Kuss ist nicht gleich Kuss

Ich bin kein Mädchen für eine Nacht. Kein One-Night-Stand-Luder. Dann schon eher ein Mädchen für einen Kuss. One-Time-Kiss könnte man auch sagen. Ich liebe knutschen! Ein Kuss hat etwas so wundervoll unschuldiges, und kann doch so leidenschaftlich sein. Wenn – wohl gemerkt – richtig ausgeführt. Es wäre das Schlimmste für mich, wenn der Mann, den ich anbete sich als absolut unfähiger Küsser entpuppt. Ein unüberwindbarer Makel?

Lang, kurz, feucht, tief, zärtlich, heiß, sinnlich – der Kuss

Der Frühling naht und ich sehe es jetzt schon vor mir: knutschende Pärchen überall. Ich freue mich für sie, ehrlich, und trotzdem beneide ich sie ein bisschen. Knutschen ist einfach super. Allerdings stelle ich fest, dass der ein oder andere die Technik nicht so gut beherrscht. In der U-Bahn sitzt mir ein frisch verliebtes Pärchen gegenüber, das gar nicht genug voneinander bekommen kann . Ich sehe zweimal kurz hin, und wende schnellstens meinen Blick wieder ab. Der Anblick zweier Zungen, die sich hemmungslos in die Rachen der Partner schieben, und nebenbei noch eben das Frühstücksnutella aus den Mundwinkeln lecken, erzeugt in mir einen dezenten Würgereiz. Pfui! Trotzdem scheint es beiden zu gefallen – Unverständnis macht sich breit. Was empfinden wir als „guten Kuss“? Ein guter Kuss ist wohl einer, der sich mit der eigenen Technik am besten verbindet. Stürmischer Typ mit viel Speichel und Zunge wird wohl beim schüchternen Bussimädchen keinen Treffer landen. Die leidenschaftliche Verführungsküsserin beim verklemmten Fischmund ebenso wenig.

Kann man das lernen?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Kann man oder kann man nicht? Die einen sagen, küssen kann man lernen. Man muss seinem Gegenüber lediglich sagen, was einem nicht gefällt und dann kann er es ändern. Gut. „Du Schatz… die Leute schauen mich schon immer ganz komisch an, weil ich von deinem übermotivierten und mit viel zu viel Speichel begleiteten Abgelecke mittlerweile schon einen Ausschlag um den Munde bekomme. Meinste es geht etwas zurückhaltender?“ Im Optimalfall würde man dem Partner ein solches Anliegen wohl schonender beibringen. Aber trotzdem. Das kann man doch nicht lernen! Finde ich jedenfalls. Man küsst eben wie man küsst, das kommt von innen heraus. Ich denke die wenigsten machen sich ernsthaft Gedanken darüber, wie sie küssen. Man macht es einfach und es fühlt sich entweder gut an oder eben…irritierend. Küssen ist nicht wie Sex. Über Sex spricht man, sagt was einem gefällt, deutet an was auch weggelassen werden kann. Der Kuss dagegen ist etwas Wortloses. Irgendwie würde ihm ein Feedbackgespräch sämtliche Magie rauben.

Die Macht des Kusses

Diesen einen Kuss zu bekommen. Den, an den man sich immer erinnern wird. Ein magischer Moment, in dem die Welt um dich herum für einen Augenblick stehenbleibt. Perfekt. Viele Männer sind sich nicht bewusst, was ein Kuss in einer Frau auslösen kann. Oft wird er als Mittel zum Zweck missbraucht. Zunge rein, Hand unter den Pulli und los kann es gehen. Dabei haben die Männer die Macht, die Frau mit ihren Küssen vollkommen zu entkräften. Warum nutzt ihr sie nicht?

