei Jahre benötigt. „Drei Jahre?!“ Na, was haben Sie denn gedacht, wie lange es dauert, einen passenden Partner zu finden, wenn man das Teenager-Alter deutlich überschritten hat? Gegner der virtuellen Partnersuche frohlocken an dieser Stelle gerne. Doch völlig zu Unrecht: Es waren drei wundervolle, aufregende und lehrreiche Jahre, wie sie mir die Realität im Alleingang niemals hätte bieten können: Ich hatte viele, interessante Kontakte – tiefsinnige, erotische, witzige,… – die mein Leben bereichert und meinen Horizont erweitert haben.

Abgesehen davon hatte die Realität bei mir alle Chancen, der virtuellen Welt zu beweisen, dass sie die bessere Alternative bei der Partnersuche ist. Doch trotz vieler Party- und Event-Besuche meinerseits hat die Realität ihrerseits nicht allzu viele Highlights in Sachen Partnerfindung bereit gehalten. Ja, nicht mal meinem Mr. Right, der unweit von mir entfernt wohnt, hat sie die Chance gegeben, mich – ganz klassisch – mit dem Einkaufswagen im Supermarkt anzufahren.

Kein Netz – Kein Date

Ohne Starthilfe der virtuellen Welt wäre meine Auswahl an Dates in diesen drei Jahren jedenfalls ziemlich mager ausgefallen. Das liegt schlicht daran, dass sich die Partnersuche in der Mitte des Lebens generell schwieriger gestaltet, als in der Jugend.

Mit jedem Lebensjahr bilden wir zunehmend (Charakter-)Ecken und Kanten aus, an denen Andere schnell anecken. Dazu zwingen uns unsere Lebensumstände – Beziehungen, Kinder, Beruf – oft in Bahnen, die wir nicht so einfach verlassen können. Auch da hinein muss ein neuer Partner passen. Zwei, die miteinander harmonieren, müssen sich obendrein noch zeitgleich auf Freiersfüßen bewegen.Kurz: Die Partnersuche jenseits der Zwanzig hält viele „Wenn“ und „Aber“ bereit, die sich aber mit Hilfe des Internets schnell ausräumen lassen.

Das spart Energie und Nerven, die man besser in das erste Date investiert. Da wird es – immer noch und immer wieder – aufregend genug: Schmetterlinge im Bauch oder Fluchtreflex in den Beinen? Weiter suchen oder Ziel erreicht? Alles ganz so, wie es schon immer war. Das alte Spiel mit der Liebe hat sich auch durch das Internet nicht grundlegend verändert. Nur der virtuelle Anfang ist – ein bisschen – anders. Und trotz aller Bits und Bites kann es dabei sehr romantisch zugehen.

Vielleicht haben Sie ja gerade die romantische Seite des Internets entdeckt oder sogar schon Ihren Traumpartner gefunden? Schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen. Machen Sie Anderen Mut mit Ihrer Erfolgsgeschichte – und falls Sie am nächsten Montag Lust haben, dann können Sie mir Alles auch gerne persönlich erzählen: Besuchen Sie mich doch einfach bei meiner Lesung in der Autostadt. „Mut“ (- nicht nur – bei der Partnersuche) ist das Thema – und davon kann ‚frau‘ ja nie genug haben.