Der Moment, wenn die Lippen sich so nah sind, dass man den Atem des anderen spüren kann. Wenn seine Hand zärtlich durch meine Haare fährt und auf meiner Wange innehält. Wenn unsere Lippen sich vorsichtig berühren, als wäre es das erste Mal. Wunderbar weich und warm. Wenn er sich von mir löst, mir tief in die Augen sieht, seine Fingerspitzen meinen Hals entlang fahren. Gänsehaut am ganzen Körper. Herzrasen. Wenn er mich leidenschaftlich küsst, bestimmt und doch zärtlich. Meinen Körper an seinen zieht und mich vergessen lässt, dass die Welt ums uns herum noch existiert. Dieser Moment ist es, der uns Frauen zum Schmelzen bringt. Und das alles mit nur einem Kuss.

Darf ich dich ablecken?

Der Kuss ist für viele Menschen ein direkter Indikator dafür, ob jemand gut oder schlecht im Bett ist. Zu Recht. Ich erinnere mich mit Grauen an meinen Kuss mit Paul. Paul und ich hatten uns schon einige Male getroffen und ich gebe zu, da war was zwischen uns. Es hat geknistert. Dann kam der erste Abend bei ihm – kochen und DVD, dazu Wein und Kerzenschein. Perfektes Ambiente für einen leidenschaftlichen ersten Kuss. Einen Kuss gab es, nur war er vielmehr irritierend als leidenschaftlich. Überleidenschaftlich könnte man sagen. „Darf ich dich küssen?“ fragte er. Na klar Schatz, immer her damit, dachte ich mir. Schon als er sich mir näherte fragte ich mich, warum er wohl den Mund so weit aufmacht. Alsbald wurde mir die Antwort bewusst: Er wollte mich aufessen. Und damit es besser flutscht, leckte er vorsorglich weiträumig den Bereich um meinen Mund herum ab. Was ist mit dir los, Junge? Im Sekundentakt stach seine spitze Zunge in meinen Rachen, zwischenzeitlich lag sie in meinem Mund wie ein toter Fisch. Er musste sich wohl ausruhen. Ich für meinen Teil wich immer vor ihm zurück, was er allerdings nur als Aufforderung sah, noch mehr zu geben. Kurz vor dem Erstickungstod brach ich die Aktion höflich ab. „Darf ich dich ablecken?“ hätte wohl eher seine Frage sein sollen. Dann hätte ich gleich nein sagen können. Niemals im Leben hätte ich (vor allem weil mir mein Körper heilig ist) mit diesem Mann geschlafen. Die Vorstellung dessen was er… ach lassen wir das. NIEMALS!

Bei egal welcher Form von körperlichem Miteinander ist das Zauberwort: Einfühlungsvermögen. Auch wenn es nur ein Kuss ist. Den anderen zu spüren und wahrzunehmen was ihm gefällt und was nicht. Wenn dein Gegenüber konstant vor dir zurückweicht, ist das mit großer Wahrscheinlichkeit ein Zeichen dafür, dass es ihm/ihr nicht sonderlich gut gefällt. Findet einen guten Mix. Ein bisschen zärtlich, ein bisschen leidenschaftlich. Verführerisch. Signale wahrnehmen und darauf eingehen. Ein einfaches Spiel. Und jetzt geht ein bisschen knutschen – ist gut für Herz und Seele.

Gut, dass es nicht nur eine Art zu küssen gibt – und auch gut, dass jedem etwas anderes gefällt. Für die stürmischen Küsser ist vielleicht der „Kreiselkuss“ die perfekte Art, sich zu küssen. Für romantische und liebevolle Momente ist der „Schmetterlingskuss“ angebracht. Und wenn es etwas heißer werden soll, könnt ihr auch mal den so genannten „Schnuffler“ ausprobieren. Ihr fragt euch, was das ist? Secret.de hat die verschiedenen Arten zu küssen mal etwas genauer analysiert. WIr geben euch Tipps, welche Kussart zu welcher Situation am besten passt, und erklären, wie es funktioniert. Lasst euch inspirieren und überrascht euren Liebsten heute mal mit einer neuen Variante des Kusses.